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Enerige & Management > Regenerative - Ausschreibung für Onshore-Wind leicht überzeichnet
Quelle: Shutterstock
REGENERATIVE:
Ausschreibung für Onshore-Wind leicht überzeichnet
Zum ersten Mal in diesem Jahr war mit dem Gebotstermin 1. September eine Ausschreibung für Wind an Land überzeichnet.
 
Die Ausschreibung für Windenergie an Land zum Gebotstermin 1. September 2021 ist das erste Mal seit der Dezemberrunde 2020 wieder überzeichnet gewesen − wenn auch eher moderat.

Bei einer ausgeschriebenen Menge von 1.492 MW wurden 210 Gebote mit einem Volumen von 1.824 MW eingereicht. Da keine Unterzeichnung drohte, wurde durch die Bundesnetzagentur auch keine Vorab-Reduzierung des Ausschreibungsvolumens vorgenommen, anders als in der vorherigen Runde.

166 Gebote mit einem Umfang von 1.494 MW konnten bezuschlagt werden. Die Gebotswerte reichen von 5,20 bis 5,92 Ct/kWh. Der mengengewichtete, durchschnittliche Zuschlagswert liegt bei 5,79 Ct/kWh.

Regional betrachtet entfiel das größte Zuschlags-Volumen auf Gebote für Standorte in Schleswig-Holstein (401 MW, 43 Zuschläge), Nordrhein-Westfalen (315 MW, 51 Zuschläge) und Niedersachsen (265 MW, 19 Zuschläge).

Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, sagte dazu: „Die Überzeichnung der Ausschreibung zeigt den ungebrochenen Willen der Energiebranche, neue Windenergie-Projekte zu realisieren. Nachdem wir in den beiden letzten Jahren den schwächsten Zubau im Bereich der Windenergie an Land seit rund 20 Jahren beobachten mussten, lassen diese Ergebnisse darauf hoffen, dass die Ausbau-Dynamik hier wieder an Schwung gewinnt.“

Zur Wahrheit einer überzeichneten Ausschreibung gehöre aber auch, dass die nicht bezuschlagten Projekte nun einen künstlich erzwungenen Projektstillstand bis zur nächsten Ausschreibungsrunde zum Termin 1. Februar 2022 aushalten müssen. Vor diesem Hintergrund spreche man sich aus, zukünftig mindestens vier statt der aktuell drei Ausschreibungsrunden pro Jahr durchzuführen. 

​Ausschreibung für Biomasse

Zum Gebotstermin 1. September 2021 wurden zugleich 275 MW Biomasse ausgeschrieben. Es wurden 100 Gebote mit einem Volumen von 86,5 MW eingereicht. Diese Runde war damit erneut deutlich unterzeichnet. 

Aufgrund der Unterzeichnung fand erneut die durch das EEG 2021 eingeführte Mengensteuerung Anwendung. Dafür wurden zunächst die Gebote von Neu- und Bestandsanlagen separiert (sieben Gebote für Neuanlagen mit 20,5 MW und 93 Gebote für Bestandsanlagen mit 66 MW). Anschließend wurde das Zuschlagsvolumen jeweils auf 80 % des Volumens der zugelassenen Gebote für Neu- und Bestandsanlagen gekürzt.

Insgesamt waren noch 73 Gebote mit einem Volumen von 70 MW erfolgreich. Die Gebotswerte der bezuschlagten Gebote liegen zwischen 12,00 und 18,73 Ct/kWh. Der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert beträgt 17,48 Ct/kWh und ist gegenüber den Vorrunden deutlich gestiegen. 

Für den Biogasrat stellt die Kürzung der Ausschreibungsmengen eine Hürde für den Klimaschutz in Deutschland dar: „Wir brauchen Regelungen, die den Ausbau erneu-erbarer Energien in ihrer Gesamtheit fördern und nicht blockieren, wie wir es bei der endogenen Mengensteuerung für Biomasse im EEG 2021 erleben", so Geschäftführerin Janet Hochi. Die künftige Bundesregierung müsse für verlässliche und zukunftsorientierte Rahmenbedingungen sorgen, so dass Investitionen in Klimaschutz möglich und die Potenziale erneuerbarer Systemdienstleister wie Biogas und Biomethan in Deutschland gehoben würden.

Die nächste Ausschreibungsrunde für Biomasse findet am 1. April 2022 statt.
 

Peter Koller
Redakteur
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Donnerstag, 14.10.2021, 11:39 Uhr

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