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Enerige & Management > Stromspeicher - Batteriegroßspeicher M5BAT in Bau
Bild: Fotolia.com, Dark Vectorangel
STROMSPEICHER:
Batteriegroßspeicher M5BAT in Bau
Auf dem Gelände der RWTH Aachen hat Mitte August der Bau eines in dieser Form bislang einmaligen Hybrid-Batteriegroßspeichers mit einer Leistung von 5 MW begonnen.
 
Für das Projekt „M5BAT“, was ausgeschrieben für den schwer vermittelbaren Namen „Modularer multi-Megawatt multi-Technologie Mittelspannungsbatteriespeicher“ steht, hat sich ein Konsortium aus Forschung und Industrie zusammengefunden. Neben dem Eon Energy Research Center an der RWTH Aachen und Eon selbst sind das Institut für elektrische ‚Anlagen und Energiewirtschaft an der RWTH Aachen, der Batteriehersteller Exide Technologies GmbH mit seiner Geschäftseinheit GNB Industrial Power sowie der Wechselrichter-Hersteller SMA Solar Technology AG an dem Forschungsvorhaben beteiligt, das vom Bundeswirtschaftsministerium mit 6,7 Mio. Euro gefördert wird. Das Projekt ist auf eine Laufzeit von vier Jahren ausgelegt. Das Projektvolumen beläuft sich insgesamt auf etwas mehr als 11 Mio. Euro, wozu Eon nach eigenem Bekunden 3 bis 5 Mio. Euro beisteuert.

Mitte kommenden Jahres soll der Speicher, der in einem Bürogebäude über zwei Etagen mit insgesamt rund 20 000 Batteriezellen entsteht, fertiggestellt sein. Den Gebäudeumbau dabei übernimmt Eon, die Koordination bei der Montage der Batterien das Eon Energy Research Center. „Die Besonderheit bei unserem Projekt ist der modulare Aufbau, bei dem bereits bekannte, unterschiedliche Batterietechnologien miteinander verknüpft werden sollen“, betonte Professor Rik De Doncker, Direktor des Eon Forschungszentrums, beim offiziellen Spatenstich.

Bei dem Speicher werden drei unterschiedliche Typen von Lithium-Ionen-Batterien sowie zwei unterschiedliche Blei-Säure-Akkus in insgesamt zehn Batteriesträngen eingesetzt. Getestet werden soll nicht nur das Zusammenspiel der einzelnen Batterietechnologien. „Unser Ziel ist es auch, das Kostenoptimum für diese Art von Speicher zu suchen“, so De Doncker.

Dass unterschiedliche Batterietechnologien eingesetzt werden, erklärt sich so: Es würden Lithium-Ionen-Batterien als kurzfristige Leistungsspeicher, Hochtemperatur-Batterien für die Energiebereitstellung über mehrere Stunden sowie Bleibatterien für kurze und mittlere Entladezeiten verwendet, betonten die Projektbeteiligten. Im Fokus stehen bei dem Forschungsprojekt vor allem die kurzen Entladezeiten. Denn nach Abschluss des Probebetriebs im kommenden Herbst soll der Batteriegroßspeicher mit dem Eon-Trading-Floor verknüpft werden. „Wir wollen den Speicher gezielt für den Regelenergiemarkt einsetzen, da sich eigentlich nur in diesem Segment derzeit Geld verdienen lässt“, sagt der neben De Doncker für das Projekt mitverantwortliche Professor Dirk Uwe Sauer: „Wir können innerhalb von Millisekunden, sofern ein Abruf erfolgt, die komplette Leistung aus dem Speicher abrufen.“

Für Sauer steht bei dem Projekt nicht nur die einwandfrei funktionierende Lieferung von Regelenergieleistung für den Eon-Trading-Floor im Fokus, sondern auch die Kostensenkung: „Potenzial gibt es sicherlich bei der Einbindung der Leittechnik.“ Für spätere Speicher des „M5BAT“-Modells hält er Einsparungen von rund 40 % für möglich, das heißt, der Preis könnte in etwa von 5 auf 3 Mio. Euro sinken.

Wann der neue Speicher, der bei der Größe durchaus skalierbar ist, erstmals bei einem kommerziellen Projekt von Eon zum Einsatz kommt, lässt Peter Röttgen, Geschäftsführer von Eon Innovation Center Energy Storage, offen: „Ich habe die berechtigte Hoffnung, dass es dazu vor dem Jahr 2020 kommt.“ Für den weiteren Ausbau von Speichertechnologie appellierte Röttgen bei der Spatenstich-Zeremonie an die Politik: „Wir brauchen die grundsätzliche Anerkennung der Energiespeicherung als neues, viertes Element der Energiewirtschaft.“ Deshalb müssten Speicher grundsätzlich von allen Umlagen befreit werden. „Anderenfalls werden sich solche Speicherprojekte wie hier in Aachen nicht rechnen.“
 

Ralf Köpke
© 2019 Energie & Management GmbH
Donnerstag, 13.08.2015, 13:53 Uhr

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