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Enerige & Management > F&E - 4 Mio. Euro der EU für schwimmende Windkraftanlagen
Quelle: Fotolia
F&E:
4 Mio. Euro der EU für schwimmende Windkraftanlagen
Die TU Berlin koordiniert das „Floatech“-Projekt der EU mit neun Partnern. Die Forschung soll Windkraftanlagen außerhalb der Küsten auf schwimmenden Plattformen praxistauglich machen.
 
 
Wind gehört im europäischen Energiemix zu den wichtigsten Quellen für erneuerbare Energien. Doch der Ausbau der landseitigen Windenergieanlagen stößt an die Grenzen verfügbarer Standorte. Immer wichtiger werden daher Offshore-Windanlagen, die schwimmfähig sind und so die riesigen Windressourcen weit draußen auf dem Meer in tieferen Gewässern ernten können. Mit 4 Mio. Euro fördert die EU das Horizon-2020-Projekt „Floatech“ über drei Jahre.

Ziel ist es, mit der gebündelten Kompetenz von neun europäischen Forschungs- und Industriepartnern die umweltschonende Technologie dieser Anlagen zur Reife zu bringen und die Kosteneffizienz zu steigern. Koordiniert wird das Projekt vom Fachgebiet für Experimentelle Strömungsmechanik der TU Berlin. „Die Nutzung der Windenergie ist von entscheidender Bedeutung für viele der nächsten umwelt- und energiepolitischen Ziele“, sagte TU-Projektleiter Christian Navid Nayeri.

Europäische Industrie stärken

Europa sei in dieser Technologie führend und habe seinen Windenergiesektor zu einem wichtigen Wirtschaftszweig mit Hunderttausenden von Arbeitsplätzen entwickelt, erläuterte Nayeri. Um das Design der Anlagen optimieren zu können und damit die Wirtschaftlichkeit der Turbinen zu erhöhen, werde zunächst das industrietaugliche Auslegungswerkzeug „QBlade-Ocean“ entwickelt und experimentell validiert. Es simuliert die komplexen Wechselwirkungen zwischen Aerodynamik, Hydrodynamik, Mechanik und Regelung von schwimmenden Offshore-Windturbinen mit bisher einmaliger Effizienz und Genauigkeit.

Ein zweites Ziel ist die Entwicklung innovativer Regelungsmethoden, um Wellen und Plattformbewegungen optimal auszunutzen. Das solle zu einer Verringerung des Nachlaufeffekts führen, dem turbulenten Windschweif im Windschatten der Flügel, und damit zu einer Nettosteigerung der jährlichen Energieproduktion von schwimmenden Windparks.

Profitieren würden auch Umwelt und Biodiversität von der angestrebten Designoptimierung. Es werde weniger Material und Platz verbraucht und es entstehe kein Lärm, da keine Pfähle im Meeresboden verankert werden müssen. So werde der Lebensraum von Wildtieren geschützt, betonte Nayeri. „Ich erwarte, dass Floatech durch die Schaffung einer tieferen Wissensbasis zum Fortschritt der schwimmenden Offshore-Windenergietechnologie beitragen wird“, sagte er.

Im Rahmen des Projekts würden außerdem viele Ingenieurinnen und Ingenieure mit modernster Floating-Wind-Expertise ausgebildet. Durch die Einbindung relevanter Stakeholder könnten die Ergebnisse anschließend direkt in den Markt eingespeist werden, erläuterte Nayeri. Das Projekt werde im November auf der „Wind Europe Electric City“-Messe in Kopenhagen präsentiert, kündigte er an.
 

Schematische Darstellung der Forschungsgebiete von Floatech
Quelle: Floatech

Einzelheiten zum Floatech-Projekt   stehen auf der Website bereit.

 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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