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Energie & Management > Aus Der Akuellen Ausgabe - „Stadtwerke können ein wichtiger Partner sein“
Quelle: E&M
Aus Der Akuellen Ausgabe

„Stadtwerke können ein wichtiger Partner sein“

E&M sprach auf der Messe Smarter E mit Zhenyu Fu, General Manager Overseas Business von Skyworth PV.
Skyworth PV ist ein typischer Vertreter eines Solarunternehmens aus China. Wir fragten Zhenyu Fu, wie das Unternehmen auf die zunehmenden deutschen und europäischen Vorbehalte gegenüber chinesischen PV-Unternehmen blickt, wie er den rasant wachsenden Batteriemarkt einschätzt und was künftig wichtiger sein wird: Hard- oder Software.

E&M: Herr Fu, die deutsche Bundesregierung plant, die Einspeisevergütung für Neuanlagen unter 25 kW ab 2027 abzuschaffen. Welche Konsequenzen hätte das für PV-Anbieter und den Ausbau von Photovoltaik in Deutschland?

Zhenyu Fu: Solche Entwicklungen sehen wir als einen natürlichen Reifungsprozess des Marktes. In der Anfangsphase war die Solarbranche stark auf staatliche Förderung angewiesen. Mit zunehmender Marktreife verschiebt sich der Fokus jedoch auf den Eigenverbrauch und die Energieunabhängigkeit. Die Menschen kennen heute die Vorteile der Solarenergie deutlich besser als noch vor einigen Jahren. Deshalb glauben wir nicht, dass sinkende Förderungen den Markt grundsätzlich bremsen werden. Vielmehr wird die Nachfrage künftig stärker von Batteriespeichern, Energiemanagementsystemen und intelligenter Eigenverbrauchsoptimierung bestimmt.

E&M: Die Europäische Kommission verfolgt gegenüber chinesischen Photovoltaikunternehmen einen zunehmend konfrontativen Kurs. So sollen Projekte, die Wechselrichter aus China verwenden, von bestimmten EU-Förderprogrammen ausgeschlossen werden. Wie reagiert Skyworth auf diese Entwicklung?

Zhenyu Fu: Das internationale Umfeld ist komplex und von politischen Interessen geprägt. Dennoch wird die Bedeutung Chinas für die Solarindustrie bestehen bleiben. Für uns bedeutet das, dass Lokalisierung künftig noch wichtiger wird. Es wird schwieriger werden, Produkte einfach aus China nach Europa zu liefern. Deshalb setzen wir verstärkt auf lokale Partnerschaften, Zertifizierungen und regionale Wertschöpfung. Unser Schwerpunkt bleibt die Entwicklung leistungsfähiger Technologien und passender Systemlösungen.

E&M: Deutschland und die EU wollen ihre Abhängigkeit von chinesischen Energietechnologien verringern. Halten Sie dieses Ziel angesichts der heutigen Lieferketten und Produktionskapazitäten für realistisch?

Zhenyu Fu: Zwischen politischen Zielen und der Realität gibt es immer einen gewissen Abstand. Die weltweiten Lieferketten der Solarindustrie sind heute stark mit China verflochten. Gleichzeitig verfügt Europa über wichtige Stärken bei Innovation, Regulierung und Marktentwicklung. Deshalb sehen wir die Zukunft eher in einer Kombination aus Wettbewerb und Zusammenarbeit als in einer vollständigen Abkopplung.

E&M: Kommen wir zum Speichermarkt. Der deutsche Speichermarkt wächst rasant. Gleichzeitig steigen Wettbewerbsdruck und regulatorische Anforderungen. Was ist derzeit die größte Herausforderung?

