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Enerige & Management > Photovoltaik - Aachen geht neue Wege für kommunale Solar-Projekte
Bild: ESWE Versorgungs AG
PHOTOVOLTAIK:
Aachen geht neue Wege für kommunale Solar-Projekte
Eine demokratische Allparteien-Koalition ebnet in Aachen den finanziellen Weg, um den Bau von Solaranlagen auf den Dächern städtischer Gebäude voranzubringen.
 
Neue Wege will die Stadt Aachen gehen, um künftig mehr Photovoltaikanlagen auf die Dächer städtischer Gebäude zu bringen. Die Kaiserstadt im Dreiländereck will den erzeugten Solarstrom weitgehend selbst nutzen, um so größtenteils die Finanzierung der geplanten Dachkraftwerke zu stemmen.

Bis Mitte der 2020er Jahre sieht eine Übersicht des städtischen Gebäudemanagements die Errichtung von 156 Photovoltaikanlagen vor. Zusammen mit weiteren Anlagen, die repowert und ertüchtigt werden, summiert sich die Gesamtleistung auf knapp 14 MW.

Von einer „Blaupause für kommunale Solaraktivitäten“ spricht Julia Brinner, umweltpolitische Sprecherin der grünen Ratsfraktion. Mit den Vertretern aller anderen demokratischen Parteien hatten die Grünen jüngst im Umweltausschuss den Weg frei gemacht, um die Photovoltaikanlagen in den nächsten fünf Jahren über den städtischen Haushalt zu finanzieren: „Über den Eigenverbrauch, eine regionale Direktvermarktung sowie über den EEG-Einspeisetarife verbleibt nach 30-jähriger Betriebsdauer ein Gewinn von mehr als 20 Millionen Euro bei der Stadt“, rechnet Brinner vor. Die Investitionskosten liegen laut Ausschussvorlage bei rund 18,7 Mio. Euro.

Dass eine demokratische Allparteien-Koalition diesen Ausgaben zugestimmt hat, ist mehr als eine Petitesse: Aachen ist die Geburts- und Heimatstadt von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet, der Mitte Januar auch zum Vorsitzenden der CDU-Bundespartei gewählt worden ist. In NRW ist Laschet mit seiner schwarz-gelben Landesregierung seit Amtsantritt im Sommer 2017 noch nicht als Förderer der Photovoltaik ausgefallen. Die Aachener CDU scheint bei diesem Thema weiter als die eigenen Parteifreunde am Regierungssitz Düsseldorf zu sein.

Für die Grüne Brinner, die seit einigen Wochen die Grünen im Aufsichtsrat der Stadtwerke Aachen AG (Stawag) vertritt, hat das gewählte solare Finanzierungsmodell Bedeutung über die Stadt Aachen hinaus: „Wir haben den Städten und Gemeinden, die zwar gewillt sind, den Ausbau der Solarenergie voranzubringen, aber klamme Kassen haben, einen Weg aufgezeigt, wie sie ihre Pläne dennoch umsetzen können.“

Auf einen Zeitplan, wann die erste Photovoltaikanlage aus dem neuen Solar-Paket in Betrieb sein wird, will sich Brinner nicht festlegen. Nach ihren Worten werde von den Experten des Gebäudemanagements in den kommenden Wochen noch geprüft, ob die Stawag teilweise als Betreiber mit eingebunden wird: „Damit es nicht zu einem finanziellen Nullsummenspiel kommt, ist es meines Erachtens aber wünschenswert, dass die Stadt die neuen Solaranlagen selbst betreibt.“
 

Ralf Köpke
© 2021 Energie & Management GmbH
Montag, 22.02.2021, 14:54 Uhr

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