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Enerige & Management > F&E - Batterieforschungszentrum in Münster startet Regelbetrieb
Quelle: Shutterstock
F&E:
Batterieforschungszentrum in Münster startet Regelbetrieb
In Münster ging am 19. November im Beisein von Landes- und Bundesministerinnen ein neuer Teil der Fraunhofer Forschungsfertigung Batteriezelle (FFB) in Betrieb.
 
Im "AlexProWerk", einer Dienst- und Hilfsorganisation für Menschen mit Behinderung in Münster, hat eine Beschichtungsanlage mit Reinraumtechnik (Workspace) den Regelbetrieb aufgenommen, die schon erste Forschungsaufträge bekam. Der nächste Baustein der Fraunhofer Forschungsfertigung Batteriezelle (FFB) wurde aus diesem Anlass von Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU), NRW-Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos) und NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) besucht. Insgesamt wird der Aufbau der FFB durch das Land mit bis zu 180 Mio. Euro gefördert. Das Bundesforschungsministerium stellt von 2019 bis 2026 insgesamt bis zu 500 Mio. Euro zur Verfügung.

Im FFB Workspace werden die Materialien zur Beschichtung von Kathoden und Anoden in einem durchgängigen Verfahren gemischt. Die bei diesem Vorgang entstehenden Elektroden werden anschließend überprüft und untersucht, um Optimierungspotentiale bei der Rezeptur zu identifizieren. Der FFB Workspace hat eine Nutzfläche von 430 m2 und eine jährliche Maschinenkapazität von 50.000 kWh für die Anodenfertigung. Aktuell sind bereits mehr als 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit dem Aufbau der FFB befasst, geplant sind insgesamt 150 Forschende.

Batterietechnologie ist essenziell für die Energiewende

Beim Besuch erklärte Anja Karliczek, sie freue sich, dass die Aufbauarbeiten der Forschungsfertigung Batteriezelle in Münster voranschreiten. "Wer dauerhaft im internationalen Wettbewerb um die Batteriezelltechnologien der Zukunft bestehen will, muss mit ganzer Kraft auf Forschung und Entwicklung setzen", sagte sie. Mit der Forschungsfertigung Batteriezelle entstünden hierfür in Münster exzellente Rahmenbedingungen, die weltweit ihresgleichen suchen werden. Gegen die Vergabe des Forschungszentrums nach Münster hatte es 2020 Proteste aus Bayern und Baden-Württemberg gegeben. Die Länder hatten eigene Standorte benachteiligt gesehen.

Die Landeswissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen nannte den Workspace ein erstes starkes Signal der Leistungsfähigkeit der Forschungsfertigung Batteriezelle. "Die Fortschritte in der Batterietechnologie, die hier in Münster erzielt werden, sind nicht nur für Wissenschaft und Wirtschaft von Interesse, sondern haben konkrete Auswirkungen auf das tägliche Leben aller Bürgerinnen und Bürger", versprach Pfeiffer-Poensgen. Andreas Pinkwart erläuterte: "Moderne, leistungsfähige Batteriezellen sind eine Schlüsseltechnologie der Energiewende und haben schon jetzt eine zentrale Bedeutung für die Entwicklung zukunftsfester Technologien in der Logistik, für die Netzstabilität bei zunehmender Einspeisung erneuerbarer Energien, für die Elektromobilität und viele andere Branchen."
 
Bei der Eröffnung des Workspace in der Batterieforschungsfabrik: Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (3.v.l.) Minister Pinkwart (2.v.r.) und Ministerin Pfeiffer-Poensgen (r.)
Quelle: MWIDE NRW MHermenau

Workspace ist Teil eines Forschungsverbundes

Prof. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, ergänzte: "Die Forschungsfertigung ist daher darauf ausgerichtet, künftige Batterietechnologien effizienter, günstiger und in höchster Qualität zu produzieren." Auf diese Weise könnten hiesige Hersteller und internationale Partner bei der Nutzung der Technologien von morgen unterstützt und internationale Abhängigkeiten von anderen Märkten der Energiespeichertechnologien langfristig vermieden werden, hofft Neugebauer.

Neben dem Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie (IPT) sind als Standortpartner das MEET Batterieforschungszentrum der Westfälische Wilhelms-Universität Münster, der Lehrstuhl PEM der RWTH Aachen und das Helmholtz-Institut Münster als Außenstelle des Forschungszentrums Jülich beteiligt. Der FFB Workspace sei Anlaufpunkt für internationale Interessenten aus Wirtschaft und Wissenschaft. In den vergangenen Wochen haben sich Delegationen aus Singapur, den USA und der Republik Korea im Workspace informiert. Ende November werde eine Delegation von Wissenschaftlern sowie Unternehmensvertretern aus Nordfrankreich erwartet.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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Freitag, 19.11.2021, 16:16 Uhr

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