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Enerige & Management > Stadtwerke - Automatisierungsmodell statt Kabellehrgang
Quelle: E&M /Jonas Rosenberger
STADTWERKE:
Automatisierungsmodell statt Kabellehrgang
Im Corona-Lockdown haben vier Nachwuchselektroniker der Stadtwerke Trier in Eigenregie das Modell einer elektrisch angetriebenen Toranlage entwickelt und gebaut.
 
Viel Liebe zum Detail haben Luca Linz, Darius Paulus, Dennis Quint und Maximilian Wick in ihr maßstabgetreues Modell einer automatischen Toranlage gesteckt. Die vier absolvieren bei den Stadtwerken Trier (SWT) ihre Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik.

Ursprünglich sollten sie im Frühjahr 2020 an einem Kabellehrgang teilnehmen. Der Ausbruch der Pandemie hat das verhindert. Stattdessen gab es vom technischen Ausbildungsleiter Wolfgang Sander die Aufgabe, ein Automatisierungsmodell zu bauen. Inspiriert von einer vorangegangenen Übungsaufgabe, fiel ihre Wahl auf eine elektrisch angetriebene Toranlage mit steuerbarem Doppeltor, Lichtschranke, versenkbaren Sicherheitspollern, Ampelanlage und LED-Beleuchtung.

Vom digitalen 3D-Entwurf über Bau und Programmierung der Einzelteile bis hin zur Gestaltung der Umgebung mit Bäumen, Straßenlaternen und Telefonzelle ist in den Folgemonaten alles in Eigenregie entstanden. Bei Betätigung einer Lichtschranke verschwinden nach der Freigabe vier Korken-große Zylinder im Boden, die Warnleuchte am Tor beginnt, zu blinken, und das Tor öffnet sich. Ist das Tor offen, springt die Ampel auf Grün, und das Fahrzeug darf die Einfahrt zu Tor 2 fortsetzen. Nachdem das erste Tor wieder zugefahren ist, öffnet sich das zweite, und das Fahrzeug darf in den Innenbereich fahren. Das gleiche Prozedere wiederholt sich an der Ausfahrt. Nach den Anfangsbuchstaben ihres Arbeitgebers haben die Azubis ihr Modell "Spezial Wache Trier" getauft, um den Sicherheitsaspekt ihres Projekts hervorzuheben.
 
Sind stolz auf ihr Modell einer automatischen Toranlage (von links): Darius Paulus, Maximilian Wick, Dennis Quint und Luca Linz
Quelle: Stadtwerke Trier

Neben bereits behandelten Ausbildungsinhalten wie dem Planen und Löten von Elektronikschaltungen oder dem Programmieren eines Automatisierungsgerätes haben sich die Auszubildenden in Eigenregie in neue Themen wie die Pneumatik eingearbeitet. Damit werden zum Beispiel die Sicherheitspoller im Modell versenkt.

In der Umsetzungsphase sind den Vier zwischendurch auch schon mal Zweifel gekommen: „Die Rollen der Tore haben einen Durchmesser von weniger als einem Zentimeter. Da war bei der Herstellung schon Fingerspitzengefühl gefragt“, berichtet Luca Linz.

Dass sein Corona-Notfallplan solche Früchte trägt, hatte ihr Chef nicht erwartet. „Nicht nur das Umsetzen des Fachwissens war beachtlich, sondern auch die Selbstorganisation und das gegenseitige Unterstützen, wenn mal etwas nicht auf Anhieb geklappt hat“, freut sich Sander über die gelungene Teamarbeit.

Als Best-Practice-Beispiel wird das Modell künftig auf dem Gelände der SWT ausgestellt. „Wir suchen derzeit noch einen geeigneten Platz, denn besser kann man für eine Ausbildung in unserer Lehrwerkstatt eigentlich nicht mehr werben“, so Sander.
 
 

Peter Koller
Redakteur
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Freitag, 08.10.2021, 13:15 Uhr

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