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Enerige & Management > Stromnetz - Amprion bleibt auf Investitionskurs
Bild: Fotolia.com, lekcets
STROMNETZ:
Amprion bleibt auf Investitionskurs
Der Übertagungsnetzbetreiber Amprion stockt sein Milliarden-Investitionsprogramm für die nächsten zehn Jahre auf und sieht es durch Corona nicht beeinträchtigt.
 
„Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen ist es wichtig, unser Energiesystem klimafreundlich, sicher und kostengünstig weiterzuentwickeln“, sagte Hans-Jürgen Brick, Vorsitzender der Geschäftsführung der Amprion GmbH in Dortmund. Auch wenn andere Themen mit Blick auf die Corona-Pandemie derzeit drängender erscheinen, bleibe die Frage relevant, wie die Dekarbonisierung in Deutschland gelinge.

Das Dortmunder Unternehmen will aktiv zum Gelingen beitragen und in den nächsten zehn Jahren mehr als 15,2 Mrd. Euro in den Um- und Ausbau seines Netzes investieren. Das geplante Investitionsvolumen wurde seit dem vergangenen Jahr noch einmal deutlich aufgestockt.

Der rasche Netzausbau sei für den umweltverträglichen Umbau des Energiesystems dringend erforderlich, bekräftigte Brick. Die Steigerung der Investitionen werde nicht linear verlaufen, sondern erst zum Ende der genannten Periode einen steileren Verlauf nehmen.

Als Beispiel für eine große Investition nannte Brick bei einer Telefonkonferenz mit Journalisten die Nord-Süd-Transportverbindung Ultranet, die im Plan sei und voraussichtlich 2024 fertiggestellt werden soll. Amprion habe dabei zwar über die Jahre Zeit verloren, zuletzt seien jedoch große Hürden genommen worden. Brick betonte besonders, wie wichtig eine „umfassende Bürgerbeteiligung“ für das Gelingen des Energiesystemumbaus sei. Insgesamt arbeite Amprion derzeit an über 500 Netzausbauprojekten.

Die Folgen der Corona-Krise im Amprion-Netz waren nach Aussagen des Geschäftsführers bislang sicher zu bewältigen. Der Betrieb des Netzes laufe stabil. Die zurückgegangene Last wirke sich sogar entspannend auf den Netzbetrieb aus. Insgesamt sei ein Rückgang von 6 bis 8 % seit Beginn der Krise zu verzeichnen.

Zur Sicherung der Versorgung sei ein Stufenplan in Kraft, der besonderes Augenmerk auf den Gesundheitsschutz der Mitarbeiter lege und gleichzeitig die „maximale Sicherheit für Prozesse der Betriebsführung“ im Blick habe, so Brick. Amprion sei damit auf eine mögliche Verschärfung der Situation vorbereitet. Brick äußerte sich optimistisch, die derzeitigen Sicherheitsanforderungen nicht weiter verschärfen zu müssen.

Zudem geht er davon aus, dass die bislang wenigen coronabedingten Verzögerungen beim Netzausbau ausgeglichen werden könnten. „Die Bauarbeiten ruhen nicht und gehen weiter“, sagte er.
 

Peter Focht
Redakteur
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Mittwoch, 08.04.2020, 16:49 Uhr

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