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Energie & Management > Bilanz - Auf Rekordverluste folgen Rekordgewinne
Quelle: Pixabay / Gerd Altmann
Bilanz

Auf Rekordverluste folgen Rekordgewinne

Uniper kann im dritten Quartal die positive Entwicklung des ersten Halbjahres fortsetzen. Auf die Rekordverluste 2022 folgen Rekordgewinne. Rückläufig sind nur die CO2-Emissionen.
Uniper hat in den ersten neun Monaten 2023 ein bereinigtes Ebit von 5,48 Milliarden Euro erzielt. Im Vorjahreszeitraum des Krisenjahres 2022 lag der Wert bei -5,09 Milliarden Euro. Der Konzern profitierte, wie es in einer Unternehmensmitteilung heißt, vor allem von Absicherungsgeschäften im Bereich der Kohle- und Gaskraftwerke sowie im Gas-Midstream-Geschäft.

Bereits im Mai hatte Uniper berichtet, signifikante Gewinne aus der Ersatzbeschaffung von Gasmengen zu erwarten. Dieser positive Effekt zeigte sich erstmals im zweiten Quartal und setzte sich im dritten Quartal fort.

Im Segment Europäische Erzeugung lag das bereinigte Ebit nach den ersten neun Monaten des Jahres 2023 mit 1,71 Milliarden Euro über dem bereinigten Ebit des Vorjahreszeitraums in Höhe von -93 Millionen Euro. Zurückgeführt wird das vor allem auf Ergebnisbeiträge aus Absicherungs- und Optimierungsgeschäften im Bereich der fossilen Stromerzeugung. Darüber hinaus wirkten Preiseffekte in der schwedischen Kernenergie und Wasserkraft positiv. Gegenläufig hätten sich höhere laufende Abschreibungen im Bereich der konventionellen Kraftwerksflotte bemerkbar gemacht.

Das bereinigte Ebit im Segment Globaler Handel lag mit 3,85 Milliarden Euro ebenfalls deutlich über dem des vergleichbaren Vorjahreszeitraums in Höhe von -4,72 Milliarden Euro.

In den ersten neun Monaten 2023 sind kumuliert keine weiteren Mehrkosten durch die Ersatzbeschaffung von Gas entstanden, wie es von Uniper weiter heißt. Stattdessen konnten 2023 Gewinne für die Beschaffung von Ersatzgasmengen von rund 2 Milliarden Euro vor Steuern erzielt werden. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum hatten sich die Mehrkosten auf rund 9,6 Milliarden Euro summiert.

Das internationale Portfolio konnte von einer guten Entwicklung des LNG-Geschäftes profitieren. Zusätzlich wurden im Geschäftsbereich Stromhandel „besonders positive Beiträge in einem volatilen Marktumfeld erwirtschaftet“.

Der bereinigte Konzernüberschuss folgt im Wesentlichen dem bereinigten Ebit und lag nach dem dritten Quartal mit 3,74 Milliarden Euro deutlich über dem bereinigten Konzernfehlbetrag des vergleichbaren Vorjahreszeitraums in Höhe von -3,44 Milliarden Euro. Der IFRS-Konzerngewinn betrug 9,8 Milliarden Euro. Im Vorjahr war noch ein deutlicher Verlust von 40,3 Milliarden Euro aufgrund der ausgebliebener Gaslieferungen aus Russland verzeichnet worden.

„Einmalig starke Ergebnisentwicklung“

Uniper erwartet für das Gesamtjahr 2023 weiter eine „einmalig starke Ergebnisentwicklung“ und hat daher seinen finanziellen Ausblick präzisiert: Das bereinigtes Ebit wird in der Bandbreite von 6 bis 7 Milliarden Euro gesehen, der bereinigte Konzernüberschuss zwischen 4 und 5 Milliarden Euro.

Unipers direkte CO2-Emissionen (Scope 1) in der europäischen Erzeugung liegen mit 13,3 Millionen Tonnen deutlich unter denen des vergleichbaren Vorjahreszeitraums mit 19,1 Millionen Tonnen. Der Rückgang wird vor allem auf eine insgesamt geringere Stromerzeugung aus Kohlekraftwerken zurückgeführt. Auch für das Gesamtjahr erwartet man einen Wert deutlich unter dem Vorjahresniveau von 25,4 Millionen Tonnen.

