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Quelle: Shutterstock / Lisa-S
BILANZ:
Axpo profitiert von breiter Aufstellung
Durchweg zufrieden ist der Schweizer Energiekonzern Axpo mit seiner Bilanz für das Geschäftjahr 2020/2021, das am 30. September zu Ende gegangen ist.
 
Axpo habe in einem volatilen Marktumfeld ein gutes Ergebnis erzielt, bilanzierte CEO Christoph Brand bei einer Online-Bilanzmedienkonferenz am 9. Dezember. Dabei hätten sich einmal mehr das Zusammenwirken der verschiedenen Bereiche und die internationale Aufstellung des Konzerns als entscheidende Erfolgsfaktoren erwiesen.

Das Geschäftsjahr sei von einer hohen Volatilität der Energiepreise geprägt gewesen. Der vor allem zum Ende des Berichtszeitraums hin enorme Preisanstieg habe dazu geführt, dass sich die Gesamtleistung der Axpo-Gruppe gegenüber dem Vorjahr um 1,25 Mio. Schweizer Franken (CHF) stark auf 6.056 Mio. CHF erhöht habe.

Die Produktion aus den Kernkraftwerken fiel gegenüber Vorjahr vor allem durch die verlängerte Revisionsabschaltung des Kernkraftwerks Leibstadt um 6 % oder 1,2 Mrd. kWh niedriger aus. Die Schweizer Wasserkraftwerke produzierten 9,9 Mrd. kWh Strom, was einem Rückgang um einem Prozentpunkt entspricht. Der Ausbau von Wind- und Solarenergie resultierte in einer Zunahme der Stromproduktion aus diesen erneuerbaren Quellen um 12 % auf 1,7 Mrd. kWh (Vorjahr: 1,5 Mrd. kWh). 

Daraus resultierte vor Abschreibungen mit 1.126 Mio. CHF ein ähnlich hohes Betriebsergebnis (Ebitda) wie im Vorjahr (1.168 Mio. CHF). Das Unternehmensergebnis lag mit 607 Mio. CHF etwas höher als im Vorjahr (570 Mio. CHF). Da Axpo aufgrund ihrer Absicherungsstrategie den Strom aus den eigenen Kraftwerken bis zu drei Jahre im Voraus verkauft hat, hat das Unternehmen zudem von den gestiegenen Energiepreisen bis jetzt nur beschränkt profitiert. Das höhere Preisniveau werde sich aber in den kommenden Jahren positiv auf das Ergebnis auswirken.

Brand erwartet allerdings nicht, dass die Strompreise langfristig auf diesem Niveau bleiben werden: "Das ist nicht das neue Normal." Bei den Gaspreisen werde kurzfristig die meteorologische Entwicklung den Ausschlag geben, wohin die Reise geht: "Wenn der Winter hart und streng wird, könnte es weitere signifikante Anstiege geben." Die europäischen Gasspeicher seien einfach "zu leer".

Wachstum auch außerhalb des Heimatmarktes möglich

Brand betonte insbesondere die positiven Effekte, die Axpo aus dem Zusammenspiel der drei Unternehmensbereiche Generations & Distribution, Trading & Sales sowie CKW (Centralschweizerische Kraftwerke) einerseits und der Kombination von Schweizer und internationalem Geschäft andererseits ziehe: "Das hat uns angesichts der hohen Volatilität auf den Märkten sehr geholfen." Das Zusammenspiel funktioniere sehr gut.

Wachstumschancen sieht Brand für die Zukunft allerdings nur außerhalb des Heimatmarktes: "Wir werden in der Schweiz unweigerlich schrumpfen, durch den absehbaren Wegfall der Kernkraftwerke und die Rückholung der Wasserkraft durch die Kantone." Zudem behinderten die regulatorischen Hemmnisse einen schnellen und rentablen Ausbau von PV und Wind in der Schweiz. So werde das viel beachtete "AlpinSolar"-Projekt in den Glarner Alpen auf über 2.500 Meter Höhe wohl auf Dauer unrentabel bleiben.

In anderen Regionen − Axpo ist mittlerweile in 32 Ländern präsent − gebe es dagegen interessantere Anreize und Projekte seien in Fristen von drei bis fünf Jahren realisierbar. So habe die französische Tochter Urbasolar erfolgreich den Markteintritt in Italien und Spanien geschafft und eine PV-Leistung von 5.700 MW in der Pipeline. 
 
Wesentliche Kennzahlen der Axpo-Bilanz
Kennzahl  2020/2021 2019/2020
Umsatz (in Mio. CHF) 6.056 4.808
Ebitda (in Mio. CHF) 1.126 1.168
Ebit (in Mio. CHF) 516 791
Ergebnis (in Mio. CHF) 607 570
Mitarbeitende 5.338 5.350
Quelle: Axpo
 

Peter Koller
Redakteur
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Donnerstag, 09.12.2021, 14:02 Uhr

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