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Enerige & Management > Windkraft Onshore - Am Ort der Halterner Havarie soll eine neue Windturbine entstehen
Quelle: Fotolia / John
WINDKRAFT ONSHORE:
Am Ort der Halterner Havarie soll eine neue Windturbine entstehen
Nach der Halterner Havarie einer Nordex-Turbine im September 2021 halten die Betreiber der Anlage am Windenergiestandort fest. Ein Genehmigungsverfahren für den Neubetrieb läuft.
 
Die Ursache für den Einsturz einer neuen Windkraftanlage im westfälischen Haltern im September 2021 bleibt ungeklärt. Ungeachtet der laufenden Ermittlungen wollen die Betreiber RAG Montan Immobilien GmbH (RAG MI) und die Stadtwerke Haltern GmbH an dem Standort festhalten.

Im neuen Jahr erinnert kaum noch etwas an die Folgen des Einsturzes vom Abend des 29. September. Von dem Turmtorso, der nach der Havarie im Waldgebiet Hohe Mark noch 40 Meter in die Luft ragte, ist nichts mehr übrig. Wie Nordex-Sprecher Felix Losada auf Anfrage unserer Redaktion mitteilte, holen Baufirmen aktuell die letzten Reste des Fundaments aus der Erde, um es zu zerkleinern und abzutransportieren.

Genehmigungsverfahren für Nachfolge-Anlage laufen

Laut Losada will die Beteiligungsgesellschaft Windrad Haltern AV 9 GmbH, in der RAG MI und die Halterner Stadtwerke Gesellschafter sind, an der Stelle des Unglücks eine neue Nordex-Turbine errichten. Die entsprechenden Genehmigungsverfahren seien auf den Weg gebracht. Die havarierte Anlage vom Typ N149 mit einer Kapazität von 4,5 MW und einer Gesamthöhe von knapp 239 Metern sollte am Tag nach dem Einsturz offiziell in Betrieb genommen werden. Sie war erst im März 2021 in Betrieb gegangen. RAG MI und Stadtwerke investierten 10,8 Mio. Euro in das Ökoprojekt.

Aufgeschreckt von dem Vorfall, hatte Nordex sämtliche baugleichen Anlagen in Deutschland vorsorglich außer Betrieb genommen oder nicht weitergebaut. Das sind 22 an der Zahl, eine davon liegt in unmittelbarer Nähe der zerstörten Nordex und bildet mit der lädierten Nachbarin den Windpark AV 9. Zusammen sollten die Anlagen im Jahr 23,8 Mio. kWh Grünstrom produzieren.

Auf Turm, Rotorblätter, Maschinenhaus und Getriebe der Anlage haben externe Gutachter für ihre Untersuchungen weiter Zugriff. Erst wenn die Ergebnisse der gutachterlichen Arbeit zum Halterner Unglück vorliegen, soll über alle deutschen Standorte mit N149 eine Entscheidung fallen. „Parallel werden in Absprache mit externen Gutachtern, Behörden und Betreibern weitere umfangreiche Sicherheitsinspektionen an allen baugleichen Anlagen durchgeführt“, so Nordex-Sprecher Losada.

Entsprechend liegt auch der Windpark Jüchen im rheinischen Braunkohlerevier weiter auf Eis. Das gemeinsame Projekt des Energiekonzerns RWE, der Stadt Jüchen und des Mönchengladbacher Versorgers NEW fiel durch die Halterner Ereignisse während der Inbetriebnahme am 1. Oktober 2021 in den Dornröschenschlaf. An einer der insgesamt sechs Anlagen war im August ein Schaden am Turm aufgetreten. Im Lichte der Halterner Ereignisse baute Nordex diese Anlage bis auf einen Teil des Turms zurück.
 

Volker Stephan
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Donnerstag, 13.01.2022, 08:51 Uhr

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