Zhenyu Fu: Aus unserer Sicht gibt es zwei zentrale Herausforderungen: Zum einen stehen die Hersteller unter enormem Preisdruck, wodurch die Margen sinken. Gleichzeitig müssen sie immer mehr in die Weiterentwicklung ihrer Produkte investieren, um neue regulatorische Anforderungen zu erfüllen.
Zum anderen stellt die Netzintegration großer Batteriespeicher eine erhebliche Herausforderung dar. Viele Stromnetzbetreiber wissen zwar, dass Batteriespeicher für die Energiewende notwendig sind. Häufig fehlen jedoch noch Erfahrungen mit Genehmigungen, Netzanschlüssen und dem Umgang mit einer wachsenden Zahl dezentraler Speicher. Hier besteht in vielen europäischen Ländern noch erheblicher Klärungsbedarf.

E&M: Intelligente Batteriespeicher werden für die Energiewende immer wichtiger. Wird künftig die Software etwa in Form von Home Energy Management Systems wichtiger sein als die Hardware selbst?

Batterien werden zu intelligenten Knotenpunkten

Zhenyu Fu: Ich denke schon. Batterien werden künftig nicht mehr nur Strom speichern. Sie werden zu intelligenten Knotenpunkten im Energiesystem. Deshalb wird die Software zum eigentlichen Herzstück. Hardware wird zunehmend austauschbar. Der Mehrwert entsteht durch intelligente Energiemanagementsysteme, die den Eigenverbrauch optimieren, Lasten steuern oder perspektivisch auch den Stromhandel unterstützen.

E&M: Wo positioniert sich Skyworth PV im Batteriemarkt? Wollen Sie vor allem Hardware liefern oder sich als Anbieter integrierter Energielösungen etablieren?

Zhenyu Fu: Wir verstehen uns nicht als reiner Hardwareanbieter. Unser Ziel ist ein integriertes Energieökosystem. Dazu gehören Photovoltaik, Batteriespeicher, Ladeinfrastruktur, Wärmepumpen und ein Home Energy Management System, das alle Komponenten miteinander verbindet. Unsere Wurzeln liegen im Smart-Home-Bereich. Deshalb verfügen wir über viel Erfahrung bei der Vernetzung unterschiedlicher Geräte.

E&M: Welche der von Ihnen aufgezählten Komponenten entwickeln und fertigen Sie selbst und bei welchen Produkten arbeiten Sie mit externen Technologie- oder Fertigungspartnern zusammen?

Zhenyu Fu: Wir verfolgen ein hybrides Modell. Einen Teil unserer Produkte fertigen wir selbst. Gleichzeitig arbeiten wir eng mit etablierten Herstellern wie Longi, Sungrow oder Huawei zusammen. Unsere Rolle sehen wir vor allem als Plattform: Wir identifizieren Projekte, entwickeln sie, integrieren die passenden Komponenten und setzen sie gemeinsam mit unseren Partnern um.

E&M: Einige chinesische Wettbewerber bauen Produktionskapazitäten in Europa auf. Plant Skyworth Ähnliches?
 
Zhenyu Fu, General Manager Overseas Business, Skyworth PV
Quelle: Benjamin Rudolf

Zhenyu Fu: Langfristig ja. Wir haben diesen Weg bereits im Hausgerätegeschäft erfolgreich beschritten und betreiben heute weltweit zahlreiche Produktionsstandorte. Auch im Solargeschäft wird Lokalisierung immer wichtiger − nicht nur wegen möglicher Handelshemmnisse, sondern auch wegen Logistik, Kundennähe und Vertrauen. Produktionsstandorte in Europa sind deshalb grundsätzlich Teil unserer Überlegungen.

E&M: Gibt es bereits konkrete Pläne?

Zhenyu Fu: Im Solargeschäft noch nicht. Im Hausgerätebereich verfügen wir bereits über Produktionsstandorte in Deutschland und Polen. Für die Photovoltaik hängt eine Investitionsentscheidung von der Marktentwicklung, den Kosten und der Nachfrage ab.

E&M: Skyworth ist erst 2020 in das Solargeschäft eingestiegen und hat den Umsatz innerhalb weniger Jahre auf 3 Milliarden US-Dollar gesteigert. Worauf führen Sie diesen Erfolg zurück?

