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Enerige & Management > Effizienz - Auch die Bundesministerien reduzieren Energieverbrauch
Quelle: Fotolia / Kadmy
EFFIZIENZ:
Auch die Bundesministerien reduzieren Energieverbrauch
Nicht nur Appelle an Bürger und Wirtschaft hat die Bundesregierung parat. Auch in den eigenen Häusern spart sie beim Heizen und Kühlen wegen der hohen Energiepreise und Gasknappheit.
 
Die Bundesregierung will mit gutem Beispiel vorangehen und auf Sparsamkeit setzen. In vielen Ministerien werde bereits die Kühlung heruntergefahren, auch beim Heizen ab Herbst solle gespart werden. Laut Auskunft gegenüber der Deutschen Presseagentur liefen zum Teil noch Prüfungen, wo gespart werden könne.

Das Bundeswirtschafts- und Klimaschutzministerium (BMWK) will nach eigenen Angaben ab Herbst etwa 15 % Heizenergie sparen. Dafür soll nachts die Temperatur länger abgesenkt werden. Aktuell würden klimatisierte Räume nur noch auf bis zu 26 Grad Celsius heruntergekühlt. Dies soll 40 % des Energieverbrauchs vermeiden. Die einzige Ausnahme seien Server- und Technikräume, wo eine stärkere Kühlung aus technischen Gründen unverzichtbar ist.

Das Gesundheits- und das Verteidigungsministerium gaben an, ihre Raumtemperatur auf 22 Grad Celsius eingestellt zu haben. „Bis zu einer Außentemperatur von 30 Grad sind als Innentemperatur 24 Grad eingestellt”, hieß es aus dem Auswärtigen Amt von Annalena Baerbock (Grüne). Ihr Ministerium habe Kälteanlagen abgeschaltet und Solarthermie- beziehungsweise Photovoltaikanlagen auf dem Dach installiert. Für einen besseren Wärmeschutz im Sommer sollen außerdem reflektierende Fensterfolien angebracht werden.

Auch Bundestag beschloss Sparmaßnahmen

Vergangene Woche hatte der Ältestenrat beschlossen, dass die Büroräume für Bundestagsabgeordnete, ihre Mitarbeiter und die Bundestagsverwaltung im Winter nur noch auf 20 statt bisher 22 Grad erwärmt werden sollen. Sorgten die Klimaanlagen bisher im Sommer je nach Außentemperatur für angenehme 24 bis 26 Grad, werden es künftig 26 bis 28 Grad sein.

Der CDU-Energiepolitiker Andreas Jung verlangte generell von den Ministerien ambitioniertes Energiesparen. „Nicht weiter kühlen als bis 26, 27 Grad. Bei Beleuchtung sparen. Beim Heizen sparen, dort wo es geht. Wenn das jedes öffentliche Gebäude macht, kommt was zusammen”, hatte Jung Anfang der Woche im TV-Sender Welt gefordert. Zudem würde dies signalisieren, dass die Lage ernst sei.

Zum Teil liegt die Steuerung in Händen der Beschäftigten

Selbst etwas tun müssen auch die Angestellten des Bundesfamilienministeriums: Da es dort in den Räumlichkeiten weder eine Klimaanlage noch eine zentrale Temperatureinstellung an den Heizkörpern gibt, sei das Haus auf ein klimabewusstes Verhalten seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angewiesen. Diese seien aufgefordert, die Heizung möglichst niedrig einzustellen und bei Abwesenheit die Temperatur weiter herunterzudrehen, sagte eine Sprecherin.

Auch in vielen anderen Dienstgebäuden der Bundesministerien gibt es keine Klimatisierung, zum Beispiel in den Räumlichkeiten in großen Teilen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, in Teilen des Gesundheitsministeriums, des Verteidigungsministeriums oder im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Fernwärme erst dann, wenn Geothermie nicht ausreicht

Im Bundesinnenministerium komme eine energieeffiziente Geothermie-Anlage, die Erdwärme nutzt, zum Einsatz. Erst wenn diese nicht ausreiche, würde man Fernwärme einsetzen, teilte ein Sprecher mit. Zudem sei vor kurzem auf dem Dach des Gebäudes eine Photovoltaik-Anlage installiert worden. Auch eine Reduzierung der Raumtemperatur in der kommenden Heizperiode werde derzeit geprüft.

Sieben der insgesamt fünfzehn Bundesministerien gaben an, ein von der EU entwickeltes Umweltmanagementsystem eingeführt zu haben - oder sie beabsichtigen, dies noch zu tun. Mit diesem System können ökologische und ökonomische Schwachstellen in Organisationen beseitigt sowie Material, Energie und damit Kosten eingespart werden. Dies bestätigten unter anderem die Ministerien für Verkehr, Bildung, Umwelt, Arbeit, Finanzen und Entwicklung sowie das Auswärtige Amt. Einer Sprecherin des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zufolge soll das System bis 2025 in allen obersten Bundesbehörden eingeführt werden.

Zudem gaben das Finanzministerium, das Bildungsministerium sowie das Umweltministerium an, die Warmwasseraufbereitung reduziert beziehungsweise teilweise ausgestellt zu haben. Außerdem sollen nicht sicherheitsrelevante Beleuchtungsanlagen in vielen Ministerien - unter anderem im Innenministerium, Arbeitsministerium und im Finanzministerium - abgestellt werden. Im Auswärtigen Amt werden alte Lampen mit einem hohen Energieverbrauch gegen energiesparende LED-Lampen ausgetauscht.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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Freitag, 15.07.2022, 11:41 Uhr

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