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Enerige & Management > Politik - "Ampelkoalition setzt Zeichen für die Zukunft"
Quelle: Fotolia / JFL Photography
POLITIK:
"Ampelkoalition setzt Zeichen für die Zukunft"
In der Energiebranche sind die Ankündigungen aus dem Koalitionsvertrag der künftigen Ampelkoalition überwiegend positiv bewertet worden. 
 
Das sagt die Energiebranche zum Koalitionsvertrag zwischen SPD, Grünen und FDP:

Michael Ebling, Präsident des Verbandes Kommunaler Unternehmen (VKU): „Die Ampel stellt die Weichen in Richtung ambitionierten Klimaschutz. Das ist gut so. Die neue Regierung will Tempo machen, beim Ausbau der Erneuerbaren Energien, beim Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft in allen Sektoren und beim Energiemarktdesign. Die Wärmeversorgung soll schnell klimaneutral und dafür technologieoffen gestaltet werden – auch mit Hilfe von Wasserstoff. Neue H2-ready Gaskraftwerke sollen Versorgungssicherheit garantieren. Das sind die richtigen Schwerpunkte, nun müssen schnell konkrete Maßnahmen vereinbart werden, damit die notwendigen Investitionen gesichert erfolgen.“


Stefan Thimm, Geschäftsführer des Bundesverband der Windparkbetreiber Offshore (BWO):  „Die geplante Anhebung der Offshore-Ausbauziele ist ein mutiger und richtiger Schritt. Die neue Ampelkoalition setzt mit dem vorliegenden Koalitionsvertrag ein Zeichen für die Zukunft. Jetzt gilt es, schnellstmöglich an die Umsetzung zu gehen. Die Offshore-Windparkbetreiber stehen bereit. Um den Ausbau kurzfristig derart zu beschleunigen, muss umgehend ein Dialog mit allen beteiligten Akteuren geführt werden. Die Liste der zu bearbeitenden Themen reicht von der Flächenkulisse über Fragen den des Marktdesigns bis hin zu Planungs- und Genehmigungsfragen. Für die Beschleunigung des Ausbaus müssen jetzt alle Hebel in Bewegung gesetzt werden.“ 

Tim Meyerjürgens, CEO des Übertragungsnetzbetreibers Tennet: „Damit der vorgezogene Kohle-Ausstieg auch in der Praxis gelingt, müssen schnell die richtigen Pflöcke eingeschlagen werden: Der Turbo muss nicht nur beim Erneuerbaren-Ausbau eingelegt werden – auch der Ausbau und die Optimierung der Netze müssen deutlich schneller erfolgen. Was wir dafür brauchen, sind entschlackte, moderne Planungs- und Genehmigungsverfahren genauso wie politische Unterstützung auf allen Ebenen und vor Ort. Es ist gut, dass sich die Koalitionäre diese zentralen Punkt schonmal ins Lastenheft geschrieben haben.“

Ralf Diemer, Geschäftsführer der eFuel Alliance: „Der Koalitionsvertrag springt hinsichtlich eines möglichst schnellen industrialisierten Hochlaufs von synthetischen Kraftstoffen, sogenannte eFuels, zu kurz. Zwar werden nicht definierte Quoten für die Schifffahrt und die Luftfahrt unterstützt und breite staatliche Programme für den Einstieg in die Wasserstoffwirtschaft angekündigt – aber bei den ganz entscheidenden Fragen im Hinblick auf die unmittelbar bevorstehenden Entscheidungsprozesse im Rahmen des Fit for 55 Pakets in Brüssel bleibt der Koalitionsvertrag vage, teilweise unverständlich oder unvollständig.“ 

Stephan Albers, Geschäftsführer des Bundesverbandes Breitbandkommunikation (BREKO): „Der Koalitionsvertrag von SPD, Grüne und FDP setzt die richtigen Akzente für den weiteren Glasfaserausbau in Deutschland. Wir begrüßen es sehr, dass die neue Regierung endlich ein klares Glasfaserziel festlegt. Das klare Bekenntnis der Koalition für den Vorrang des eigenwirtschaftlichen Ausbaus vor staatlichen Eingriffen ist ein positives Signal an alle Investoren und Unternehmen, die in den Glasfaserausbau in Deutschland investieren.“

Sandra Rostek, Leiterin des Hauptstadtbüro Bioenergie: „Wenngleich eher knapp gehalten, begrüßen wir die explizite Ankündigung der Ampelkoalition, der Bioenergie in Deutschland eine neue Zukunft zu geben. Die angestrebte Biomassestrategie ist längst überflüssig. Mit den richtigen Rahmenbedingungen werden wir Seite an Seite mit den anderen Erneuerbaren in den nächsten Jahren wichtige Schritte unternehmen, um dem Klimawandel Einhalt zu gebieten.“

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH): „Der große Fortschritt beim Klimaschutz liegt im Energiesektor. Mit dem Kohleausstieg 2030 und dem massiven Ausbau der Erneuerbaren Energien werden die Weichen gestellt, um in diesem Sektor die Klima-Ziele von Paris zu erreichen. Es braucht jetzt allerdings ein ambitioniertes Sofortprogramm in den ersten 100 Tagen, damit diese Projekte auch ausreichend schnell und energisch umgesetzt werden. Der Einstieg in den Erdgasausstieg muss dadurch vorbereitet werden, dass Gaskraftwerke nur noch auf begrenzte Zeit zugelassen werden und grundsätzlich auf grünen Wasserstoff umrüstbar sein müssen.“

Werner Lutsch, Geschäftsführer des AGFW: „Aus Sicht der Branche haben die Herausforderungen deutlich zugenommen, denn einmal mehr wurden neue Ziele auf dem Papier ausgehandelt. Allein der nochmals vorgezogene Kohleausstieg und die hohen erneuerbaren Ziele im Wärmemarkt erfordern von den Unternehmen große Anstrengungen und bedürfen geeigneter Instrumente und substantieller Anreize.“
 
 

Peter Koller
Redakteur
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Mittwoch, 24.11.2021, 16:44 Uhr

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