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Enerige & Management > Solarthermie - 1,1 Mio. kWh Wärme für Dettenhausen
Deutschlands größte Solarthermie-Anlage und die neue Energiezentrale (im Vordergrund) versorgen Dettenhausen mit Fernwärme, Quelle: Stadtwerke Tübingen
SOLARTHERMIE:
1,1 Mio. kWh Wärme für Dettenhausen
In Dettenhausen nahe Tübingen (Baden-Württemberg) ist seit 8. Juli eine der größten Solarthermie-Anlage in Betrieb. Das vermeldeten die Stadtwerke Tübingen samt Partner.
 
468 Kollektoren auf einer Gesamtfläche von 2.312 m2 sind auf dem Dach einer Lagerhalle in Dettenhausen in der Metropolregion Stuttgart montiert. Die Lagerhalle gehört dem Schokoladenhersteller Alfred Ritter GmbH & Co. KG. Die Solarthermie-Anlage liefert bis zu 1.125 MWh Wärme pro Jahr für das Wärmenetz der Stadtwerke Tübingen. Damit gehört die Dachanlage in Dettenhausen mit zu den derzeit größten Solarthermie-Anlagen in Deutschland, wie die Stadtwerke, der Schokoladenhersteller und der Projektierer der Anlage − die Ritter Energie- und Umwelttechnik GmbH & Co. KG − gemeinsam bekanntgeben. Am 8. Juli haben die Partner die Anlage nun offiziell in Betrieb genommen.

Bereits beim Bau der Lagerhalle ist das Gewicht der Solarthermie-Anlage berücksichtigt worden, heißt es seitens der Partner. Die Anlage ist Teil eines ganzheitlichen Energie- und Nachhaltigkeitskonzeptes und gekoppelt mit der neu errichteten Energiezentrale der Stadtwerke Tübingen daneben. Mit dieser will der Kommunalversorger sein Fernwärmenetz einen bedeutenden Schritt vergrünen. Die Solarthermie-Anlage soll, wie es weiter heißt, 20 % des Wärmebedarfs im Fernwärmenetz Dettenhausens mit seinen 5.500 Einwohnerinnen und Einwohner abdecken. 

"In Dettenhausen zeigt sich eindrücklich, was möglich ist, wenn Unternehmen kooperativ und konstruktiv die Versorgungszukunft einer Gemeinde im Blick haben", sagte Ortwin Wiebecke. Der Geschäftsführer der Stadtwerke Tübingen sagte bei der Inbetriebnahmefeier für das Areal im Industriegebiet "Kuchenäcker": "Hier haben sich Unternehmen, die trotz ihrer ganz unterschiedlichen Branchen ein ähnliches Verständnis für eine klimafreundliche Zukunft haben, zusammengetan und investiert."

Sehr energieeffiziente Wärmeversorgung

Ein mit Erdgas betriebenes Blockheizkraftwerk (BHKW) und eine Wärmepumpe erzeugen in der neuen Energiezentrale die Wärme, die ins Fernwärmenetz der Stadtwerke Tübingen eingespeist wird. Den technischen Ansatz bezeichnen die drei Partner als "effizient, nachhaltig und ökologisch": Bereits zur Inbetriebnahme habe die Anlage einen hohen Primärenergiefaktor von 0,28. Der Primärenergiefaktor beschreibt das Verhältnis von eingesetzter Energie zu gegebener Endenergie.​ Das heißt, für 1 kWh beim Endverbraucher wurden zuvor in Summe der gesamten Erzeugungskette 0,28 kWh Energie (Primärenergie) eingesetzt. Zum Vergleich: Der Primärenergiefaktor des aktuellen deutschen Strommix beträgt 2,4.
 
Die Stadtwerke Tübingen hatten im Herbst 2019 nach der Insolvenz des vorherigen Wärmenetz-Betreibers, der "Dettenhäuser Wärme eG", erst provisorisch, dann dauerhaft die Wärmeversorgung in der Gemeinde übernommen. Mithilfe der neuen Energiezentrale will man einen wichtigen Schritt in Richtung Energiewende und nachhaltiger Wärmeversorgung gehen. 
 

Davina Spohn
Redakteurin
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Montag, 11.07.2022, 12:34 Uhr

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