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Enerige & Management > Veranstaltung - Allianz aus Politik und Industrie auf dem BDEW-Kongress angemahnt
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VERANSTALTUNG:
Allianz aus Politik und Industrie auf dem BDEW-Kongress angemahnt
Für die Energiewende sollten Politik und Wirtschaft eine enge Allianz eingehen, mahnte BDEW-Chefin Kerstin Andreae auf dem Jahreskongress des Verbandes in Berlin.
 
Am 15. und 16. September treffen sich Vertreter von Politik und Energiewirtschaft in Berlin auf dem Kongress des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Zur Eröffnung sprach die Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des BDEW, Kerstin Andreae, zum Motto des Kongresses: „Wir erreichen mehr“. Sie forderte weniger Gegeneinander einzelner Wirtschaftszweige und politischer Parteien und mehr Allianzen. „Es genügt nicht länger eine gegenseitige Schuldzuweisung, wir müssen gemeinsam handeln“, appellierte sie.

Es gehe um eine Allianz mit der Industrie, um Perspektiven für klimaneutrale Erzeuger und Verbraucher zu bündeln. Auch eine Allianz mit den Umweltverbänden sei nötig für Glaubwürdigkeit, das sei möglich, wie die Wasserwirtschaft beweise. Auch mit dem Handwerk sei eine Allianz erforderlich, weil dessen Fachkräfte die Energie- und Wärmewende umsetzen. Der Mittelstand sei ebenfalls gefordert, zum Beispiel Ladepunkte für E-Mobilität in den Unternehmen auszurollen. „Ein klimaneutrales Deutschland und Europa ist Versprechen und Riesenchance für die Zukunft“, sagte Andreae.

Gas im Fokus behalten

Sie appellierte an die künftige Bundesregierung und die EU, Gas nicht auszuschließen aus dem künftigen Energiekonzept. „Wir brauchen mehr Tempo beim Ausbau der erneuerbaren Energie, mehr Flächen und schnellere Genehmigungen“, sagte die BDEW-Chefin. Außerdem mahnte sie mehr Tempo beim Ausbau der Netzinfrastruktur an.

Die Wärmewende sei mit Wärmepumpen allein nicht zu schaffen, Fern- und Nahwärmenetze seien auch auszubauen und das Gasverteilnetz zu nutzen, das später mit klimaneutralem Wasserstoff betrieben werden könnte. „Es wäre volkswirtschaftlicher Unsinn, auf 550 Kilometer Gasnetz zu verzichten, das Millionen Haushalte aber auch 1,8 Millionen Mittelständler versorgt“, mahnte
Andreae. 

Energiewirtschaft will sich einbringen für Klimaschutz

„Energieunternehmen und Politik müssen besser zusammenarbeiten als in den letzten Jahren“, sagte Entega-Vorstandsvorsitzende Marie-Luise Wolf. Sie nannte die Energiewende einen „stotternden Motor der nicht genug geschafft hat“. Es sei kein früherer Kohleausstieg möglich ohne den Ausbau der erneuerbaren Erzeuger. Die Strompreise stiegen, hätten sich 2021 schon verdoppelt, auch die Gaspreise gingen nach oben. „Wir haben bereits Strommangel, darum steigen die Preise“, sagte Wolf.

Die Wärmewende scheitert nach ihrer Auffassung an zu großer Bürokratie, KfW-Anträge für Heizungsumstellung und Sanierungen müssten vereinfacht werden, damit schneller Fortschritte erreicht würden. Von der künftigen Bundesregierung erhofft sie sich eine bessere Einbeziehung der Verbände, sonst entstünden weiter Gesetze, die monatelange Reparaturen benötigten.

Einigkeit in der Politik nötig

Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesumweltministerium, klagte, dass in der aktuellen Legislaturperiode das Umweltministerium jeden Schritt gegen die Union und einige Ministerpräsidenten erkämpfen musste. Für den schnelleren Ausbau erneuerbarer Energieerzeugung brauche es Fortschritte im Umweltrecht für Genehmigungen aber auch die „Abschaffung bekloppter pauschaler Abstandsregeln“, sagte Flasbarth.

Er will einen geschlossenen Politikansatz für die Flächenbereitstellung und schnellere Genehmigungen für erneuerbare Energieanlagen. „Die Unternehmen erwarten Wege zur Klimaneutralität, das ist neu und muss erfüllt werden“, skizzierte er die künftigen Aufgaben der neuen Bundesregierung.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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Mittwoch, 15.09.2021, 11:30 Uhr

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