• Länder verlangen Klarheit bei Energiekosten-Entlastungen
  • Gas zieht Strom nach unten
  • Bio-Methan als Erdgasersatz
  • Deutscher Projektentwickler mit zweitem finnischem Windpark
  • EU-Kommission hält Stromausfälle in Europa für möglich
  • Wie "nachhaltig" ist die Lieferkette für Windräder?
  • IEA zieht Belastungsgrenze für EU-Gasmarkt
  • EU-Partner kritisieren deutsche Alleingänge
  • Landesregierung spannt 250 Mio. Euro Schutzschirm für Stadtwerke
  • Berliner Stromnetz-Holding komplettiert Geschäftsführungs-Duo
Enerige & Management > Elektrofahrzeuge - Audi "e-tron" berechnet Ladeplan
Quelle: E&M / Jonas Rosenberger
ELEKTROFAHRZEUGE:
Audi "e-tron" berechnet Ladeplan
Ein aktuelles Projekt zum netzverträglichen Laden berücksichtigt sowohl die Einspeisung regenerativer Energien als auch das Komfortbedürfnis des Fahrers.
 
In einem gemeinsamen Projekt haben Mitnetz Strom, Audi, der Zähler- und Smart-Meter-Gateway-Hersteller EMH Metering, der E-Mobility-Dienstleister „eSystems“ und die Robotron Datenbank-Software GmbH untersucht, wie netzverträgliches Laden ohne Komfortverlust für E-Autofahrer realisiert werden kann. Als Koordinator fungierte der IT-Dienstleister Gisa, über dessen Smart-Energy-Plattform die Ladevorgänge gesteuert wurden. Grundlage dieser Plattform ist das Robotron-System „IoTHub4Utilities“.

Die Ladevorgänge wurden in Abhängigkeit von der Einspeisung regenerativer Energie und damit der Verfügbarkeit relativ günstigen Stroms optimiert. Die entsprechende Prognose konnten sich die Projektbeteiligten über eine öffentliche Schnittstelle beim Verteilnetzbetreiber Mitnetz Strom abholen. Dieser erhielt im Gegenzug einen „Ladeplan“.

Die Werte der erwarteten Stromproduktion seien in eine „Anreiztabelle“ konvertiert worden, heißt es in einer Mitteilung von Gisa, und über den CLS-Kanal – CLS steht für Controllable Local Systems – des Smart Meter Gateways zur Ladeinfrastruktur übertragen worden. Dort wurde die Information über die Kommunikationsschnittstelle ISO15118 dem Fahrzeug, einem Audi e-tron, zur Verfügung gestellt. Das Fahrzeug habe dann anhand der Anreiztabelle und des eigenen Energiebedarfs den Ladeplan errechnet und an die Wallbox übermittelt, heißt es weiter. Von dort aus ging die entsprechende Mitteilung wieder über den CLS-Kanal des Smart Meter Gateways an den Netzbetreiber.

​Kommunikation über den CLS-Kanal des Smart Meter Gateways

Auch wenn der gesamte Prozess vollautomatisch ablief, hatte der Netzbetreiber die Möglichkeit, über eine sogenannte Check-In-Logik in die Planung des Ladevorgangs einzugreifen. „Die softwarebasierte und praxiserprobte Netz-Check-In-Logik ist kundenorientiert und dient zugleich der Netzstabilität. Darüber hilft sie, den Strom effizient zu nutzen, die Zahl der Netzeingriffe zu verringern und günstigen Ladestrom für Elektrofahrzeuge bereitzustellen“, betont Steve Bahn, Referent Prozess- und Systemmanagement „Meter2Cash“ bei Mitnetz Strom.

Der E-Autofahrer selbst konnte bestimmen, zu welchem Zeitpunkt sein Fahrzeug welchen Ladestand haben sollte. Eine mögliche Vorgabe: Es wird um 18 Uhr mit der Wallbox verbunden und soll um 8 Uhr des Folgetages zu 80 % geladen sein.
Neben der Netz-Check-In-Logik gibt es laut Gisa noch weitere Ansätze zur Weiterentwicklung des Anwendungsfalls, etwa die Steuerung des Ladevorgangs über Preissignale aus dem Börsenhandel oder dem Intraday-Handel.

Bereits 2021 hatte Gisa gemeinsam mit Audi ein Pilotprojekt zum netzverträglichen Laden durchgeführt. Damals stand die Nutzung des CLS-Kanals des Smart Meter Gateways sowie dessen Sicherheit und Stabilität im Vordergrund der Betrachtung.
 

Fritz Wilhelm
Stellvertretender Chefredakteur
+49 (0) 6007 9396075
eMail
facebook
© 2022 Energie & Management GmbH
Mittwoch, 03.08.2022, 14:39 Uhr

Mehr zum Thema