• VIK-Indizes steigen mit den Börsenpreisen
  • Optimierung sektorengekoppelter lokaler Energiesysteme
  • Bayernwerk entwickelt App für Geoinformationssysteme
  • Die Alpengletscher schmelzen
  • Zusammenfassung der deutschen Tagesmeldungen vom 08. Juli
  • Strom: Spot weiter hoch
  • Gas: Leichte Verluste
  • CSU und Freie Wähler als Windkraft-Verhinderer
  • Forschungsministerium pumpt 100 Mio. Euro in Batterieforschung
  • Der lange Weg zum grünen Wasserstoff in Europa
Enerige & Management > Kernkraft - Asse-Auflösung kostet 10 Mrd. Euro
Bild: BfS
KERNKRAFT:
Asse-Auflösung kostet 10 Mrd. Euro
Das marode Atommüll-Lager Asse muss aufgelöst werden. Bei einem Ortstermin der Endlagerkommission kamen auch die Kosten der Rückholung zur Sprache.
 
Eigentlich ging es beim Besuch der Endlagerkommission am 8. Februar darum, den Konflikt über die Frage des Zwischenlagers für den schwach bis mittelstark strahlenden Atommüll aus der Asse beizulegen, betont deren Sprecher. Denn ursprüngliche Überlegungen, die 126 000 Fässer aus dem durch Wassereinbrüche instabilen ehemaligen Salzbergwerk mit in Schacht Konrad einzulagern, sind vom Tisch. Der Vorsitzende der Endlagerkommission Michael Müller äußerte aber bei dieser Gelegenheit auch die „Sorge“ über die Kostenentwicklung für die Rückholung und erneute Einlagerung des Asse-Mülls, die er auf etwa 10 Mrd. Euro schätzt. Eine genaue Untersuchung dazu habe die Endlagerkommission aber nicht durchgeführt, stellt der Sprecher auf Anfrage von E&M Powernews klar.

Die 10 Mrd. Euro ergeben sich demnach durch die Hochrechnung bekannter Zahlen: So sind im Bundeshaushalt für den Betrieb der Asse für das Jahr 2015 110 Mio. Euro angesetzt. Die Rückholung der Fässer soll bis etwa 2065, das heißt, in 50 Jahren abgeschlossen sein, das ergibt bis dahin Betriebskosten von über 5 Mrd. Euro. Dazu kämen die Kosten für die Einlagerung. Hierfür sind etwa bei Schacht Konrad 25 000 Euro/m3 Atommüll veranschlagt. Für die rund 200 000 m3 aus der Asse ergäben sich also Zwischenlagerungskosten von wiederum 5 Mrd. Euro, so ist es auch bereits im Nationalen Entsorgungsprogramm, das Bundesumweltministerin Barbara Hendricks im vergangenen Jahr vorgestellt hatte, angegeben. Doch ist erfahrungsgemäß damit zu rechnen, dass Kosten im Laufe der Jahre steigen, so dass sich letztendlich mehr als die genannten 110 Mrd. Euro ergeben könnten.

Das zeigen auch jüngste Zahlen: Kostete der Betrieb der Asse den Steuerzahler laut den Angaben im Jahr 2013 noch rund 109 Mio. Euro, waren es 2014 bereits gut 114 Mio. und 2015 voraussichtlich fast 117 Mio. Euro. Laut einem Gutachten des niedersächsischen Instituts für Wirtschaftsforschung, das das Bundesamt für Strahlenschutz als Betreiber der Asse angeregt hatte, werden laut einem Bericht des NDR dadurch bundesweit rund 1 700 Jobs gesichert.

Wenzel fordert für Finanzierung Verlängerung der Brennelementesteuer

Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel bezeichnete „die Notwendigkeit der Rückholbarkeit von Atommüll und langfristige Möglichkeiten zur Fehlerkorrektur“ als „entscheidende Lehren“ aus den Erfahrungen mit der Schachtanlage Asse, die jahrzehntelang als „billige atomare Müllkippe“ genutzt worden sei. Er hält es für notwendig, das dafür notwendige technische Wissen sehr langfristig vorzuhalten. „Auch alle Daten über den Atommüll sollten sorgfältig und zeitnah in einer öffentlich geführten und kontrollierten Datenbank aufbewahrt werden", so Wenzel. Zudem müsse die Finanzierung der Atommüll-Lagerung für sehr lange Zeiträume sichergestellt werden. Daher fordert der Landesumweltminister, die Brennelementesteuer nicht, wie geplant, zum Ende des Jahres auslaufen zu lassen. Vielmehr sollte sie bis um Ende der Laufzeit der AKW verlängert werden, unterstreicht Wenzel.

Eine Infografik zu den Kosten der Asse findet sich unter:
www.asse.bund.de/SharedDocs/Downloads/Asse/DE/asse-einblicke/asse-einblicke-28.pdf?__blob=publicationFile&v=3  
 

Angelika Nikionok-Ehrlich
Redakteurin
+49 (0) 170 2383219
eMail
facebook
© 2020 Energie & Management GmbH
Mittwoch, 10.02.2016, 16:52 Uhr

Mehr zum Thema