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Energie & Management > Stadtwerke - Stadtwerke Bonn warnen vor Millionendefiziten ab 2028
Die Umstellung der Bonner Busflotte auf Elektro ist in der Diskussion. Quelle: Stadtwerke Bonn
Stadtwerke

Stadtwerke Bonn warnen vor Millionendefiziten ab 2028

Irgendwann sind 50 Millionen Euro Gewinn aus der Energiesparte nicht mehr genug. Die Stadtwerke Bonn sagen ab 2028 Verluste in Millionenhöhe voraus. Eine Kurskorrektur deutet sich an.
Die Bundesstadt Bonn hat Post von einer ihrer Töchter bekommen, eine Art Brandbrief. Der Stadtwerke-Konzern kündigt in dem Wirtschaftsplan für die Jahre ab 2028 jährliche Millionenverluste in zweistelliger Höhe an. Das Minus im übernächsten Jahr soll demnach 28,7 Millionen Euro betragen.

Eine Sprecherin der Stadtwerke Bonn (SWB) bestätigt auf Anfrage dieser Redaktion, dass das Unternehmen diese Summe dem Stadtrat in nicht-öffentlicher Sitzung mitgeteilt hätte. Für 2029 und 2030 steigt das Defizit laut Papier auf 34 Millionen Euro beziehunsgsweise auf 42,9 Millionen Euro. Als Grund führt der Konzern die vergangene Entscheidung der Kommune an, die Zuschüsse für die verlustreiche Verkehrssparte ab 2028 herunterzufahren.

Die Stadtwerke selbst sind also offenbar nicht in finanziell schwierigem Fahrwasser. Dafür spricht, dass die Energiesparte – organisiert in der Gesellschaft SWB Energie und Wasser – verlässlich 50 Millionen Euro in die Kassen des Konzerns spült. Diese „stabilen Ergebnisse“ pro Jahr plane der Versorger auch für die Zukunft, so die Sprecherin.

Bestellte Nahverkehrsleistungen auch bezahlen

Mit dem Wirtschaftsplan spielen die Stadtwerke den Ball zurück ins Feld der Kommune. Diese hatte in den vergangenen Jahren das Angebot im Nahverkehr von den Stadtwerken eher ausweiten lassen, aufgrund eigener Finanzprobleme die Zuschüsse in den Haushalten ab 2028 dann allerdings reduziert.

„Aus Sicht der SWB müssen die bestellten ÖPNV-Leistungen auch bezahlt werden“, so die Sprecherin. Anders gesagt, ist der Versorger nicht bereit, das Minus auf den eigenen Deckel zu nehmen. Für die SWB-Gruppe müsse sich „mindestens ein ausgeglichenes Ergebnis“ ergeben. Das Verhältnis zum neuen Oberbürgermeister Guido Deus (CDU) gilt als nicht ganz unbelastet, seit ein Vertrauter Einfluss auf ein Grundstücksgeschäft der Stadtwerke nehmen wollte (wir berichteten).

Jetzt reagiert die Kommunalpolitik. Der Rat hat die Kommune mit OB Deus an der Spitze beauftragt, gemeinsam mit den Stadtwerken einen Sparplan für den ÖPNV zu entwickeln. Nach Lesart der Stadtwerke geht es darum, den Nahverkehrsplan so zu überarbeiten, die ÖPNV-Leistungen ab dem Jahr 2028 wieder mit den finanziellen Möglichkeiten der Bundesstadt Bonn zu „harmonisieren“. Die Ratsvorlage des OB spricht von „erheblichen Einschnitten in das ÖPNV-Netz und die Bedienungsqualität“.

Örtliche Medien spekulieren auch darüber, dass die Einsparungen nicht auf den Nahverkehr beschränkt bleiben. So könnten auch andere Ausgaben der SWB in den Fokus geraten, die der Wirtschaftsplan bis 2030 listet und mit insgesamt 1,2 Milliarden Euro beziffert. Darunter befinden sich zwei- bis dreistellige Millionenbeträge für (Straßen-)Bahnen, Elektrobusse oder die Leitungsnetze. Der OB hatte den Fahrplan für die Umstellung der Busflotte auf Elektroantriebe zuletzt öffentlich in Zweifel gezogen.

