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Abo Energy hat mit einer Stillhaltevereinbarung die Basis für eine Sanierung gelegt. Nach Abschreibungen und Umsatzverschiebungen steuert der Projektierer auf einen hohen Verlust zu.
Der Projektierer Abo Energy hat mit „wesentlichen Finanzierungsgläubigern“ eine Stillhaltevereinbarung abgeschlossen, teilte das Unternehmen am 26.
Januar mit. Die Finanzpartner verzichten vorerst darauf, Kündigungsrechte aus bestehenden Finanzierungen geltend zu machen. Damit erhält das Unternehmen Zeit, ein Sanierungskonzept auszuarbeiten und umzusetzen. Zugleich wurden die Anleihegläubiger zum Beitritt aufgefordert.
Nach Korrekturen an der Ergebnisprognose im November 2025 und Januar 2026 erwartet der Erneuerbarenprojektierer für das Geschäftsjahr 2025 erstmals in der Unternehmensgeschichte einen hohen Jahresverlust (wir berichteten). Das Unternehmen wird das vergangene Geschäftsjahr wohl mit einem Minus von 170
Millionen Euro abschließen.
Die Anpassung der Prognose resultiert zu einem Teil aus zeitlichen Verschiebungen in einem Umfang von 40
Millionen Euro, wie Abo Energy schon im Januar ad hoc mitgeteilt hatte (wir berichteten). Weitere 35
Millionen Euro entfallen auf Wertberichtigungen infolge aktueller Marktveränderungen in Deutschland und international.
Zu den Verschiebungen zählen unter anderem für 2025 eingeplante Rechteverkäufe auf Wind- und Batterieprojekte in Deutschland. Darüber hinaus haben sich Abrechnungen für erbrachte Entwicklungsleistungen sowie die Abnahme vorgesehener Bauleistungen gegenüber den ursprünglichen Planungen verzögert.
Stellenbbau bei Abo Energy wahrscheinlich Die Geschäftsleitung hat nach eigener Auskunft bereits ein Transformations- und Effizienzprogramm gestartet. Ein Beratungsunternehmen unterstützt bei der Analyse und Umsetzung. Geschäftsführer Alexander Reinicke erklärte in der Mitteilung: „Wir haben bereits zahlreiche Maßnahmen identifiziert und teilweise auch umgesetzt, um unsere Kosten an das veränderte Marktumfeld anzupassen – dazu gehört aller Voraussicht nach auch ein entsprechender Personalabbau.“ Für die operative Steuerung des Sanierungsprozesses hat das Unternehmen Hübner Management eingebunden.
Für die Umsetzung des Sanierungskonzepts benötigt Abo Energy auch die Zustimmung der Gläubiger der Anleihe 2024/2029 (ISIN: DE000A3829F5). Das Unternehmen plant eine Abstimmung ohne Versammlung. Dabei sollen die Gläubiger unter anderem auf die Negativerklärung in den Anleihebedingungen verzichten.
Dieser Schritt soll es ermöglichen, Sicherheiten für Zwischenfinanzierungen laufender Projekte zu bestellen. Zudem ist vorgesehen, den Rechtsanwalt Andreas Ziegenhagen als gemeinsamen Vertreter der Anleihegläubiger zu bestellen, um deren Beitritt zur Stillhaltevereinbarung zu organisieren. Die Abstimmungsunterlagen stellt das Unternehmen nach Veröffentlichung der Einberufung im Bundesanzeiger online bereit.
Projektpipeline als Grundlage für NeuausrichtungUngeachtet der angespannten Lage verweist das Management auf die Projektpipeline. Diese umfasst nach Unternehmensangaben Wind-, Solar- und Batterieprojekte mit einer Gesamtleistung von 30.000 MW. Ein
erheblicher Teil entfällt auf Deutschland und Frankreich. Diese Projektbasis soll nach Abschluss der Sanierung die Grundlage für eine Rückkehr zu stabilen Ergebnissen liefern.
Die Abo Energy GmbH & Co. KGaA ist ein deutsches Energieunternehmen mit Sitz in Wiesbaden. Es ist tätig in der Entwicklung, Planung, Errichtung und im Betrieb von Anlagen der erneuerbaren Energien. Das Unternehmen realisiert Wind- und Solarparks sowie Batterie- und Wasserstoffprojekte und deckt alle Projektphasen von der Standortanalyse über Genehmigung und Bau bis zur Betriebsführung und zum Service ab.
Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben in rund 16 Ländern aktiv und beschäftigt derzeit 1.400 Mitarbeitende. Die Umsatzerlöse beliefen sich 2024 auf 446
Millionen Euro. Die laufende Projektentwicklung umfasst rund 34.000
MW an Wind, Solar und Batteriespeichern.
Montag, 26.01.2026, 15:14 Uhr
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