Zhenyu Fu: Zum einen auf den richtigen Zeitpunkt. Weltweit ist das Interesse an Energieunabhängigkeit deutlich gestiegen. Hinzu kommen günstige politische Rahmenbedingungen. Entscheidend sind aber auch unsere eigenen Stärken: Wir verfügen über eine bekannte Marke, ein großes Vertriebsnetz und flexible Finanzierungslösungen. Statt hohe Einmalinvestitionen zu verlangen, bieten wir Leasingmodelle oder Finanzierungen ohne Anzahlung an. Das erleichtert vielen Kunden den Einstieg.

E&M: Viele chinesische Photovoltaikunternehmen leiden derzeit unter Überkapazitäten und sinkenden Margen. Ist das PV-Geschäft von Skyworth profitabel?

Zhenyu Fu: Die gesamte Branche befindet sich derzeit in einer Konsolidierungsphase. Wer langfristig erfolgreich sein will, darf sich nicht allein über den Produktverkauf definieren. Wir setzen deshalb auf langfristige Geschäftsmodelle mit Dienstleistungen, Systemlösungen und Projektentwicklung.

E&M: Welche Rolle spielen Projektentwicklung und Energiedienstleistungen künftig?

Vom Verkäufer zum Investor

Zhenyu Fu: Sie werden für uns immer wichtiger. Wir wollen uns vom reinen Verkäufer zum Investor und Projektentwickler entwickeln. Künftig möchten wir Projekte selbst entwickeln, bis zur Betriebsreife begleiten und anschließend an langfristige Investoren verkaufen. Darüber hinaus investieren wir auch selbst in Anlagen und bieten Kunden Modelle an, bei denen sie die Energie nutzen, ohne die Anlage selbst finanzieren zu müssen.

E&M: Benötigen Sie dafür lokale Partner?

Zhenyu Fu: Unbedingt. Gerade in Europa sind starke lokale Partner unverzichtbar. Sie kennen die Genehmigungsverfahren, verfügen über geeignete Flächen und verstehen die regulatorischen Anforderungen. Gleichzeitig benötigen wir Energieversorger, Stromhändler oder andere Marktteilnehmer, die den erzeugten Strom vermarkten. Ohne solche Partnerschaften funktioniert dieses Geschäftsmodell nicht.

E&M: Viele Ihrer potenziellen Partner gehören zur deutschen Stadtwerkelandschaft. Können Sie sich eine Zusammenarbeit vorstellen?

Zhenyu Fu: Ja. Stadtwerke könnten sowohl bei der Projektentwicklung als auch bei der Vermarktung des erzeugten Stroms wichtige Partner sein. Genau solche Kooperationen möchten wir künftig ausbauen.

E&M: Wofür soll die Marke Skyworth in Europa künftig stehen?

Zhenyu Fu: Wir möchten nicht in erster Linie als Hersteller einzelner Produkte wahrgenommen werden. Unser Ziel ist es, als Anbieter kompletter Energielösungen bekannt zu sein − von der Projektentwicklung über intelligente Energiesysteme bis hin zu Investitions- und Servicemodellen. Wir sind überzeugt, dass sich die Branche genau in diese Richtung entwickeln wird. 

Skyworth PV

Skyworth PV ist die Solarsparte des chinesischen Elektronikkonzerns Skyworth Group, bekannt in erster Linie durch TV- und Haushaltsgeräte. Schlagzeilen machte Skyworth in Deutschland durch die Übernahme der TV-Sparte des Traditionsunternehmens Metz im Jahr 2015. Das Unternehmen stieg 2020 in das Solargeschäft ein und beschäftigt dort nach eigenen Angaben inzwischen rund 2.000 Mitarbeitende. Der Geschäftsbereich New Energy erzielte 2025 einen Umsatz von rund 2,9 Milliarden Euro. Skyworth PV ist derzeit in Europa vor allem in Deutschland und Italien aktiv. 
 

