Symbolische Übergabe des Förderbescheids des Landes Baden-Württemberg und Präsentation der ersten Tübinger Pantographen-Ladehaube. Quelle: Stadtwerke Tübingen
Das Land Baden-Württemberg fördert den Ausbau der Ladeinfrastruktur für Tübingens Elektrobusse mit rund 23 Millionen Euro. Bis Ende 2027 sollen 47 Busse elektrisch fahren.
Die Elektrifizierung des öffentlichen Nahverkehrs treiben die Stadtwerke Tübingen (swt) gemeinsam mit ihrer Tochtergesellschaft „TüBus GmbH“ voran. Wie der Energieversorger in einer Mitteilung am 1. Juli bekannt gab, erhält das Vorhaben vom Land Baden-Württemberg rund 22,4 Millionen Euro für den Aufbau der Ladeinfrastruktur. Bis Ende 2027 sollen dadurch 47 Linienbusse elektrisch auf den Straßen der über 94.000 Einwohner zählenden Universitätsstadt unterwegs sein. Damit wären rund 60 Prozent der Flotte elektrifiziert.
Nach Angaben der Stadtwerke schafft die Förderung die finanzielle Grundlage für den schrittweisen Ausbau mehrerer Ladeeinrichtungen im Stadtgebiet. Die „TüBus GmbH“ bereitet bereits den Bau der ersten größeren Ladestandorte vor.
Den Kern der neuen Infrastruktur bilden Schnellladestationen mit Pantographentechnik. Dabei verbindet sich der auf dem Busdach montierte Stromabnehmer automatisch mit einer über der Fahrbahn angebrachten Ladeeinrichtung. Laut Verkehrsunternehmen kann jede Ladehaube Ladeleistungen von bis zu 360 kW bereitstellen und die Fahrzeuge deutlich schneller laden als herkömmliche Steckeranschlüsse.
Am Busbereitstellungsplatz an der Europastraße nahe der Tübinger Innenstadt sollen 2027 neun Pantographen-Ladehauben sowie zwei Stecker-Ladepunkte entstehen. Weitere zwei Schnellladepunkte sind am Zentralen Omnibusbahnhof am südlichen Rand der Tübinger Altstadt vorgesehen. Auf dem Betriebsgelände der Omnibusfirma Schnaith kommen fünf Stecker-Ladeplätze hinzu. Außerdem entsteht auf einem ehemaligen Autohausgelände in der Schaffhausenstraße ein weiterer dezentraler Ladestandort mit Pantographen- und Steckerladern. Nach Angaben der Stadtwerke sollen die ersten Standorte bis Ende dieses Jahres fertiggestellt werden. Weitere Anlagen folgen bis Ende 2029.
Zwischenladen soll Betrieb effizienter machen
Nach Angaben der Verkehrsgesellschaft fiel die Entscheidung bewusst zugunsten eines Systems aus Nacht- und Zwischenladungen. Während ein Teil der Fahrzeuge über Nacht geladen wird, sollen Schnellladungen während des Linienbetriebs die Reichweite erhöhen. Das ermögliche längere Umläufe mit kleineren Batterien und reduziere die Zahl der benötigten Fahrzeuge. Angesichts höherer Anschaffungskosten für Elektrobusse könne dies die Wirtschaftlichkeit verbessern.
Die Umstellung der Busflotte läuft in der Universitätsstadt bereits seit mehreren Jahren. Aktuell sind nach Unternehmensangaben 27 Elektrobusse im Einsatz. In diesem Jahr sollen neun weitere Gelenkbusse hinzukommen, 2027 folgen weitere neun Gelenk- sowie zwei Solobusse. Dann werden insgesamt 47 Busse elektrisch betrieben. Die Fahrzeugbeschaffung wird zusätzlich mit rund 11 Millionen Euro aus Bundesmitteln gefördert.
Für den Bau der Ladeinfrastruktur müssen zunächst Netzanschlüsse und weitere bauliche Voraussetzungen geschaffen werden. Die ersten Pantographen-Ladevorgänge am Busbereitstellungsplatz an der Europastraße sollen nach Angaben des Unternehmens im Frühjahr 2027 stattfinden.
Montag, 6.07.2026, 10:15 Uhr
Davina Spohn
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