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Enerige & Management > Österreich - Auch Verbund erhöht Preise
Quelle: Fotolia / caruso13
ÖSTERREICH:
Auch Verbund erhöht Preise
Ab 1. Mai müssen Durchschnittshaushalte um 252 Euro pro Jahr mehr für Strom und um 900 Euro mehr für Gas bezahlen. Bei Strom ist die Erhöhung ähnlich wie bei anderen Versorgern.
 
Der Verbund, der größte Stromkonzern Österreichs, erhöht ab 1. Mai seine Strom- und Gaspreise für Haushalts- und Gewerbekunden. Laut einer Unternehmensmitteilung steigen die Stromkosten für einen durchschnittlichen Haushalt mit rund 3.500 kWh Jahresbedarf um 21 Euro pro Monat, also 252 Euro pro Jahr. Für Gas hat ein Haushalt mit einem Verbrauch von 15.000 kWh pro Jahr mit monatlichen Mehrkosten von 75 Euro und einem jährlichen Mehraufwand von 900 Euro zu rechnen.

Wer die Preiserhöhungen nicht akzeptiere, habe „selbstverständlich die Möglichkeit, zu einem anderen Energieanbieter zu wechseln“, hieß weiter. Wie berichtet, hatten in den vergangenen Monaten allerdings schon mehrere große österreichische Energieunternehmen ihr Preise für Haushalte und Gewerbebetriebe erhöht oder die Erhöhung angekündigt, darunter die Energie Steiermark, die Energieallianz aus Wien Energie, EVN (Niederösterreich) und Energie Burgenland sowie zuletzt die Salzburg AG. Bei Strom fällt die Preiserhöhung des Verbunds ähnlich aus wie bei diesen Unternehmen. Bei Gas ist sie indessen deutlich stärker, konkret etwa drei Mal so hoch wie bei der Salzburg AG (307 Euro pro Jahr) und mehr als fünf Mal so hoch wie bei der Energie Steiermark (163 Euro pro Jahr).

Ebenso wie diese Unternehmen begründet der Verbund die Preisanhebung mit der Entwicklung im Strom- und Erdgasgroßhandel. Die Strompreise hätten sich im Vergleich mit März 2021 verdreifacht, die Gaspreise annähernd verfünffacht. Zur Steigerung der Gaspreise tragen dem Verbund zufolge nun auch die „geopolitischen Spannungen in Osteuropa“ bei.

Ausdrücklich verwies der Verbund auf die Maßnahmen der Bundesregierung zur Entlastung der Energiekunden. Diese umfassen den Entfall der Kosten für die Ökostromförderung, die zumindest dieses Jahr über die hohen Marktpreise finanziert werden kann, sowie den vergangene Woche vorgestellten „Energiegutschein“ in Höhe von 150 Euro. Überdies betonte der Verbund, die E-Wirtschaft habe ihren Verzicht auf Abschaltung von Kundenanlagen bei Zahlungsschwierigkeiten bis Ende Mai verlängert und ihre Mittel für Hilfestellungen in Härtefällen aufgestockt. Weiter bestehe die Möglichkeit, die Strom- sowie die Gasrechnungen binnen 18 Monaten in Raten zu bezahlen.
 

Klaus Fischer
© 2022 Energie & Management GmbH
Donnerstag, 03.03.2022, 13:03 Uhr

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