Freitag, 7.08.2026, 08:40 Uhr
Stefan Sagmeister
Energie & Management > Aus Der Akuellen Ausgabe - „Stadtwerke können ein wichtiger Partner sein“
Quelle: E&M
Aus Der Akuellen Ausgabe
„Stadtwerke können ein wichtiger Partner sein“
E&M sprach auf der Messe Smarter E mit Zhenyu Fu, General Manager Overseas Business von Skyworth PV.
Skyworth PV ist ein typischer Vertreter eines Solarunternehmens aus China. Wir fragten Zhenyu Fu, wie das Unternehmen auf die zunehmenden deutschen und europäischen Vorbehalte gegenüber chinesischen PV-Unternehmen blickt, wie er den rasant wachsenden Batteriemarkt einschätzt und was künftig wichtiger sein wird: Hard- oder Software.

E&M: Herr Fu, die deutsche Bundesregierung plant, die Einspeisevergütung für Neuanlagen unter 25 kW ab 2027 abzuschaffen. Welche Konsequenzen hätte das für PV-Anbieter und den Ausbau von Photovoltaik in Deutschland?

Zhenyu Fu: Solche Entwicklungen sehen wir als einen natürlichen Reifungsprozess des Marktes. In der Anfangsphase war die Solarbranche stark auf staatliche Förderung angewiesen. Mit zunehmender Marktreife verschiebt sich der Fokus jedoch auf den Eigenverbrauch und die Energieunabhängigkeit. Die Menschen kennen heute die Vorteile der Solarenergie deutlich besser als noch vor einigen Jahren. Deshalb glauben wir nicht, dass sinkende Förderungen den Markt grundsätzlich bremsen werden. Vielmehr wird die Nachfrage künftig stärker von Batteriespeichern, Energiemanagementsystemen und intelligenter Eigenverbrauchsoptimierung bestimmt.

E&M: Die Europäische Kommission verfolgt gegenüber chinesischen Photovoltaikunternehmen einen zunehmend konfrontativen Kurs. So sollen Projekte, die Wechselrichter aus China verwenden, von bestimmten EU-Förderprogrammen ausgeschlossen werden. Wie reagiert Skyworth auf diese Entwicklung?

Zhenyu Fu: Das internationale Umfeld ist komplex und von politischen Interessen geprägt. Dennoch wird die Bedeutung Chinas für die Solarindustrie bestehen bleiben. Für uns bedeutet das, dass Lokalisierung künftig noch wichtiger wird. Es wird schwieriger werden, Produkte einfach aus China nach Europa zu liefern. Deshalb setzen wir verstärkt auf lokale Partnerschaften, Zertifizierungen und regionale Wertschöpfung. Unser Schwerpunkt bleibt die Entwicklung leistungsfähiger Technologien und passender Systemlösungen.

E&M: Deutschland und die EU wollen ihre Abhängigkeit von chinesischen Energietechnologien verringern. Halten Sie dieses Ziel angesichts der heutigen Lieferketten und Produktionskapazitäten für realistisch?

Zhenyu Fu: Zwischen politischen Zielen und der Realität gibt es immer einen gewissen Abstand. Die weltweiten Lieferketten der Solarindustrie sind heute stark mit China verflochten. Gleichzeitig verfügt Europa über wichtige Stärken bei Innovation, Regulierung und Marktentwicklung. Deshalb sehen wir die Zukunft eher in einer Kombination aus Wettbewerb und Zusammenarbeit als in einer vollständigen Abkopplung.

E&M: Kommen wir zum Speichermarkt. Der deutsche Speichermarkt wächst rasant. Gleichzeitig steigen Wettbewerbsdruck und regulatorische Anforderungen. Was ist derzeit die größte Herausforderung?

