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Enerige & Management > Stromnetz - 100 Jahre Bayernwerk: Der Blick geht nach vorne
Bayernwerk-Monteur bei der Arbeit, Quelle: Bayernwerk / Christian Poppe
STROMNETZ:
100 Jahre Bayernwerk: Der Blick geht nach vorne
Die Feier zu seinem 100-jährigen Bestehen hat das Bayernwerk für einen politischen und gesellschaftlichen Dialog zur Energiezukunft genutzt.
 
Pandemiebedingt ein Jahr später fand die Jubiläumsveranstaltung zu 100 Jahre Bayernwerk statt. Am 5. April 1921 war das Unternehmen auf Initiative von Oskar von Miller gegründet worden. Die Vision des Gründungsvaters und berühmten Energiepioniers war es, Strom aus Wasserkraft über bayernweite Netze zu verteilen. Die Jubiläumsveranstaltung stand jetzt ganz im Zeichen der aktuellen und künftigen Herausforderungen der bayerischen Energiewirtschaft.

Die Jubiläumsveranstaltung nutzte das in Regensburg ansässige Energieunternehmen zu einem politischen und gesellschaftlichen Dialog. In einer Rede blickte Staatsminister Florian Herrmann zunächst auf die Energiegeschichte Bayerns und vor allem auf die aktuellen Herausforderungen.

„Bis 2040 will Bayern klimaneutral sein. Das Bayernwerk als größter Verteilnetzbetreiber in Bayern ist hier unser zentraler Partner, denn die Verteilnetze sind die Eckpfeiler der Energiewende, um dezentrale erneuerbare Energieanlagen in die Netzinfrastruktur zu integrieren“, betonte Herrmann. Bayernwerk-Vorstandsvorsitzender Egon Leo Westphal: „Die einst als immer garantiert geglaubte Versorgungssicherheit gerät ins Wanken, Energiekosten werden zur sozialen Frage und drohen die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und Europas zu erschüttern.“ Den Ausbauzielen für Erneuerbare Energie habe die Politik deshalb zu Recht eine ganz neue Dynamik verordnet und diese als Entfesselung erneuerbarer Energie bezeichnet. Dazu gelte es, auch die Energienetze zu entfesseln.

Ein zweites Bayernwerk dazubauen

„Wir werden in den nächsten zehn bis 15 Jahren ein weiteres Bayernwerk hinzubauen müssen, um unsere bayerischen Energieziele zu erreichen und weiterhin eine sichere Versorgung zu gewährleisten“, erklärte der Bayernwerk-Chef. Man stehe dabei aber nicht am Anfang. In den letzten zehn Jahren habe in der Fläche Bayerns nahezu unbemerkt der größte Umbau im Energiesystem seit der Gründung des Bayernwerks durch Oskar von Miller stattgefunden. „In den ländlichen Regionen Bayerns, wo über 80 bis 90 Jahre nahezu keine Stromerzeugung war, speisen heute 350.000 PV-Anlagen mit einer Leistung von 9.000 MW erneuerbare Energie in unsere Netze ein“, so Westphal. Diesen Weg müsse man jetzt konsequent weitergehen.
  • In einem Diskussionspanel zur Energiezukunft und Energiesicherheit in Bayern diskutierte Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger mit Professorin Dr. Petra Denk von der Hochschule Landshut und Christian Essers von Wacker Chemie.
  • Andreas Ladda, Personal- und Marktvorstand des Bayernwerks, die Landesvorsitzende des Verbraucher-Service Bayern im KFDB, Juliana Daum, die Kabarettistin und Schauspielerin Luise Kinseher, Klaus Nagl, Gründer der Consolinno Energy GmbH und Bayernwerk-Betriebsratsvorsitzender Albert Zettl diskutierten gesellschaftliche Veränderungen und die Situation der Menschen in der sich ändernden Energielandschaft.
  • Über Innovation und Tradition sprachen Caroline Eckart für das visionäre Quartier „Werksviertel Mitte“ und Bayernwerk-Finanzvorständin Melanie Wiese.

Im Laufe der hundertjährigen Geschichte des Bayernwerks kam es zu immer größeren Zusammenschlüssen. Als im Jahr 2000 Viag und Veba zu Eon fusionierten, entstand aus dem Bayernwerk und Preussen Elektra Eon Energie. Der Name Bayernwerk war für einige Zeit sogar ganz aus den Köpfen der Menschen verschwunden. 2013 wurde die Eon Bayern AG offiziell umfirmiert und es schlug die Geburtsstunde des „neuen“ Bayernwerks. Seitdem arbeitet das Unternehmen an der Energiewende Bayerns.

Heute versorgt das Unternehmen rund 7 Mio. Menschen im Freistaat mit Energie. Das Stromnetz umfasst 156.000 km, das Gasnetz 6.000 km und das Straßenbeleuchtungsnetz 34.600 km. In den Energienetzen verteilt das Unternehmen nach eigenen Angaben zu 70 % elektrische Energie aus erneuerbaren Quellen.

Oskar von Miller, der Pionier

Der 1855 geborene Oskar von Miller hatte sich schon früh als Bauingenieur und Elektrotechniker einen Namen gemacht. Besondere Aufmerksamkeit wurde ihm zuteil, als er zusammen mit seinem französischen Kollegen Marcel Deprez 1882 die erste elektrotechnische Ausstellung in München organisierte, bei der die erste Fernübertragung von Starkstrom über ein Gleichstromnetz von Miesbach bis zum Glaspalast in München gelang.

Die Elektrifizierung Bayerns hatte sich von Miller zur Lebensaufgabe gemacht. Mit dem Walchenseekraftwerk entstand unter seiner Führung das damals größte Hochdruckspeicherkraftwerk der Welt. Als es im Januar 1924 den ersten Strom erzeugte, wurde dieser über 1.100 Kilometer lange Leitungen in ganz Bayern verteilt.
 

Günter Drewnitzky
Redakteur
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Donnerstag, 14.07.2022, 13:55 Uhr

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