Quelle: Katia Meyer-Tien
Der Ladelösungsanbieter The Mobility House fokussiet sich auf Vehicle-to-Grid-Lösungen in Europa. Das Nordamerikageschäft der Münchner wird übernommen.
Der Münchner Ladelösungsanbieter The Mobility House will seine operativen Ressourcen und die Technologieentwicklung künftig stärker auf Europa ausrichten. Im Zentrum stehen Vehicle-to-Grid (V2G), Vehicle-to-Home (V2H) sowie die Aggregation und Vermarktung von Fahrzeug- und stationären Batterien an den Energiemärkten. Das Nordamerika-Geschäft des Unternehmens geht an Powerflex, die zu EDF Power Solutions North America gehört. Im Gegenzung erhalten die Münchner eine Minderheitsbeteiligung an Powerflex, wie aus einer Mitteilung des Unternehmens hervorgeht. Finanzielle Einzelheiten der Transaktion wurden nicht genannt.
The Mobility House North America ist in erster Linie im Lade- und Energiemanagement für Schulbusse, den öffentlichen Personennahverkehr und andere Flotten tätig. Das unternehmenseigene System „ChargePilot“ steuert nach Angaben des Unternehmens in den USA und Kanada mehr als 100 MW Ladeleistung für mehr als 150 Flottenbetreiber.
Hinzu kommen sieben Projekte zur Vehicle-Grid-Integration (VGI) in mehreren US-Bundesstaaten. Dabei wird die Flexibilität von Fahrzeugbatterien unter anderem für Netzdienstleistungen genutzt. In Kalifornien beteiligt sich das Unternehmen nach eigenen Angaben mit seiner Plattform „Cascade“ am Emergency Load Reduction Program des Energieversorgers PG&E. In Massachusetts sollen in einem staatlich geförderten Vehicle-to-Everything-Programms (V2X) bis zu 100 bidirektionale Ladesysteme installiert werden.
Verbindung von Laden, Photovoltaik und Speicher
Powerflex will das Geschäft in eine Plattform integrieren, die neben Ladeinfrastruktur auch Photovoltaik, Batteriespeicher und Energiemanagement umfasst. Powerflex gibt an, derzeit mehr als 70.000 Ladepunkte zu verwalten. Zudem hat das Unternehmen nach eigenen Angaben mehr als 500 MW Photovoltaikleistung sowie Batteriespeicher mit einer Kapazität von mehr als 50.000 kWh installiert. Die Plattform „PowerFlex X“ steuert die verschiedenen Energieanlagen auf Standortebene.
Die beiden Unternehmen wollen ihre Softwareplattformen schrittweise zusammenführen. Bestehende Verträge und Ansprechpartner von The Mobility House North America sollen erhalten bleiben. Gregor Hintler, bislang CEO der nordamerikanischen Gesellschaft, wechselt zu Powerflex.
Die Transaktion ist Teil eines größeren Restrukturierungsprozesses bei The Mobility House. Erst im Juni hatten die Münchner bekannt gegeben, sich von ihrem Geschäftsbereich „The Mobility House Solutions“ trennen zu wollen. Käufer dieser Sparte ist der französische Mobilitäts- und Zahlungsdienstleister Edenred (wir berichteten). (kmt)
Montag, 10.08.2026, 14:40 Uhr
Katia Meyer-Tien
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