Zhenyu Fu: Aus unserer Sicht gibt es zwei zentrale Herausforderungen: Zum einen stehen die Hersteller unter enormem Preisdruck, wodurch die Margen sinken. Gleichzeitig müssen sie immer mehr in die Weiterentwicklung ihrer Produkte investieren, um neue regulatorische Anforderungen zu erfüllen.
Zum anderen stellt die Netzintegration großer Batteriespeicher eine erhebliche Herausforderung dar. Viele Stromnetzbetreiber wissen zwar, dass Batteriespeicher für die Energiewende notwendig sind. Häufig fehlen jedoch noch Erfahrungen mit Genehmigungen, Netzanschlüssen und dem Umgang mit einer wachsenden Zahl dezentraler Speicher. Hier besteht in vielen europäischen Ländern noch erheblicher Klärungsbedarf.

E&M: Intelligente Batteriespeicher werden für die Energiewende immer wichtiger. Wird künftig die Software etwa in Form von Home Energy Management Systems wichtiger sein als die Hardware selbst?

Batterien werden zu intelligenten Knotenpunkten

Zhenyu Fu: Ich denke schon. Batterien werden künftig nicht mehr nur Strom speichern. Sie werden zu intelligenten Knotenpunkten im Energiesystem. Deshalb wird die Software zum eigentlichen Herzstück. Hardware wird zunehmend austauschbar. Der Mehrwert entsteht durch intelligente Energiemanagementsysteme, die den Eigenverbrauch optimieren, Lasten steuern oder perspektivisch auch den Stromhandel unterstützen.

E&M: Wo positioniert sich Skyworth PV im Batteriemarkt? Wollen Sie vor allem Hardware liefern oder sich als Anbieter integrierter Energielösungen etablieren?

Zhenyu Fu: Wir verstehen uns nicht als reiner Hardwareanbieter. Unser Ziel ist ein integriertes Energieökosystem. Dazu gehören Photovoltaik, Batteriespeicher, Ladeinfrastruktur, Wärmepumpen und ein Home Energy Management System, das alle Komponenten miteinander verbindet. Unsere Wurzeln liegen im Smart-Home-Bereich. Deshalb verfügen wir über viel Erfahrung bei der Vernetzung unterschiedlicher Geräte.

E&M: Welche der von Ihnen aufgezählten Komponenten entwickeln und fertigen Sie selbst und bei welchen Produkten arbeiten Sie mit externen Technologie- oder Fertigungspartnern zusammen?

Zhenyu Fu: Wir verfolgen ein hybrides Modell. Einen Teil unserer Produkte fertigen wir selbst. Gleichzeitig arbeiten wir eng mit etablierten Herstellern wie Longi, Sungrow oder Huawei zusammen. Unsere Rolle sehen wir vor allem als Plattform: Wir identifizieren Projekte, entwickeln sie, integrieren die passenden Komponenten und setzen sie gemeinsam mit unseren Partnern um.

E&M: Einige chinesische Wettbewerber bauen Produktionskapazitäten in Europa auf. Plant Skyworth Ähnliches?
 
Zhenyu Fu, General Manager Overseas Business, Skyworth PV
Quelle: Benjamin Rudolf

Zhenyu Fu: Langfristig ja. Wir haben diesen Weg bereits im Hausgerätegeschäft erfolgreich beschritten und betreiben heute weltweit zahlreiche Produktionsstandorte. Auch im Solargeschäft wird Lokalisierung immer wichtiger − nicht nur wegen möglicher Handelshemmnisse, sondern auch wegen Logistik, Kundennähe und Vertrauen. Produktionsstandorte in Europa sind deshalb grundsätzlich Teil unserer Überlegungen.

E&M: Gibt es bereits konkrete Pläne?

Zhenyu Fu: Im Solargeschäft noch nicht. Im Hausgerätebereich verfügen wir bereits über Produktionsstandorte in Deutschland und Polen. Für die Photovoltaik hängt eine Investitionsentscheidung von der Marktentwicklung, den Kosten und der Nachfrage ab.

E&M: Skyworth ist erst 2020 in das Solargeschäft eingestiegen und hat den Umsatz innerhalb weniger Jahre auf 3 Milliarden US-Dollar gesteigert. Worauf führen Sie diesen Erfolg zurück?

