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Enerige & Management > Wasserstoff - Alpiq plant 10-MW-Elektrolyseur am Zürichsee
Quelle: Zukunft Gas/Ilja C. Hendel
WASSERSTOFF:
Alpiq plant 10-MW-Elektrolyseur am Zürichsee
In der Schweiz plant Alpiq zusammen mit Partnern den Bau eines 10-MW-Elektrolyseurs. Auch die Abwärme soll genutzt werden. Der Wasserstoff kommt im Schwerlastverkehr zum Einsatz.
 
Nichts weniger als "einen neuen Meilenstein" wollen die drei Partnerunternehmen setzen. Im ehemaligen Unterwerk der EW Höfe AG in Freienbach, 33 Kilometer südöstlich von Zürich, planen sie den Bau der größten Schweizer Produktionsanlage für grünen Wasserstoff. Sie soll im Endausbau eine Kapazität von bis zu 10 MW erreichen und ab Ende 2022 rund 1.000 bis 1.200 Tonnen pro Jahr produzieren. 

Die Anlage wird netzgebunden sein und der Strom ausschließlich aus Erneuerbaren stammen, wie die Partner versichern. An vorderster Stelle dürfte dabei die Wasserkraft zum Einsatz kommen. Zum Hintergrund: Etwa 58 % der Stromproduktion in der Schweiz werden laut des Verbands Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen durch Wasserkraftwerke erzeugt − 25 % durch Laufwasser- und 33 % durch Speicherkraftwerke.

Schwerpunktmäßig soll der produzierte Wasserstoff dem Mobilitätssektor zunutze kommen, insbesondere im Schwerlastverkehr. Über eine Pipeline wollen die Partner den Wasserstoff von der Produktionsstätte in die rund drei Kilometer südlich von Freienbach gelegene Autobahnraststätte Fuchsberg transportieren. Der Tankstellen- und Energiedienstleister Socar Energy Switzerland plant dort der gemeinsamen Unternehmensmitteilung zufolge den Bau von Wasserstofftankstellen in beiden Fahrtrichtungen. Maximal 200 Brennstoffzellen-Elektronutzfahrzeuge sollen dann mit dem grünen Wasserstoff versorgt werden. Die Partner erhoffen sich davon eine jährliche Einsparung von 14.000 Tonnen CO2 gegenüber dem Einsatz von Diesel-Lkw.

Abwärme für 1.300 Haushalte

Außerdem sehen die Unternehmen auf der Raststätte den Bau einer Abfüllanlage vor. Der nicht direkt vor Ort abgesetzte Wasserstoff soll so anderen Wasserstofftankstellen der Schweiz zugute kommen. Diese entstehen aktuell in einem sektorübergreifenden Wasserstoffmobilitätsprojekt der Unternehmen Hyundai Hydrogen Mobility, Hydrospider und H2 Mobilität Schweiz. 1.600 Brennstoffzellenlaster samt Infrastruktur wollen sie bis 2025 in der Schweiz etablieren. 

In einer zweiten Projektphase wollen Alpiq, EW Höfe und Socar Energy Switzerland die Abwärme, die bei der Wasserstoffproduktion in Freienbach anfällt, ebenfalls nutzen. Sie soll in das neu entstehende regionale Fernwärmenetz der Energie Ausserschwyz AG eingespeist werden. Wie die Partner mitteilen, können mit der Abwärme jährlich bis zu 1.300 Haushalte in den Bezirken Höfe und March mit Wärme versorgt werden. Auch eine Beimischung von Wasserstoff in das bestehende Gasverteilnetz der EW Höfe wollen die Kooperationspartner prüfen. Sie sehen das Gasnetz als "ideale Infrastruktur, um erneuerbare Energien in den Wärmemarkt zu bringen".

In speziellen Informationsveranstaltungen wollen die Partner die Öffentlichkeit für das geplante Projekt sensibilisieren und alle Fragen rund um den Wasserstoff beantworten. 
 

Davina Spohn
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