Ein Wärmeverbund von Weil am Rhein und Basel ist technisch machbar. Quelle: Stadt Weil am Rhein / Bähr
Im Dreiländereck denken zwei Versorger die Wärmeversorgung als ein gemeinsames Projekt. Weil möchte ein Quartier über das benachbarte Basel beheizen lassen. Eine Studie macht Hoffnung.
Technisch sehen die Beteiligten keine Probleme: Eine Wärmelieferung aus der Schweiz nach Deutschland lässt sich umsetzen. Das südbadische Weil am Rhein möchte ein unmittelbar an den Grenzfluss ragendes Quartier im Ortsteil Friedlingen aus der schweizerischen Nachbarmetropole Basel versorgen lassen.
Mit den Industriellen Werken Basel (IWB), dem kommunalen Energieunternehmen des Kantons Basel-Stadt, laufen seit Mai 2025 Vorüberlegungen für einen Wärmeverbund. Jetzt teilt die Stadt Weil am Rhein, Mutter der örtlichen Stadtwerke, die ersten Erkenntnisse einer Machbarkeitsstudie mit der Öffentlichkeit. Ergebnis: Eine Wärmelieferung über die Grenze lasse sich einrichten, jetzt folgen weitere Abstimmungsschritte.
Die Stadtwerke Weil am Rhein könnten von Mitte 2028 an Wärme aus dem Fernwärmenetz der IWB beziehen. Zu diesem Zeitpunkt sei die in Basel erzeugte Wärme bereits zu 80 Prozent CO2-neutral, heißt es in der Mitteilung. Der Kanton Basel-Stadt will bis 2037 bei den Emissionen das Netto-Null-Ziel erreicht haben.
Aktuell läuft eine Umfrage von IWB und Stadtwerken, ob bei der Bevölkerung im betreffenden Gebiet Interesse an dem Wärmeverbund besteht. Die Ergebnisse daraus und weitere Erkenntnisse aus der Machbarkeitsstudie benötigen die beiden Versorger, um eine finale Investitionsentscheidung zu treffen. Stand jetzt, halten Stadt und Stadtwerke Weil den Wärmeverbund für „grundsätzlich attraktiv“ und „einen Beitrag zur Dekarbonisierung von Weil am Rhein und der ganzen Region“.
Für die IWB wäre es nicht der erste grenzüberschreitende Kontakt. Im Projekt „H2@Hochrhein“ untersucht die Freiburger Badenova in einem Teilbereich etwa, ob eine Wasserstoff-Leitung für die energieintensive Industrie auch ans IWB-Netz andocken könnte. Selbst produzieren die Basler einen Teil ihres Ökostroms über Beteiligungen an Windkraftanlagen in Frankreich und Deutschland.
Freitag, 24.04.2026, 13:51 Uhr
Volker Stephan
© 2026 Energie & Management GmbH