Zhenyu Fu: Zum einen auf den richtigen Zeitpunkt. Weltweit ist das Interesse an Energieunabhängigkeit deutlich gestiegen. Hinzu kommen günstige politische Rahmenbedingungen. Entscheidend sind aber auch unsere eigenen Stärken: Wir verfügen über eine bekannte Marke, ein großes Vertriebsnetz und flexible Finanzierungslösungen. Statt hohe Einmalinvestitionen zu verlangen, bieten wir Leasingmodelle oder Finanzierungen ohne Anzahlung an. Das erleichtert vielen Kunden den Einstieg.

E&M: Viele chinesische Photovoltaikunternehmen leiden derzeit unter Überkapazitäten und sinkenden Margen. Ist das PV-Geschäft von Skyworth profitabel?

Zhenyu Fu: Die gesamte Branche befindet sich derzeit in einer Konsolidierungsphase. Wer langfristig erfolgreich sein will, darf sich nicht allein über den Produktverkauf definieren. Wir setzen deshalb auf langfristige Geschäftsmodelle mit Dienstleistungen, Systemlösungen und Projektentwicklung.

E&M: Welche Rolle spielen Projektentwicklung und Energiedienstleistungen künftig?

Vom Verkäufer zum Investor

Zhenyu Fu: Sie werden für uns immer wichtiger. Wir wollen uns vom reinen Verkäufer zum Investor und Projektentwickler entwickeln. Künftig möchten wir Projekte selbst entwickeln, bis zur Betriebsreife begleiten und anschließend an langfristige Investoren verkaufen. Darüber hinaus investieren wir auch selbst in Anlagen und bieten Kunden Modelle an, bei denen sie die Energie nutzen, ohne die Anlage selbst finanzieren zu müssen.

E&M: Benötigen Sie dafür lokale Partner?

Zhenyu Fu: Unbedingt. Gerade in Europa sind starke lokale Partner unverzichtbar. Sie kennen die Genehmigungsverfahren, verfügen über geeignete Flächen und verstehen die regulatorischen Anforderungen. Gleichzeitig benötigen wir Energieversorger, Stromhändler oder andere Marktteilnehmer, die den erzeugten Strom vermarkten. Ohne solche Partnerschaften funktioniert dieses Geschäftsmodell nicht.

E&M: Viele Ihrer potenziellen Partner gehören zur deutschen Stadtwerkelandschaft. Können Sie sich eine Zusammenarbeit vorstellen?

Zhenyu Fu: Ja. Stadtwerke könnten sowohl bei der Projektentwicklung als auch bei der Vermarktung des erzeugten Stroms wichtige Partner sein. Genau solche Kooperationen möchten wir künftig ausbauen.

E&M: Wofür soll die Marke Skyworth in Europa künftig stehen?

Zhenyu Fu: Wir möchten nicht in erster Linie als Hersteller einzelner Produkte wahrgenommen werden. Unser Ziel ist es, als Anbieter kompletter Energielösungen bekannt zu sein − von der Projektentwicklung über intelligente Energiesysteme bis hin zu Investitions- und Servicemodellen. Wir sind überzeugt, dass sich die Branche genau in diese Richtung entwickeln wird. 

Skyworth PV

Skyworth PV ist die Solarsparte des chinesischen Elektronikkonzerns Skyworth Group, bekannt in erster Linie durch TV- und Haushaltsgeräte. Schlagzeilen machte Skyworth in Deutschland durch die Übernahme der TV-Sparte des Traditionsunternehmens Metz im Jahr 2015. Das Unternehmen stieg 2020 in das Solargeschäft ein und beschäftigt dort nach eigenen Angaben inzwischen rund 2.000 Mitarbeitende. Der Geschäftsbereich New Energy erzielte 2025 einen Umsatz von rund 2,9 Milliarden Euro. Skyworth PV ist derzeit in Europa vor allem in Deutschland und Italien aktiv. 
 

Freitag, 7.08.2026, 08:40 Uhr
Stefan Sagmeister

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