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Bild: Fotolia, vencav
REGENERATIVE:
Agora Energiewende mahnt Ausbauoffensive an
Die Denkfabrik Agora Energiewende stellt im Jahresrückblick fest, dass nur mit beschleunigtem Ausbau erneuerbarer Erzeugung Deutschland weiter seine Klimaschutzziele erreichen kann.
 
Zwei Drittel der Treibhausgasminderung im Jahr 2020 waren Corona-Effekte, nur so sei es Deutschland gelungen, sein Klimaschutzziel von 40 % weniger CO2 gegenüber 1990 zu erreichen, stellt Agora Energiewende im Jahresrückblick fest. „Echte Klimaschutzeffekte hat es 2020 nur im Stromsektor gegeben, denn hier geht die CO2-Minderung auf den Ersatz von Kohle durch Gas und erneuerbare Energien zurück“, sagte Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende.

„Für 2021 rechnen wir daher in Summe mit mehr Emissionen. Nur durch schnelles klimapolitisches Handeln kann man dem entgegensteuern“, mahnte Graichen an. Das Plus beim Anteil der erneuerbaren Energien gehe zu zwei Dritteln auf ein gutes Windjahr sowie auf eine gestiegene Produktion von Windkraft auf See zurück und zu einem Drittel auf die Photovoltaik. Diese profitierte sowohl von einem guten Solarjahr als auch von einem Zubau in Höhe von 4.400 MW im Jahr 2020. Mit einer Produktion von 51 Mrd. kWh lieferte Solarenergie erstmals mehr Strom als die Steinkohle (42,5 Mrd. kWh).

Erneuerbare Stromerzeugung forcieren

Der Ausbau der Windenergie verharrte hingegen 2020 auf niedrigem Niveau und trug somit kaum zum Wachstum der Erneuerbaren Energien bei. „Der Zuwachs bei den erneuerbaren Energien mit nur 12 Mrd. kWh liegt aufgrund der Krise bei der Windkraft deutlich unter dem Schnitt der letzten Jahre. Das reicht bei weitem nicht aus, damit Deutschland seine Klimaziele für 2030 erreicht“, sagte Graichen. „Hierzu muss der Ausbau bei der Windkraft verdreifacht und beim Solarstrom verdoppelt werden. Das entspricht den Installationsgeschwindigkeiten, wie wir sie vor einigen Jahren bereits hatten“, erinnerte er.

Deutschland habe es geschafft, den Anteil der Erneuerbaren am Stromverbrauch in den vergangenen zehn Jahren von 17 auf 46 % zu steigern. „Eine ähnliche Anstrengung brauchen wir jetzt durchgehend bis 2030“, forderte Graichen, auch um den Kohle- und Kernkraftausstieg zu kompensieren. Die Kohleverstromung habe sich seit 2015 mehr als halbiert, während sich die Erzeugung von Windstrom im gleichen Zeitraum um zwei Drittel steigerte und mit knapp 24 % den Kohlestrom übertraf.
 
Sinkender Energieverbrauch im Jahr 2020 wegen der Covid-19-Pandemie. Zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken
Bild: Agora Energiewende

Deutschland muss seine Klimaschutzziele erhöhen

Für 2021 erwartet Agora Energiewende weiter steigende CO2-Preise aufgrund des Beschlusses der EU-Staats- und Regierungschefinnen und -chefs vom Dezember 2020, das europäische Klimaziel für 2030 auf 55 % Treibhausgasreduktion anzuheben. Die höheren CO2-Preise werden sowohl Stein- als auch Braunkohlekraftwerke weiter unter Druck setzen.

Zudem gilt auf nationaler Ebene ab Januar 2021 ein CO2-Preis für Brenn- und Heizstoffe von 25 Euro pro Tonne, der den Trend in Richtung Gebäudesanierung, erneuerbare Wärmeproduktion und Elektromobilität verstärken dürfte – jedoch noch nicht auf das zur Erreichung der Klimaziele erforderliche Niveau.

Angesichts des verschärften EU-Klimaziels 2030 und um die Klimaneutralität 2050 sicher zu erreichen, komme die Bundesrepublik laut Agora nicht umhin, ihr nationales Klimaschutzziel für 2030 ebenfalls zu erhöhen. „Eine Treibhausgasreduktion von mindestens 65 statt bisher 55 % bis 2030 gegenüber 1990 ist für Deutschland angebracht. Alle Wirtschaftsakteure sollten sich jetzt schon darauf einstellen, dass das so kommen wird“, sagte Graichen.

Die Agora-Studie „Die Energiewende im Corona-Jahr“   steht als PDF zum kostenfreien Download bereit.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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Dienstag, 05.01.2021, 14:42 Uhr

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