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Energie & Management > IT - Stadtwerke entwickeln Prosumer-Plattform
Christof Spangenberg, Geschäftsführer m3 management consulting. Quelle: m3 management consulting
IT

Stadtwerke entwickeln Prosumer-Plattform

Eine Stadtwerke-Initiative treibt den Aufbau einer Prosumer-Plattform voran. Ein zukunftsträchtiges Geschäftsfeld, wie Christof Spangenberg im Gespräch mit E&M erläutert.
Viel Zeit haben die kommunalen Versorger nach Einschätzung von Christof Spangenberg nicht. Die Situation sei „brandgefährlich“, sagt der Geschäftsführer der M3 Management Consulting. Denn mehr und mehr Wettbewerber der Stadtwerke haben die Prosumer in den Fokus genommen und wollen ihnen bei der Vermarktung ihres Flexibilisierungspotenzials helfen. In diesem Zusammenhang versuchen sie auch das Optimierungspotenzial des Kunden hinter dem Netzanschlusspunkt durch eine intelligente und automatisierte Steuerung seiner Geräte und Anlagen auszuschöpfen.

„Dies ist ein Geschäftsmodell für Stadtwerke“, betont Spangenberg und warnt: „Wenn Stadtwerke nicht solche Angebote machen können, werden die Kunden zur Konkurrenz gehen. Dann haben die Kommunalen die Kunden nur noch als Netzkunden.“ Und wenn die Kunden erst einmal zu einem der neuen Anbieter gewechselt seien, sei fraglich, ob man sie wieder zurückgewinnen könne. Vier Stadtwerke bildeten den Ausgangspunkt der Initiative. „Mittlerweile haben sich uns 16 weitere Unternehmen angeschlossen“, berichtet Spangenberg. Zunächst soll der Fokus auf Ein- und Zweifamilienhäusern liegen und dann auf Mehrfamilienhäuser und Gewerbebetriebe ausgedehnt werden.

Bestehende Lösungen decken nicht alle benötigten Funktionen ab

Die Lösungen, beispielsweise Heim-Energiemanagementsysteme, die es schon am Markt gibt, haben Spangenberg und seine Mitstreiter bereits unter die Lupe genommen. Doch dem M3-Geschäftsführer zufolge bilden diese nicht alle benötigten Funktionen ab. In einigen Fällen sei beispielsweise ein zeitvariabler Tarif umsetzbar, dann fehle aber die Anbindung an den Netzbetreiber oder den Handelsmarkt. „So hat jedes Energiemanagementsystem seine Defizite“, sagt Spangenberg. Die Anbieter der derzeit verfügbaren Lösungen will er dennoch mit ins Boot holen. Nicht alles soll neu aufgebaut werden. Doch das Ziel ist: „Wir wollen eine Lösung an den Markt bringen, die über alle Funktionalitäten verfügt. Dazu sprechen wir auch mit den Marktbegleitern und Dienstleistern.“

Spätestens im ersten Quartal 2025 soll die Plattform operativ sein. Begleitend werde es ein gesellschaftsrechtliches Konstrukt geben, an dem sich Stadtwerke beteiligen können und das dann auch von einem Stadtwerkekonsortium weitergeführt wird. Vorbild ist die Versorger-Allianz 450. Deren Entstehung war von der K.Group, die 2022 mit der bisherigen M3 Management Consulting zur neuen M3 verschmolzen wurde, begleitet worden. Aus der Initiative zum Aufbau des 450-MHz-Netzes für die Energiewirtschaft wurde 2019 ein eingetragener Verein, aus dem dann im Oktober 2020 die „Versorger-Allianz-450 Beteiligungs-GmbH & Co. KG“ hervorging. Gründungsgesellschafter waren die Netze BW, die Oberhessischen Versorgungsbetriebe (OVAG), die MVV Netze aus Mannheim und die SWO Netz GmbH aus Osnabrück. Die Versorger-Allianz 450 ist selbst mittlerweile mit 25 Prozent an der 450 Connect GmbH beteiligt.

Bei der Prosumer-Plattform könnte das Vorgehen ähnlich sein: „Derzeit präferieren wir ein Modell, bei dem die Stadtwerke über Entwicklungsverträge die Plattform mitfinanzieren und die Option bekommen, sich später an der Gesellschaft, die die Plattform trägt und betreibt, zu beteiligen“, erläutert Spangenberg.

Das vollständige Interview mit Christof Spangenberg lesen Sie in der April-Ausgabe von Energie & Management.

