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Enerige & Management > Windkraft Onshore - 90 % der Planungen nicht mehr von Flugsicherung blockiert
Bild: Fotolia.com, DeVIce
WINDKRAFT ONSHORE:
90 % der Planungen nicht mehr von Flugsicherung blockiert
Energieverbände begrüßen die Verbesserung der Genehmigungssituation für Windkraftanlagen in der Nähe von Drehfunkfeuern durch eine exaktere Berechnungsmethode seit Juni 2020.
 
Es war einer der Punkte auf der Arbeitsliste von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) für die Förderung der Windkraft an Land. Aufgrund einer ungenauen Berechnungsmethode wurden in der Vergangenheit die Störwirkungen von Windenergieanlagen auf den Flugverkehr häufig überschätzt und in der Folge zahlreiche Anlagen nicht genehmigt. Windkraftverbände hatten lange eine Verbesserung gefordert, die das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) schließlich im Juni 2020 eingeführt hat.

Grundlage der neuen Formel sind Untersuchungen der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig. Sie ist auch von der deutschen Flugsicherung (DFS) eingeführt worden. Der BDEW sieht nun anhand aktueller Zahlen, dass die neue Formel zu einer wesentlichen Verbesserung der Genehmigungsfähigkeit von Windenergieanlagen geführt hat. Nach Angaben des BAF gab es bei der Prüfung von nahezu 200 Windenergieanlagen in den letzten neun Monaten bei über 90 % keinen Konflikt mit der Sicherheit der Flugnavigation.

Wichtiger Hoffnungsschimmer

Bei einem Großteil dieser Anlagen hatte zuvor die Anwendung der bisherigen Berechnungsmethode zu einer Ablehnung der Genehmigung geführt. „Es ist erfreulich zu sehen, dass die Forschungsarbeiten der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt nun in der Praxis zu einer erheblichen Verbesserung der Genehmigungssituation für Windenergieanlagen in der Nähe von Drehfunkfeuern führen und gleichzeitig höchste und unantastbare Sicherheitsstandards bei der Flugnavigation weiterhin gelten“, sagt Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung.

Zwei Jahre des intensiven Austauschs mit Vertretern der Flugsicherung und wiederholte Hinweise auf dieses Ausbauhemmnis gegenüber der Politik hätten nun zu zählbaren Ergebnissen geführt. „Wir sehen hier Projekte für künftige Ausschreibungen und künftigen Zubau. Das ist ein wichtiger Hoffnungsschimmer“, sagte Hermann Albers, Präsident des Bundesverbands Windenergie (BWE). Bundesverkehrsministerium, BAF und DFS sollten diesen Weg nun fortzusetzen, um die Genauigkeit bei der Bewertung des Einflusses von Windenergieanlagen auf die Navigation mit Drehfunkfeuern weiter zu verbessern, sagte Andreae.

Mehr als 1000 Windturbinen waren bisher blockiert

Laut einer Branchenumfrage von 2019 konnten mehr als 1.000 Windenergieanlagen mit 4.800 MW Leistung nicht realisiert werden. Ihnen wurde ein Einfluss auf Flugnavigationsanlagen entgegengehalten. Albers sagte: „Nach der Umstellung des Berechnungsverfahrens muss nun, wie in der Aufgabenliste Wind an Land von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier aufgezeigt, auch der international übliche Abstand von maximal 10 Kilometern um die DVOR als Prüfradius zugrunde gelegt werden." Von den weiterhin abgelehnten Windenergieanlagen befänden sich alle in einem 10-km-Radius um das jeweilige Doppler-Drehfunkfeuer (DVOR).

Der BWE weist darauf hin, dass es auch eine Lösung für die Drehfunkfeuer (VOR) brauche. Diese seien von der Umstellung der Berechnungsformel noch nicht erfasst. Nach der Umstellung auf Satellitennavigation würden nur noch wenige VOR benötigt. Diese müssten zeitnah durch Doppler-Drehfunkfeuer (DVOR) ersetzt werden. Der BDEW fordert zudem eine bessere Genauigkeit der Flugvermessung der Vorbelastung.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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Donnerstag, 15.04.2021, 16:16 Uhr

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