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Enerige & Management > Personalie - Abschied vom "letzten Ruhrbaron": Werner Müller ist tot
Bild: sdecoret / Fotolia
PERSONALIE:
Abschied vom "letzten Ruhrbaron": Werner Müller ist tot
Im Alter von 73 Jahren ist der ehemalige Bundeswirtschaftsminister und Vorstandschef der Ruhrkohle AG und Evonik AG verstorben.
 
Wenn Energie-Historiker eines Tages eine Biographie über Werner Müller schreiben, dürfte eine Bewertung schon heute feststehen: Der gebürtige Essener, der im Alter von 73 Jahren einem Krebsleiden erlag, zählt zweifellos zu den Vätern des Ausstiegs aus der Atomkraft hierzulande und hat die entscheidenden Weichen für das Ende des Steinkohlebergbaus mit gestellt.

Nach dem Studium der Volkswirtschaft, Philosophie und Sprachwissenschaft war Müller ab 1973 zunächst für den Energiekonzern RWE tätig, wechselte aus Unzufriedenheit einige Jahre später zur Veba, die 2000 Teil des heutigen Eon-Konzerns wurde. Bundesweit bekannt geworden ist der parteilose Müller erstmals in den Jahren 1998 bis 2002, als ihn der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder zum Bundeswirtschaftsminister berief. Zusammen mit dem Grünen Jürgen Trittin, damals Bundesumweltminister, verhandelt er den ersten Atomausstieg mit den Betreiber der hiesigen Atomkraftwerke.
 
Der ehemalige Bundeswirtschaftsminister und RAG-Chef Werner Müller ist gestorben (das Bild stammt aus dem Jahr 2005)
Bild: RAG

Nachdem Schröder in seiner zweiten Amtszeit das Wirtschafts- und Arbeitsministerium zusammengelegt hatte, zog sich Müller aus der Politik zurück und übernahm 2003 überraschend den Vorstandsvorsitz bei der Ruhrkohle AG. Ihm gelang nicht nur das Meisterstück, das RAG-Beteiligungsportfolio in den sogenannten weißen und schwarzen Bereich neu zu ordnen, sondern auch den Ausstieg aus der Steinkohleförderung an der Saar und der an Ruhr zu besiegeln. Dabei setzte er die Gründung einer Stiftung durch, die sich um die noch auf Jahrzehnte verbleibenden Bergbauschäden kümmert.

Ab 2007 bis Ende 2008 leitete Müller den Evonik-Konzern, dessen Aufsichtsrat er bis zum vergangenen Jahr geleitet hat. Im gleichen Jahr 2018 zog er sich unter anderem auch aus dem Vorstand der RAG-Stiftung zurück, deren Vorsitz er 2012 übernommen hatte. „Werner Müller hat unschätzbare Verdienste um den deutschen Bergbau und die Bergleute, die ihm persönlich immer besonders am Herzen lagen“, betonte der aktuelle RAG-Vorstandschef Peter Schrimpf in einer Unternehmensmitteilung. Mit Müller ist nach Einschätzung vieler Bewohner im Ruhrgebiet der „letzte Ruhrbaron“ abgetreten.
 

Ralf Köpke
© 2019 Energie & Management GmbH
Dienstag, 16.07.2019, 12:44 Uhr

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