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Enerige & Management > Windkraft Onshore - 2019 Katastrophenjahr für die Windenergie
Bild: Fotolia.com, DeVIce
WINDKRAFT ONSHORE:
2019 Katastrophenjahr für die Windenergie
Zuletzt sind 1998 so wenige Windturbinen neu in Betrieb gegangen wie im aktuellen Jahr, zeigen neue Berechnungen der Fachagentur Windenergie an Land.
 
Der Absturz beim diesjährigen Windkraftausbau fällt noch krasser aus als bislang angenommen: „Der Bruttozubau wird unter 800 Megawatt liegen“, schockierte Jürgen Quentin von der Fachagentur Windenergie an Land (FA Wind) die Teilnehmer der NRW-Windenergietage in Bad Driburg.

Quentin ist bundesweit der Datenspezialist für alle Entwicklungen auf dem deutschen Windmarkt. Nach seiner Analyse war bis zum vergangenen Wochenende eine installierte Leistung von 628 MW neu in Betrieb gegangen. Da seit Jahresbeginn zahlreiche Windturbinen abgebaut worden sind, lag der Nettozubau bislang lediglich bei 540 MW. „Ein solch schlechtes Jahr hat die deutsche Windbranche zuletzt 1998 erlebt, als das letzte Mal weniger als 800 MW Leistung neu ans Netz gegangen sind“, so Quentin.

Dieser Ausbau verteilte sich damals aber auf 1 000 Windenergieanlagen, in diesem Jahr dürften es maximal 250 werden. Wie dramatisch die Lage beim Windkraftausbau hierzulande ist, zeigt folgende Zahl: Noch vor zwei Jahren gab es einen neuen Zubaurekord mit 5.330 MW brutto. Die Jahre davor lag die neu installierte Windkraftleistung stets über 4.000 MW.

Dass die nächste Windkraftausschreibung am 2. Dezember mit einem Volumen von 500 MW erstmals seit Anfang 2018 überzeichnet sein wird, wertet FA Wind-Fachmann Quentin noch nicht als „Trendwende“: „Da die Bundesnetzagentur demnächst den Höchstpreis für die Auktionen im kommenden Jahr festsetzt, nutzen viele Projektentwickler die derzeit für sie günstigen Förderbedingungen.“

Außerdem habe es zuletzt eine Reihe von Genehmigungen für größere Windparks gegeben, bei der neuere, weitaus leistungsstärkere Windturbinen eingesetzt werden sollen. „Da diese Anlagengeneration weitaus wirtschaftlicher ist, versuchen die Projektierer diese Windparks so schnell wie möglich in Betrieb zu nehmen“, erklärt Quentin. Er sieht deshalb die Gefahr, dass eine nicht unerhebliche Zahl von älteren Genehmigungen für Windturbinen der 2 bis 3-MW-Klasse „ungenutzt“ bleibt.
 
 

Ralf Köpke
© 2020 Energie & Management GmbH
Donnerstag, 28.11.2019, 12:19 Uhr

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