Quelle: Deutz AG
Die Kölner Deutz AG hat ihren Umsatz steigern können, auch wegen Zukäufen und Kostensenkungen. Das Geschäft für dezentrale Energielösungen gewinnt an Bedeutung.
Der Motorenhersteller Deutz hat im Geschäftsjahr 2025 Umsatz und Auftragseingang deutlich gesteigert, teilte der Konzern am 26. März bei der Vorstellung seiner Geschäftsbilanz mit. Der Auftragseingang wuchs demnach um 13,7 Prozent auf 2,08 Milliarden Euro, der Umsatz um 12,7 Prozent auf 2,04 Milliarden Euro. Das Unternehmen profitierte von der Ausweitung seines Portfolios sowie von Zukäufen.
Das bereinigte Ergebnis (Ebit vor Sondereffekten) erhöhte sich auf 112,3 Millionen Euro und lag damit deutlich höher als im Vorjahr mit 76,7 Millionenn Euro. Das Ebitda schloss im vergangenen Geschätsjahr mit 208 Millionen Euro ab, ebenfalls höher als 2024 mit 170,3 Millionen Euro. Der Auftragsbestand summierte sich zum Jahresende 2025 auf 497,7 Millionen Euro (31. Dezember 2024: 463,9 Millionen Euro).
Kostensenkungen aus dem Programm „Future Fit“ sowie Ergebnisbeiträge aus neuen Geschäften stützten diese Entwicklung. Zudem hätte der weitere Ausbau der Vertriebs- und Serviceaktivitäten für Daimler-Truck-Industriemotoren sowie das Wachstum im Energy-Bereich durch die „sehr positive Entwicklung von Blue Star Power Systems“ zu dem Ergebnis beigetragen, teilte Deutz in seinem Geschäftsbericht weiter mit.
„In einem anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Umfeld mit großen konjunkturellen Herausforderungen im Motorengeschäft haben wir eines der besten Ergebnisse der jüngeren Unternehmensgeschichte erzielt“, sagte Konzernchef Sebastian Schulte. „Ziel ist es, den Umsatz bis 2030 auf vier Milliarden Euro zu verdoppeln und dabei die bereinigte Ebit-Rendite auf zehn Prozent zu steigern. Dazu setzen wir seit Anfang des Jahres auf fünf eigenständige Geschäftsbereiche.“
Neue Struktur mit fünf Geschäftsbereichen
Seit Anfang 2026 organisiert Deutz seine Aktivitäten in fünf eigenständigen Business Units: Services, Diesel- und Gasmotoren (Engines), batteriebetriebe sowie H2-Anwendungen (New Tec), dezentrale Energieversorgung (Energy) sowie Antriebs- und Energielösungen für den Rüstungssektor (Defense). Das Unternehmen will damit seine Steuerung stärker an den Anforderungen einzelner Märkte ausrichten.
Ein zentraler Wachstumstreiber liegt laut dem Deutz-Vorstand im Ausbau des Energy-Segments. Mit der Übernahme der Frerk Aggregatebau GmbH hat Deutz sein Portfolio in der dezentralen Energieversorgung erweitert. Der Kölner Motorenhersteller hatte den Kauf von 100 Prozent der Anteile an der Frerk Aggregatebau GmbH Anfang dieses Jahres abgeschlossen (wir berichteten). Der Fokus liegt unter anderem auf Notstromsystemen für Rechenzentren.
Deutz stellt sich damit breiter auf und will so unabhängiger vom „zyklischen Geschäft mit Verbrennungsmotoren“ werden. Zuvor hatte der Kölner Konzern im Jahr 2024 den US-Stromgeneratoren-Hersteller Blue Star Power Systems gekauft (wir berichteten). Auch das Geschäft mit stationären Anwendungen entwickelt sich laut den Kölnern gut.
Außerdem hatte Deutz im Juni 2025 den Abgasnachbehandlungsspezialisten HJS Emission Technology sowie das niederländische Unternehmen Urban Mobility Systems übernommen. Dieses ist spezialisiert auf batterieelektrische Antriebe für Off-Highway-Anwendungen.
Ausblick für das Jahr 2026
Das Kostenprogramm „Future Fit“ führte 2025 zu Einsparungen von mehr als 25 Millionen Euro. Bis Ende 2026 soll die Kostenbasis um mehr als 50 Millionen Euro gegenüber 2024 sinken. „Den Kauf der Sobek Group zur strategischen Verstärkung unseres Defense-Portfolios konnten wir über eine sehr erfolgreiche Kapitalerhöhung im September 2025 refinanzieren. Unsere Eigenkapitalquote lag zum Jahresende bei gut 50 Prozent. Damit sind wir bestens aufgestellt, um auch weiterhin in anorganisches Wachstum investieren zu können“, sagte Finanzvorstand Oliver Neu.
Die Zahl der Mitarbeitenden hat sich leicht erhöht von 5.228 im Jahr 2024 auf derzeit 5.712. Die gestiegene Zahl kam jedoch nur durch die Übernahmen von 380 Beschäftigte durch die Zukäufe von HJS und Sobek zustande und verdeckt zugleich den Personalabbau bei Deutz, der ebenfalls zum Kostenprogramm gehört. Bis Ende 2025 haben laut dem Geschäftsbericht 203 Mitarbeitende den Konzern verlassen. Weltweit sollen bis zu 300 Stellen „sozialverträglich“ wegfallen. Betroffen sind wohl vor allem Forschung und Entwicklung als auch Regionalbüros, teilte Deutz bereits 2024 mit.
Für das Jahr 2026 erwartet der Deutz-Konzern einen Umsatz zwischen 2,3 Milliarden Euro und 2,5 Milliarden Euro. Voraussetzung ist eine leichte Erholung der Nachfrage im Motorenmarkt, insbesondere im Bau- und Agrarsektor. Die Ergebnisentwicklung soll durch weitere Einsparungen, zusätzliche Service-Akquisitionen und den Ausbau der neuen Geschäftsbereiche unterstützt werden.
Donnerstag, 26.03.2026, 13:23 Uhr
Heidi Roider
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