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Enerige & Management > Personalie - Abrupte Trennung: Heidjers Stadtwerke brauchen neuen Chef
Quelle: Pixabay / Maria
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Abrupte Trennung: Heidjers Stadtwerke brauchen neuen Chef
Eine „einvernehmliche Trennung“ wegen „unterschiedlicher Auffassungen“: Lars Weber verlässt zum Jahresende das Unternehmen.
 
Offiziell gibt es nur gute Worte über Lars Weber, den scheidenden Geschäftsführer der Stadtwerke Schneverdingen-Neuenkirchen (Niedersachsen), die unter dem Markennamen „Heidjers Stadtwerke“ auftreten. „Er hat die dringend erforderliche Neuausrichtung des Unternehmens mit großem Erfolg vorangetrieben, was sich allein schon an den guten finanziellen Ergebnissen und den gewachsenen Kundenzahlen ablesen lässt“, ließ der Aufsichtsratsvorsitzende, Stadtrat Jan-Kosta Recksiek (SPD), in einer Mitteilung der Stadtwerke wissen.

Dennoch: Differenzen habe es „schon länger“ gegeben, heißt es in der Mitteilung, zu unterschiedlich seien die Auffassungen über die strategische Ausrichtung des Unternehmens. Welcher Tropfen das Fass letztlich zum Überlaufen brachte, bleibt verborgen; der Entschluss, sich zu trennen, „sei jetzt allerdings kurzfristig erfolgt“. Zum Jahresende soll Weber das Unternehmen verlassen, die Entscheidung sei einvernehmlich erfolgt. Man suche nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger.

Weber, gelernter Betriebswirt und Wirtschaftsinformatiker, war 2018 von Berliner Smart-Metering-Unternehmen Gwadriga nach Niedersachsen gewechselt (wir berichteten). Vorherige Stationen waren unter anderem Eon Energie und Eon Metering in München.

Recksiek dankte dem nun scheidenden Geschäftsführer für Weitblick, Engagement, strategisch konsequente Herangehensweise und Durchsetzungskraft, lobte die vorbildliche und mit Preisen ausgezeichnete Sanierung der beiden Schneverdinger Bäder und den Umbau des Hallenbades zur Versorgung mit Biogas und eigenproduziertem Strom. Auch die Elektromobilität und den Glasfaserausbau in der Region habe Weber ebenso massiv vorangetrieben wie die Digitalisierung und die IT-Sicherheit im Unternehmen. Über die Art des Fernwärmeausbaus und die Führungskultur jedoch seien sich die Parteien uneinig gewesen.

„Die Neuaufstellung mit organisatorischen Änderungen, Energiewende, Digitalisierung, zwei Jahre Corona-Pandemie, dann Energiekrise – mit vielen Zusatzaufwänden für Energieunternehmen: Das hat den Kolleginnen und Kollegen sehr viel abverlangt und tut es noch“, lässt sich Lars Weber selber zitieren und fügt an: „Gerade die aktuelle Gas- und Preiskrise bringt etliche Zusatzaufwände und hohe Belastungen für Energieunternehmen mit sich und erhöht den Druck, die Energiewende zu forcieren.“ Gerade in einer so kniffligen Energiesituation brauche es Einigkeit aller Parteien über Ausrichtung und Tempo sowie ein vertrauensvolles Miteinander. Diese Voraussetzungen seien nicht mehr gegeben.
 

Katia Meyer-Tien
Redakteurin
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Mittwoch, 07.12.2022, 15:59 Uhr

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