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Enerige & Management > Geothermie - Alte Zeche liefert Wärme und Kälte für Bochumer Quartier
Quelle: Stadtwerke Bochum
GEOTHERMIE:
Alte Zeche liefert Wärme und Kälte für Bochumer Quartier
Das Gewerbegebiet in Bochum-Laer soll mithilfe von Grubenwasser mit Wärme und Kälte versorgt werden. Die erste Geothermiebohrung hat den Stollen der alten Zeche Dannenbaum erreicht.   
 
Auf dem ehemaligen Opel-Gelände im Bochumer Stadtteil Laer entsteht seit einigen Jahren das Gewerbegebiet "Mark 51°7". Das Projekt hebt sich vorrangig durch sein Energiekonzept ab. Die Wärme- und Kälteversorgung soll künftig zum großen Teil mittels Grubenwasser sichergestellt werden. Die Stadtwerke Bochum konnten mit ihrem Tochterunternehmen FUW GmbH nun die erste Geothermiebohrung in rund 340 Meter Tiefe erfolgreich abschließen, teilte der Versorger am 9. Februar mit.

Der alte Stollen der ehemaligen Zeche Dannenbaum ist somit erreicht. Jetzt wird geprüft, ob von dort, wie geplant, Grubenwasser zutage gefördert werden kann. Parallel werde die zweite Bohrung gestartet, die eine Tiefe von rund 820 Meter erreichen soll. Das Geothermieprojekt ist vor mehr als vier Jahren gestartet. Für die Umsetzung des gesamten Arealkonzeptes gründeten die Stadt sowie die Stadtwerke Bochum die Entwicklungsgesellschaft "Bochum Perspektive 2022".

Die FUW hat gemeinsam mit der Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geothermie (IEG) das Wärme- und Kältekonzept des neuen Standorts entwickelt. Die Partner haben insbesondere die Machbarkeit in einer wissenschaftlichen Vorstudie geklärt und setzen jetzt mit der Bohrfirma MND Drilling das Bohrkonzept um.

Die Bohranlage soll die ehemalige Steinkohlezeche Dannenbaum und das dort vorhandene Grubenwasser über zwei Bohrungen erschließen. Für die Wärmeversorgung soll das rund 30 Grad Celsius warme Grubenwasser der ehemaligen Zeche zutage gefördert, über Wärmepumpen auf rund 45 Grad Celsius erwärmt und anschließend in das Netz abgegeben werden. Auch für die Kälteversorgung der entstehenden Immobilien wird das Grubenwasser genutzt. Dafür wird aus einer Tiefe von etwa 340 Metern etwa 18 Grad Celsius "kaltes" Wasser gefördert.

Abdeckung von 75 % des Wärme- und Kältebedarfs

Das Energiepotenzial des Grubenwassers kann Prognosen zufolge mehr als 75 % des Wärme- und Kältebedarfs der angeschlossenen Abnehmer decken. Der verbleibende Wärmebedarf wird aus dem Fernwärmenetz der FUW gedeckt. Kältemengen, die an sehr heißen Tagen zusätzlich erforderlich sind, werden über konventionelle Kälteanlagen an das Kältenetz des Areals "Mark 51.7" übergeben.

Sobald beide Bohrungen erfolgreich abgeteuft sind und auch die geplante Verfügbarkeit des Grubenwassers durch Pumpversuche überprüft ist, wollen die Stadtwerke die dazugehörige Energiezentrale fertigstellen. Diese dient dazu, die im Grubenwasser enthaltene Wärme- und Kälteenergie mittels Wärmepumpentechnik auf die für die Versorgung der Kunden erforderlichen Temperaturniveaus zu bringen.

Dank der Nutzung der nachhaltigen und erneuerbaren Energiequelle des Grubenwassers werden klimaschädliche Treibhausgasemissionen, verglichen mit einer konventionellen Wärme- und Kälteversorgung mit Erdgasbetrieb und elektrischen Kompressionskältemaschinen, in Summe von rund 3.200 Tonnen pro Jahr reduziert, teilte der Versorger weiter mit.

Auf der Stromseite stellt der Versorger aus zwei Umspannwerken elektrische Leistung bereit, sodass ausreichend Reserven, zum Beispiel für den Aufbau einer Ladeinfrastruktur für Elektroautos, vorhanden sind. Auf dem Gelände wird zudem eine Glasinfrastruktur geschaffen, um den Standort für Industrie und Mittelstand entsprechend attraktiv zu machen.

Das Gelände des ehemaligen Bochumer Opel-Werks, das von der Bochum Perspektive GmbH aufbereitet wird, ist laut Auskunft der Stadtwerke Bochum bereits zu 96 % vermarktet. Das Land Nordrhein-Westfalen fördert die Revitalisierung des Areals mit insgesamt knapp 65 Mio. Euro. Die Stadtwerke Bochum investieren rund 17 Mio. Euro.
 

Heidi Roider
Redakteurin und Chefin vom Dienst
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