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Enerige & Management > IT - Apps für die Zählerablesung
Bild: Fotolia.com, topae
IT:
Apps für die Zählerablesung
Die klassischen Geräte für die mobile Datenerfassung (MDE-Geräte) bekommen Konkurrenz durch die Smartphones. Spezielle Programme dafür können jetzt die Prozesse in Stadtwerken unterstützen.
 
Einer der Gründe, Smartphones statt der MDE-Geräte einzusetzen, ist der Preis: Für ein professionelles Gerät zur mobilen Datenerfassung liegt er im vierstelligen Bereich, ein Smartphone ist ab einigen 100 Euro zu bekommen. Allerdings verweisen Fachleute auch darauf, dass die smarten Telefone wegen der ständigen Verbindung zum Internet leichter angreifbar sind. Dafür sind mit diesen Geräten Dank der Zusatzprogramme, der Apps, mehr Aufgaben zu bewältigen als mit den MDE-Geräten.

Das Beratungs- und IT-Unternehmen BTC, Oldenburg, hat zwei Apps für Stadtwerke entwickelt, die diese bei Prozessen rund um die Zählerauslesung und um den Gerätewechsel unterstützen sollen. Die Programme gibt es für das Betriebssystem Android, sie können auf mobilen Telefonen oder Tablet-Computern eingesetzt werden. Weil sie mit dem Internet verbunden sind, muss der Mitarbeiter seine Unterlagen vor Dienstantritt nicht erst im Stadtwerk zusammensuchen, sondern kann sich von unterwegs Aufträge, Adressdaten und Vertragspartner-Informationen auf sein mobiles Endgerät laden. Dazu kommuniziert die App mit der SAP-Software im Unternehmen. Die abgelesenen Zählerstände gehen auf dem gleichen Weg zurück in das Abrechnungssystem des Versorgers und können sofort auf Plausibilität geprüft werden.

Weil die Handys mit einem GPS-System ausgerüstet sind, können die Programme auch die Routen zum Zielort bzw. die Laufwege darstellen. Zur App gehören nach Angaben der Entwickler auch ein Barcode-Scan und eine Fotodokumentation. Im Vergleich zu einem Papierdokument oder zur Erfassung von Verbrauchsdaten mit MDE-Geräten werden mit Smartphone und App Einlesefehler sofort erkannt, außerdem reduziert die Online-Übertragung Fehler und vermeidet doppelte Besuche beim Kunden.

Programm-Verbund optimiert Prozesse

Das zweite Programm, das BTC entwickelt hat, ist die so genannte Gerätewechsel-App. Sie kann sowohl beim turnusmäßigen Wechsel von Zählern eingesetzt werden als auch beim Einbau von Smart Metern. Bei der Installation dieser elektronischen Messgeräte hilft wieder die Verbindung des Smartphones zum Internet: Während bei der traditionellen Installation eines Smart Meters keine Möglichkeit besteht, eine Datenverbindung zum Versorger und zur Software SAP IS-U aufzunehmen, kann der Techniker mit dem Smartphone – noch während er sich beim Endkunden befindet – prüfen, ob das digitale Messgerät funktionsfähig ist und mit dem Software-System kommunizieren kann.

Auf Basis der neuen App-Technologie ist es zudem möglich, die Prozesse rund um den Gerätewechsel zu optimieren. Dazu bietet BTC weitere Programme, zum Beispiel für die Terminplanung des Turnuswechsels der Zähler an. Mit einer Kombination von Programmen lassen sich der Turnuswechsel planen, Serienbriefe für die Terminvereinbarung an die Kunden verschicken und die Kontakte und Rückmeldungen inklusive Beschwerden nachbearbeiten und auswerten. So werden etwa automatisch über die Software die vereinbarten Uhrzeiten an den zugewiesenen Monteur übertragen. Die Auswertungsfunktion erlaubt Antworten auf Fragen wie: „In welchem Stadtteil gibt es die meisten Rückläufer? In welchen Stadtteilen werden Termine am Nachmittag bevorzugt wahrgenommen? Wie oft muss ein Termin geplant werden, bevor der Wechsel durchgeführt werden kann?“ Die IT-Spezialisten entwickeln derzeit weitere Apps zu Themen wie elektronische Zeiterfassung und mobiles Inkasso.

Angewendet werden Smartphones und Zähler-App seit April 2013 bei den Stadtwerken Ludwigsfelde. Man entschied sich dafür, als die Umstellung des zentralen Software-Systems auf SAP IS-U anstand. Dabei wäre auch eine Anpassung der MDE-Geräte notwendig geworden. Laut Daniela Oberländer, Leiterin Shared Service bei dem Stadtwerk, will keiner der Mitarbeiter, die sich heute mit dem Smartphone auf den Weg zu den Kunden macht, mehr zu alten Verhältnissen zurück.

 

Armin Müller
Redakteur
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Montag, 30.09.2013, 10:41 Uhr

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