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Enerige & Management > Startklar - Am richtigen Startpunkt der Customer Journey
Bild: E&M
STARTKLAR:
Am richtigen Startpunkt der Customer Journey
In unserer Rubrik Startklar stellen wir regelmäßig Start-ups aus der Energiewirtschaft vor. Dieses Mal: "uGad" aus Heidelberg.
 
Neu in der Energiewirtschaft sind Peter Ruwe und seine Mitarbeiter nicht. Den Vertrieb und die Abrechnung kennen sie zum Teil aus Callcentern bei großen Energieversorgern. Ruwe selbst ist seit 2008 Geschäftsführer der BPD Consulting in Heidelberg. „Wir hatten immer wieder Anfragen und führen seit 2014 Abrechnung, Service und Vertrieb für Energieversorger durch“, erklärt der Chef und Gründer. Zu den Kunden gehört beispielsweise der Stadtwerke Energie Verbund mit Sitz im westfälischen Kamen.

Auch wenn sie schon einige Jahre im Beruf und in unternehmerischer Verantwortung sind, fühlen sich er und seine Kollegen im digitalen App-Geschäft trotzdem wie in einem richtigen Start-up. „Mit unserem neuen Geschäftsmodell sind wir bei uGad ein Start-up“, stellt Ruwe klar. Es ist ein Start-up und gleichzeitig eine Marke, die von der "bpis UG" getragen wird. Die Firma ist bereits als Messstellenbetreiber registriert und soll im Laufe dieses Jahres zu einer GmbH mit dann insgesamt sechs Gesellschaftern umgewandelt werden.
 
Peter Ruwe, Geschäftsführer der BPD Consulting und bpis UG sowie Gründer von "uGad". Bild: BPD

Die Geschäftsidee ist einfach: Es geht um eine neue Marke, die „uGad“ heißt, über deren App der Energievertrieb genau dort möglich sein soll, wo ihn der Kunde gerade braucht. Beispielsweise bei einer Wohnungsübergabe. Hier spielt aus Ruwes Sicht die Digitalisierung bisher kaum eine Rolle: „Der Vermieter geht mit einer Kladde durch die Wohnung, schreibt ein Übergabeprotokoll auf Papier und erinnert den neuen Mieter daran, noch mit dem Stadtwerk über einen Stromvertrag zu sprechen.“

Der Vermieter informiert gleich über mögliche Tarife

Was wäre, wenn der Vermieter sozusagen stellvertretend für das Stadtwerk gleich ein Angebot machen oder über verschiedene Tarifoptionen informieren könnte? Der Antrag beim Stromnetzbetreiber oder auch der Antrag für den Breitbandanschluss an den Telekommunikationsanbieter könnten aus einer Hand kommen. Marketingstrategen würden sagen: Es geht um den richtigen Startpunkt der Customer Journey.

Auch Elektromobilisten sollen an diesen Punkt kommen. „Wenn sich jemand bei einem Händler über E-Autos informiert, will er wissen, wo er in welchem Netzwerk laden kann, woher dieser Strom kommt und wie er vielleicht noch die eigene PV-Anlage einbinden kann“, erläutert Ruwe. Ein erstes Projekt, in dem eine Vertriebslösung für solche Situationen entwickelt wird, läuft gerade mit GGEW, dem kommunalen Energieversorger von der hessischen Bergstraße.

Seit Herbst 2017 arbeiten die Heidelberger an ihrer Marke und ihrem Geschäftsmodell. Initialzündung war die Einführung des Start-up-Inkubators „Freischwimmer“ der Technischen Werke Ludwigshafen. Eingezogen sind sie im dortigen Gründerzentrum letztlich nicht. Ihre Idee haben sie aber seither weiterentwickelt und wollen "uGad" künftig auch verstärkt Immobiliengesellschaften anbieten. Diese hätten dann eine Plattform, die – als White-Label-Lösung – als Grundlage für weitergehende Partnerschaften mit Energieversorgern dienen könnte.

Wer hat den Fleck ins Parkett gemacht?

Neben der energiewirtschaftlichen Komponente könnten allerdings auch versicherungsrelevante Daten und Fakten festgehalten und gespeichert werden. „Dann ist bei jeder Wohnungsübergabe klar, ob die Flecken im Parkett schon beim Vormieter vorhanden waren oder wann beispielsweise der jüngste Fleck hinzugekommen ist“, erläutert Ruwe.

„Durch den Einsatz der Low-Code-Plattform Simplifier kann die Applikation von jedem software-affinen PC-Anwender prozessual, funktional und layout-technisch angepasst werden“, verspricht eine Broschüre.

Seit dem ersten Quartal dieses Jahres ist die IT-Lösung auf dem Markt. In einem zweiten Schritt wird nun die App für den Endkunden-Download zur Verfügung stehen und die Integration zum Netzbetreiber, beispielsweise für die Anträge zur eigenen E-Ladestation, erweitert werden.
 

Fritz Wilhelm
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Freitag, 03.08.2018, 16:55 Uhr

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