EIB-Vizepräsidentin Nicola Beer (3. v.li.) und die Wemag-Vorstände Caspar Baumgart und Thomas Murche mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (li.) bei der Vertragsunterzeichnung. Quelle: Wemag / Stephan Rudolph-Kramer
Die Europäische Investitionsbank stellt der Wemag 220 Millionen Euro für den Ausbau der Stromnetze in Westmecklenburg bereit, um erneuerbare Energien und neue Lasten zu integrieren.
Die Europäische Investitionsbank (EIB) hat dem kommunalen Energieversorger Wemag in Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern) ein Darlehen über 220 Millionen Euro zugesagt. Die Vereinbarung unterzeichneten EIB-Vizepräsidentin Nicola Beer und die Vorstände des Versorgers am 8. Januar 2026 in der Landeshauptstadt im Beisein von Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). Mit dem Kredit finanziert die Wemag mehr als ein Drittel der Netzinvestitionen, die das Unternehmen in den kommenden vier Jahren plant.
Laut dem kommunalen Unternehmen dient das Darlehen dem Ausbau und der Modernisierung der Stromnetzinfrastruktur in Westmecklenburg. Die Region verzeichnet einen wachsenden Anteil erneuerbarer Energien, insbesondere durch den Zubau von Photovoltaikanlagen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen durch Elektromobilität, Wärmepumpen und weitere elektrische Anwendungen. Diese Entwicklungen verändern die Lastflüsse im Netz und machen leistungsfähigere Strukturen erforderlich.
1,2 Milliarden Euro Investitionen geplant
Caspar Baumgart, kaufmännischer Vorstand der Wemag, erklärte, die Zusage der EIB verschaffe dem Unternehmen finanzielle Planungssicherheit für den Netzausbau. Der Ausbau sei anspruchsvoll und erfordere verlässliche Finanzierungspartner. Die Wemag betreibt Stromnetze in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Über ihre Tochtergesellschaft Wemag Netz ist sie für rund 16.484 Kilometer Stromleitungen verantwortlich. Nach eigenen Angaben plant die Netzgesellschaft bis 2033 Investitionen von insgesamt 1,2 Milliarden Euro in die Netzinfrastruktur in Mecklenburg-Vorpommern.
Auch die Landesregierung misst dem Vorhaben Bedeutung bei. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig sagte: „Mit der Zusammenarbeit von EIB und Wemag treffen europäische Finanzierung und regionale Umsetzungskraft aufeinander.“ Ziel sei es, das Stromnetz langfristig sicher, widerstandsfähig und leistungsfähig auszurichten. Der Technische Wemag-Vorstand Thomas Murche verwies darauf, dass speziell im ländlichen Raum umfangreiche Investitionen notwendig seien.
Die Vertragsunterzeichnung fand am Batteriespeicher des Unternehmens in Schwerin statt. Der Lithium-Ionen-Speicher ging 2014 in Betrieb und verfügt über eine Leistung von 16 MW sowie eine Kapazität von 20 MWh. Nach Angaben der Wemag stellt die Anlage neben der Netzstabilisierung auch Systemdienstleistungen wie Schwarzstartfähigkeit und Blindleistung bereit.
Beitrag der EIB für die Energiewende
Die EIB sieht das Engagement als Teil ihrer Unterstützung für die Energiewende in Deutschland. Nicola Beer, Vizepräsidentin der EIB, nannte ein stabiles Netz die Voraussetzung dafür, dass Haushalte und Unternehmen zuverlässig mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgt werden könnten. Laut Beer unterstützt die Bank bundesweit Investitionen in Energie- und Netzinfrastruktur, um die Transformation des Energiesektors vor Ort zu ermöglichen.
Die EIB kündigte an, EU-weit von 2023 bis 2027 insgesamt 45 Milliarden Euro für erneuerbare Energien bereitzustellen, um die Ziele des EU-Programms REPowerEU zu unterstützen. Im Jahr 2025 investierte die Bank nach eigenen Angaben 3,7 Milliarden Euro in deutsche Energieprojekte, darunter Strom- und Wärmenetze sowie Erzeugungsanlagen.
Freitag, 9.01.2026, 11:46 Uhr
Susanne Harmsen
© 2026 Energie & Management GmbH