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Enerige & Management > Klimaschutz - 69 Konzerne fordern mehr Klimaschutz von neuer Bundesregierung
Quelle: Fotolia
KLIMASCHUTZ:
69 Konzerne fordern mehr Klimaschutz von neuer Bundesregierung
69 deutsche Großkonzerne haben in einem Schreiben von der neuen Bundesregierung eine Umsetzungsoffensive für den Ausbau der Erneuerbaren Energien in allen Sektoren gefordert.
 
Zu Beginn der vertieften Sondierungsgespräche für die Regierungsbildung verlangen 69 große deutsche Konzerne mehr Klimaschutz und konkrete Maßnahmen von der neuen Bundesregierung. Die Unternehmen aus verschiedenen Sektoren fordern in dem Appell auf Initiative der Stiftung 2 Grad, den Ausbau der erneuerbaren Energieerzeugung zu beschleunigen. In den ersten 100 Tagen solle die Bundesregierung eine „Umsetzungsoffensive für Klimaneutralität“ vorlegen. Unterzeichner des Appells sind unter anderem Eon, Bayer, SAP, Thyssenkrupp und Rossmann.

„Der beschleunigte Ausbau der Erneuerbaren Energien ist zentral für die künftige Wirtschaftsleistung am Standort Deutschland und das Ziel der Klimaneutralität“, so der Appell. Der Klimaschutz als das wahlentscheidende Thema müsse von den Parteien bei der Bildung einer neuen Bundesregierung „ganz oben auf die Agenda“ gesetzt werden, sagte Michael Otto, Präsident der Stiftung und Aufsichtsratsvorsitzender der Otto Group. „Die neue Bundesregierung muss jetzt den Rahmen setzen, damit wir als Unternehmer Klimaneutralität zum Markenzeichen der deutschen Wirtschaft machen können“, sagte Otto.

Maßnahmenpaket gefordert

Die Unternehmen fordern in Anlehnung an den „Green Deal“ der EU-Kommission ein Paket konkreter Maßnahmen, damit Klimaneutralität bis 2045 erreicht werden könne. Dafür müssten der Ausbau erneuerbarer Energien und der dafür erforderlichen Stromnetze, klimafreundlicher Industrieanlagen und Verkehrsinfrastrukturen sowie die energetische Gebäudesanierung vorangetrieben werden.

Mit den Maßnahmen solle ein früherer Ausstieg aus der Kohleverstromung als wie geplant 2038 ermöglicht werden. Der Ausbau von Schlüsseltechnologien und Infrastrukturen dürfe nicht länger durch langwierige und umständliche Planungs- und Genehmigungsverfahren ausgebremst werden, schreiben die Unternehmen. Die beteiligten Firmen beschäftigen den Angaben zufolge zusammen in Deutschland mehr als eine Million, weltweit über fünf Millionen Menschen und stehen für etwa eine Billion Euro Umsatz.

Bundesverband Erneuerbare Energie unterstützt die Forderungen

„Wir unterstützen die Unternehmen in ihrem Appell, hierfür die installierte Kapazität von Windkraft und Photovoltaik nahezu zu verdreifachen, aber auch alle anderen Technologien zu nutzen, um die Energiewende mit überwiegend heimischer Wertschöpfung zu stemmen“, kommentierte Simone Peter, Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE). Bei den konkreten Maßnahmen gehe es um einen Investitions-Booster, der den Ausbau wichtiger Technologien und Infrastrukturen in den Sektoren Energie, Industrie, Gebäude und Mobilität beschleunige. Zudem müssten Flächen und Genehmigungen für erneuerbare Anlagen zur Verfügung gestellt werden.

Die Erzeugung und Nutzung von Wärme und Kälte auf Basis erneuerbarer Energien, der Erzeugung und Nutzung von Wasserstoff aus erneuerbaren Energien sowie der klimafreundlichen Reform des Steuern-, Abgaben- und Umlagensystems stünden außerdem auf der Agenda, sagte Peter. Die öffentliche Hand solle dabei eine Vorbildrolle übernehmen. „Diese Legislatur ist entscheidend, um die Weichen für die politischen Rahmenbedingungen für eine beschleunigte Energiewende zu stellen“, so Peter abschließend.

Der Wortlaut der Initiative   steht im Internet bereit.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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