Uniper CFO Jutta Dönges erklärte zur Zwischenbilanz: „Dieses Ergebnis und der Ausblick sind im Wortsinn außerordentlich und ich erwarte nicht, dass wir Ergebniszahlen in dieser Höhe in den nächsten Jahren wieder sehen werden, wenngleich wir optimistisch nach vorne blicken. Uniper ist ein Unternehmen mit solider finanzieller Aufstellung und attraktiven Perspektiven.“ Mit den Anfang August vorgestellten neuen strategischen Zielen und der angestrebten Kapitalherabsetzung, über die die Aktionäre am 8. Dezember 2023 entscheiden sollen, stelle das Unternehmen wichtige Weichen für die Zukunft.

Eine Inbetriebnahme, eine Stilllegungsentscheidung

Auf dem Kraftwerkssektor gab es für Uniper im dritten Quartal eine Stilllegungsentscheidung und eine Inbetriebnahme. Das 300-MW-Gaskraftwerk Irsching 6 bei Ingolstadt (Bayern) wurde am 10. August offiziell seiner Bestimmung übergeben. Die von dem Düsseldorfer Konzern gebaute und betriebene Anlage dient ausschließlich als Sicherheitspuffer für das Stromnetz. Sie steht dem Markt nicht zur Verfügung. Die Anlage wird von der Bundesnetzagentur als „besonderes netztechnisches Betriebsmittel“ eingeordnet und wird bei Bedarf durch den Übertragungsnetzbetreiber Tennet angefordert.

Außerdem wurde beschlossen, das Steinkohlekraftwerk Heyden 4 in Petershagen bei Minden (Nordrhein-Westfalen) zum 30. September 2024 endgültig vom Netz zu nehmen. Die Entscheidung zur Stilllegung hatte Uniper bereits Ende 2020 getroffen. Allerdings war das Kraftwerk von Tennet und der Bundesnetzagentur als systemrelevant eingestuft worden. Da bis Ende August keine Verlängerung dieser Einstufung über den September 2024 hinaus angemeldet wurde, ist die Stilllegung zu diesem Zeitpunkt möglich.

Kennzahlen Uniper
 
 3. Quartal 20233. Quartal 2022
bereinigtes Ebit in Mio. Euro5.484-5.086
bereinigter Konzernüberschuss in Mio. Euro3.741-3.445
IFRS-Konzernüberschuss in Mio. Euro9.769-40.307
CO2-Emissionen in Mio. Tonnen13,319,1
Quelle: Uniper

Dienstag, 31.10.2023, 14:40 Uhr
Gnter Drewnitzky
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Quelle: Pixabay / Gerd Altmann
Bilanz
Auf Rekordverluste folgen Rekordgewinne
Uniper kann im dritten Quartal die positive Entwicklung des ersten Halbjahres fortsetzen. Auf die Rekordverluste 2022 folgen Rekordgewinne. Rückläufig sind nur die CO2-Emissionen.
Uniper hat in den ersten neun Monaten 2023 ein bereinigtes Ebit von 5,48 Milliarden Euro erzielt. Im Vorjahreszeitraum des Krisenjahres 2022 lag der Wert bei -5,09 Milliarden Euro. Der Konzern profitierte, wie es in einer Unternehmensmitteilung heißt, vor allem von Absicherungsgeschäften im Bereich der Kohle- und Gaskraftwerke sowie im Gas-Midstream-Geschäft.

Bereits im Mai hatte Uniper berichtet, signifikante Gewinne aus der Ersatzbeschaffung von Gasmengen zu erwarten. Dieser positive Effekt zeigte sich erstmals im zweiten Quartal und setzte sich im dritten Quartal fort.

Im Segment Europäische Erzeugung lag das bereinigte Ebit nach den ersten neun Monaten des Jahres 2023 mit 1,71 Milliarden Euro über dem bereinigten Ebit des Vorjahreszeitraums in Höhe von -93 Millionen Euro. Zurückgeführt wird das vor allem auf Ergebnisbeiträge aus Absicherungs- und Optimierungsgeschäften im Bereich der fossilen Stromerzeugung. Darüber hinaus wirkten Preiseffekte in der schwedischen Kernenergie und Wasserkraft positiv. Gegenläufig hätten sich höhere laufende Abschreibungen im Bereich der konventionellen Kraftwerksflotte bemerkbar gemacht.

Das bereinigte Ebit im Segment Globaler Handel lag mit 3,85 Milliarden Euro ebenfalls deutlich über dem des vergleichbaren Vorjahreszeitraums in Höhe von -4,72 Milliarden Euro.

In den ersten neun Monaten 2023 sind kumuliert keine weiteren Mehrkosten durch die Ersatzbeschaffung von Gas entstanden, wie es von Uniper weiter heißt. Stattdessen konnten 2023 Gewinne für die Beschaffung von Ersatzgasmengen von rund 2 Milliarden Euro vor Steuern erzielt werden. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum hatten sich die Mehrkosten auf rund 9,6 Milliarden Euro summiert.