Donnerstag, 12.02.2026, 14:42 Uhr
Volker Stephan
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Die Umstellung der Bonner Busflotte auf Elektro ist in der Diskussion. Quelle: Stadtwerke Bonn
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Irgendwann sind 50 Millionen Euro Gewinn aus der Energiesparte nicht mehr genug. Die Stadtwerke Bonn sagen ab 2028 Verluste in Millionenhöhe voraus. Eine Kurskorrektur deutet sich an.
Die Bundesstadt Bonn hat Post von einer ihrer Töchter bekommen, eine Art Brandbrief. Der Stadtwerke-Konzern kündigt in dem Wirtschaftsplan für die Jahre ab 2028 jährliche Millionenverluste in zweistelliger Höhe an. Das Minus im übernächsten Jahr soll demnach 28,7 Millionen Euro betragen.

Eine Sprecherin der Stadtwerke Bonn (SWB) bestätigt auf Anfrage dieser Redaktion, dass das Unternehmen diese Summe dem Stadtrat in nicht-öffentlicher Sitzung mitgeteilt hätte. Für 2029 und 2030 steigt das Defizit laut Papier auf 34 Millionen Euro beziehunsgsweise auf 42,9 Millionen Euro. Als Grund führt der Konzern die vergangene Entscheidung der Kommune an, die Zuschüsse für die verlustreiche Verkehrssparte ab 2028 herunterzufahren.

Die Stadtwerke selbst sind also offenbar nicht in finanziell schwierigem Fahrwasser. Dafür spricht, dass die Energiesparte – organisiert in der Gesellschaft SWB Energie und Wasser – verlässlich 50 Millionen Euro in die Kassen des Konzerns spült. Diese „stabilen Ergebnisse“ pro Jahr plane der Versorger auch für die Zukunft, so die Sprecherin.

Bestellte Nahverkehrsleistungen auch bezahlen

Mit dem Wirtschaftsplan spielen die Stadtwerke den Ball zurück ins Feld der Kommune. Diese hatte in den vergangenen Jahren das Angebot im Nahverkehr von den Stadtwerken eher ausweiten lassen, aufgrund eigener Finanzprobleme die Zuschüsse in den Haushalten ab 2028 dann allerdings reduziert.

„Aus Sicht der SWB müssen die bestellten ÖPNV-Leistungen auch bezahlt werden“, so die Sprecherin. Anders gesagt, ist der Versorger nicht bereit, das Minus auf den eigenen Deckel zu nehmen. Für die SWB-Gruppe müsse sich „mindestens ein ausgeglichenes Ergebnis“ ergeben. Das Verhältnis zum neuen Oberbürgermeister Guido Deus (CDU) gilt als nicht ganz unbelastet, seit ein Vertrauter Einfluss auf ein Grundstücksgeschäft der Stadtwerke nehmen wollte (wir berichteten).

Jetzt reagiert die Kommunalpolitik. Der Rat hat die Kommune mit OB Deus an der Spitze beauftragt, gemeinsam mit den Stadtwerken einen Sparplan für den ÖPNV zu entwickeln. Nach Lesart der Stadtwerke geht es darum, den Nahverkehrsplan so zu überarbeiten, die ÖPNV-Leistungen ab dem Jahr 2028 wieder mit den finanziellen Möglichkeiten der Bundesstadt Bonn zu „harmonisieren“. Die Ratsvorlage des OB spricht von „erheblichen Einschnitten in das ÖPNV-Netz und die Bedienungsqualität“.

Örtliche Medien spekulieren auch darüber, dass die Einsparungen nicht auf den Nahverkehr beschränkt bleiben. So könnten auch andere Ausgaben der SWB in den Fokus geraten, die der Wirtschaftsplan bis 2030 listet und mit insgesamt 1,2 Milliarden Euro beziffert. Darunter befinden sich zwei- bis dreistellige Millionenbeträge für (Straßen-)Bahnen, Elektrobusse oder die Leitungsnetze. Der OB hatte den Fahrplan für die Umstellung der Busflotte auf Elektroantriebe zuletzt öffentlich in Zweifel gezogen.

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