Donnerstag, 28.03.2024, 14:30 Uhr
Fritz Wilhelm
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Christof Spangenberg, Geschäftsführer m3 management consulting. Quelle: m3 management consulting
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Eine Stadtwerke-Initiative treibt den Aufbau einer Prosumer-Plattform voran. Ein zukunftsträchtiges Geschäftsfeld, wie Christof Spangenberg im Gespräch mit E&M erläutert.
Viel Zeit haben die kommunalen Versorger nach Einschätzung von Christof Spangenberg nicht. Die Situation sei „brandgefährlich“, sagt der Geschäftsführer der M3 Management Consulting. Denn mehr und mehr Wettbewerber der Stadtwerke haben die Prosumer in den Fokus genommen und wollen ihnen bei der Vermarktung ihres Flexibilisierungspotenzials helfen. In diesem Zusammenhang versuchen sie auch das Optimierungspotenzial des Kunden hinter dem Netzanschlusspunkt durch eine intelligente und automatisierte Steuerung seiner Geräte und Anlagen auszuschöpfen.

„Dies ist ein Geschäftsmodell für Stadtwerke“, betont Spangenberg und warnt: „Wenn Stadtwerke nicht solche Angebote machen können, werden die Kunden zur Konkurrenz gehen. Dann haben die Kommunalen die Kunden nur noch als Netzkunden.“ Und wenn die Kunden erst einmal zu einem der neuen Anbieter gewechselt seien, sei fraglich, ob man sie wieder zurückgewinnen könne. Vier Stadtwerke bildeten den Ausgangspunkt der Initiative. „Mittlerweile haben sich uns 16 weitere Unternehmen angeschlossen“, berichtet Spangenberg. Zunächst soll der Fokus auf Ein- und Zweifamilienhäusern liegen und dann auf Mehrfamilienhäuser und Gewerbebetriebe ausgedehnt werden.

Bestehende Lösungen decken nicht alle benötigten Funktionen ab

Die Lösungen, beispielsweise Heim-Energiemanagementsysteme, die es schon am Markt gibt, haben Spangenberg und seine Mitstreiter bereits unter die Lupe genommen. Doch dem M3-Geschäftsführer zufolge bilden diese nicht alle benötigten Funktionen ab. In einigen Fällen sei beispielsweise ein zeitvariabler Tarif umsetzbar, dann fehle aber die Anbindung an den Netzbetreiber oder den Handelsmarkt. „So hat jedes Energiemanagementsystem seine Defizite“, sagt Spangenberg. Die Anbieter der derzeit verfügbaren Lösungen will er dennoch mit ins Boot holen. Nicht alles soll neu aufgebaut werden. Doch das Ziel ist: „Wir wollen eine Lösung an den Markt bringen, die über alle Funktionalitäten verfügt. Dazu sprechen wir auch mit den Marktbegleitern und Dienstleistern.“

Spätestens im ersten Quartal 2025 soll die Plattform operativ sein. Begleitend werde es ein gesellschaftsrechtliches Konstrukt geben, an dem sich Stadtwerke beteiligen können und das dann auch von einem Stadtwerkekonsortium weitergeführt wird. Vorbild ist die Versorger-Allianz 450. Deren Entstehung war von der K.Group, die 2022 mit der bisherigen M3 Management Consulting zur neuen M3 verschmolzen wurde, begleitet worden. Aus der Initiative zum Aufbau des 450-MHz-Netzes für die Energiewirtschaft wurde 2019 ein eingetragener Verein, aus dem dann im Oktober 2020 die „Versorger-Allianz-450 Beteiligungs-GmbH & Co. KG“ hervorging. Gründungsgesellschafter waren die Netze BW, die Oberhessischen Versorgungsbetriebe (OVAG), die MVV Netze aus Mannheim und die SWO Netz GmbH aus Osnabrück. Die Versorger-Allianz 450 ist selbst mittlerweile mit 25 Prozent an der 450 Connect GmbH beteiligt.

Bei der Prosumer-Plattform könnte das Vorgehen ähnlich sein: „Derzeit präferieren wir ein Modell, bei dem die Stadtwerke über Entwicklungsverträge die Plattform mitfinanzieren und die Option bekommen, sich später an der Gesellschaft, die die Plattform trägt und betreibt, zu beteiligen“, erläutert Spangenberg.

Das vollständige Interview mit Christof Spangenberg lesen Sie in der April-Ausgabe von Energie & Management.

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