Das internationale Portfolio konnte von einer guten Entwicklung des LNG-Geschäftes profitieren. Zusätzlich wurden im Geschäftsbereich Stromhandel „besonders positive Beiträge in einem volatilen Marktumfeld erwirtschaftet“.

Der bereinigte Konzernüberschuss folgt im Wesentlichen dem bereinigten Ebit und lag nach dem dritten Quartal mit 3,74 Milliarden Euro deutlich über dem bereinigten Konzernfehlbetrag des vergleichbaren Vorjahreszeitraums in Höhe von -3,44 Milliarden Euro. Der IFRS-Konzerngewinn betrug 9,8 Milliarden Euro. Im Vorjahr war noch ein deutlicher Verlust von 40,3 Milliarden Euro aufgrund der ausgebliebener Gaslieferungen aus Russland verzeichnet worden.

„Einmalig starke Ergebnisentwicklung“

Uniper erwartet für das Gesamtjahr 2023 weiter eine „einmalig starke Ergebnisentwicklung“ und hat daher seinen finanziellen Ausblick präzisiert: Das bereinigtes Ebit wird in der Bandbreite von 6 bis 7 Milliarden Euro gesehen, der bereinigte Konzernüberschuss zwischen 4 und 5 Milliarden Euro.

Unipers direkte CO2-Emissionen (Scope 1) in der europäischen Erzeugung liegen mit 13,3 Millionen Tonnen deutlich unter denen des vergleichbaren Vorjahreszeitraums mit 19,1 Millionen Tonnen. Der Rückgang wird vor allem auf eine insgesamt geringere Stromerzeugung aus Kohlekraftwerken zurückgeführt. Auch für das Gesamtjahr erwartet man einen Wert deutlich unter dem Vorjahresniveau von 25,4 Millionen Tonnen.

Uniper CFO Jutta Dönges erklärte zur Zwischenbilanz: „Dieses Ergebnis und der Ausblick sind im Wortsinn außerordentlich und ich erwarte nicht, dass wir Ergebniszahlen in dieser Höhe in den nächsten Jahren wieder sehen werden, wenngleich wir optimistisch nach vorne blicken. Uniper ist ein Unternehmen mit solider finanzieller Aufstellung und attraktiven Perspektiven.“ Mit den Anfang August vorgestellten neuen strategischen Zielen und der angestrebten Kapitalherabsetzung, über die die Aktionäre am 8. Dezember 2023 entscheiden sollen, stelle das Unternehmen wichtige Weichen für die Zukunft.

Eine Inbetriebnahme, eine Stilllegungsentscheidung

Auf dem Kraftwerkssektor gab es für Uniper im dritten Quartal eine Stilllegungsentscheidung und eine Inbetriebnahme. Das 300-MW-Gaskraftwerk Irsching 6 bei Ingolstadt (Bayern) wurde am 10. August offiziell seiner Bestimmung übergeben. Die von dem Düsseldorfer Konzern gebaute und betriebene Anlage dient ausschließlich als Sicherheitspuffer für das Stromnetz. Sie steht dem Markt nicht zur Verfügung. Die Anlage wird von der Bundesnetzagentur als „besonderes netztechnisches Betriebsmittel“ eingeordnet und wird bei Bedarf durch den Übertragungsnetzbetreiber Tennet angefordert.

Außerdem wurde beschlossen, das Steinkohlekraftwerk Heyden 4 in Petershagen bei Minden (Nordrhein-Westfalen) zum 30. September 2024 endgültig vom Netz zu nehmen. Die Entscheidung zur Stilllegung hatte Uniper bereits Ende 2020 getroffen. Allerdings war das Kraftwerk von Tennet und der Bundesnetzagentur als systemrelevant eingestuft worden. Da bis Ende August keine Verlängerung dieser Einstufung über den September 2024 hinaus angemeldet wurde, ist die Stilllegung zu diesem Zeitpunkt möglich.

Kennzahlen Uniper
 
 3. Quartal 20233. Quartal 2022
bereinigtes Ebit in Mio. Euro5.484-5.086
bereinigter Konzernüberschuss in Mio. Euro3.741-3.445
IFRS-Konzernüberschuss in Mio. Euro9.769-40.307
CO2-Emissionen in Mio. Tonnen13,319,1
Quelle: Uniper

Dienstag, 31.10.2023, 14:40 Uhr
Gnter Drewnitzky

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