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Enerige & Management > Unternehmen - Augsburger sagen "Nein" zur Fusion
Bild: S. Kerpf/Stadt Augsburg
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Augsburger sagen "Nein" zur Fusion
Die Mehrheit der Augsburger, die am 12. Juli ihre Stimme abgaben, hat sich gegen eine Fusion der beiden Versorger  entschieden.
 
Es ist ein deutliches Ergebnis: Die Augsburger wollen keine Fusion der Stadtwerke Augsburg (swa) mit Erdgas Schwaben. Nach Informationen der Stadt erhielt der Vorschlag der Bürgerinitiative 30 292 Ja-Stimmen (72,2 %) und 11 675 Nein-Stimmen (27,8 %). Dieser Vorschlag war gegen die Fusion und hat damit das erforderliche Quorum von 10 % der Stimmberechtigten erreicht. Dafür wären mindestens 20 885 Ja-Stimmen nötig gewesen. Der Vorschlag des Stadtrats, der Fusion zuzustimmen, erhielt 14 867 Ja-Stimmen (34,6 %) und 28 070 Nein-Stimmen (65,4 %). Die Wahlbeteiligung lag bei 21,7 %.

Hintergrund des Bürgerbegehrens sind die seit einigen Monaten laufenden Gespräche zwischen der swa und Erdgas Schwaben. Die Unternehmen wollen enger zusammenarbeiten. Im vergangenen Jahr wurde dazu auch eine Machbarkeitsstudie vorgestellt mit drei möglichen Szenarien - einer strategischen Partnerschaft, einem Joint Venture oder eben einer Fusion. Auf kommunalpolitischer Ebene wurde zuvor monatelang vor allem kontrovers um das Für und Wider einer möglichen Fusion in Augsburg debattiert. Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU) und seine Partei sowie die SPD sprachen sich für eine Fusion aus. Die Grünen waren dagegen: Bei einer Abstimmung 2014 hatten sich die Grünen für eine Kooperation mit der CSU und der SPD ausgesprochen. Im März 2015 hatten jedoch zwei Drittel der Mitglieder auf einer Versammlung gegen eine Fusion gestimmt, was nicht nur parteiintern zu Ärger führte, sondern auch innerhalb der schwarz-rot-grünen Rathauskoalition.

Einer der Initiatoren des Bürgerbegehrens, Bruno Marcon, sagte zur Augsburger Allgemeinen: „Es ist ein Sieg der Bürger, die sich über die Entscheidungen des Stadtrats hinweggesetzt haben.“ OB Gribl zeigte sich laut der Lokalzeitung enttäuscht über das Ergebnis: „Ich will die Dinge nicht schönreden, es ist meine bislang heftigste Niederlage“, sagte er der Zeitung. Der Wunsch der Bürger sei aber zu respektieren. In den nächsten Tagen sollen nun erst einmal die Mitarbeiter der beiden Versorger über die weitere Entwicklung bei einer gemeinsamen Betriebsversammlung unterrichtet werden. Einer der beiden Geschäftsführer der swa, Walter Casazza, sagte der Zeitung am 12. Juli nach der Wahl, dass es ein deutliches Votum der Bürger sei. „Es ist deren Auftrag, dass wir jetzt die Stadtwerke unter diesen Vorgaben aufstellen.“

Das vorläufige Endergebnis des Bürgerentscheids   finden Sie auf der Webseite der Stadt Augsburg.
 

Heidi Roider
Redakteurin und Chefin vom Dienst
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Montag, 13.07.2015, 09:29 Uhr

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