Quelle: Fotolia / Eisenhans
Senec schreibt weiter rote Zahlen. Im Geschäftsbericht für 2024 weist die EnBW-Tochter ein Minus von 386 Millionen und Verbindlichkeiten von 1 Milliarde Euro aus. Gesucht: ein Investor.
Das Management des PV-Speicherherstellers Senec schaut nach vorne: Das Ergebnis werde 2025 besser, als das durch Sondereffekte geprägte Ergebnis im Jahr 2024 ausfallen, aber immer noch negativ sein, prognostiziert die Geschäftsführung im kürzlich veröffentlichten Jahresabschluss. „Eine Rückkehr zu einem operativen Ergebnis (Ebitda) im deutlich positiven Bereich wird, aufgrund des von hohen Preis- und Absatzrisiken geprägten Marktumfelds, für das Jahr 2028 erwartet“, heißt es weiter.
Prägend für den Geschäftsverlauf 2024 war der Austausch von Speichermodulen bei Kunden. Knapp 50 Prozent der betroffenen Module tauschte Senec mit seinen Fachpartnern nach eigenen Angaben aus – inzwischen ist dem Vernehmen nach bei fast allen Geräten, rund 100.000, die Modultechnik erneuert.
Ab August 2024 führte Senec die neuen Gerätegenerationen mit Lithium-Eisenphosphat-Speichermodulen ein. Deren Absatz sei 2024 hinter den Erwartungen zurückgeblieben.
Unter dem Strich bilanziert das EnBW-Tochterunternehmen einen Jahresfehlbetrag von rund 386 Millionen Euro (2023: minus 663 Millionen Euro). Abzüglich von Sondereffekten aus den Inzidenzfällen und der Abwicklung des Feldtauschs weist Senec ein bereinigtes Jahresergebnis von minus 151 Millionen Euro aus.
Geld von der Konzernmutter
Den Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit beziffert der Leipziger Speicherhersteller zum Bilanzstichtag auf minus 467 Millionen Euro (Vorjahr: minus 248 Millionen Euro). Dank Finanzspritzen der Konzernmutter ergab sich laut Jahresabschluss ein positiver Cashflow aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von 516 Millionen Euro (Vorjahr: 430; Millionen Euro). Die liquiden Mittel beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 122 Millionen Euro (Vorjahr: 128 Millionen Euro).
Im Juni 2024 erhielt Senec demnach zusätzliche Finanzmittel in Höhe von rund 166 Millionen Euro durch eine Erhöhung des Darlehensrahmens bei der Muttergesellschaft EnBW. Im November 2024 wurde der Gesellschaft für den noch nicht gezogenen Teil des Darlehens sowie eine weitere Tranche eine Finanzierung in Form einer Erhöhung des Eigenkapitals zugesagt – davon wurden rund 247 Millionen Euro bis zum Berichtszeitpunkt ausgezahlt.
Zudem: „Mit Beschluss vom 17.06.2025 wurde der Gesellschaft auf Grundlage einer Überarbeitung der strategischen Ausrichtung und eines umfangreichen Programms definierter Maßnahmen weitere Finanzmittel in Höhe von bis zu 419,8 Millionen Euro zugesagt.“ Die Umsetzung erfolge über eine Zuführung zur Kapitalrücklage.
Verkauf, Verkleinerung oder Fortführung
Die Verbindlichkeiten der Senec GmbH betrugen laut Bilanz zum 31.12.2024 gut 1 Milliarde Euro (Vorjahr: 739 Millionen Euro). Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen seien von 287 auf 958 Millionen Euro gestiegen. Wesentlicher Bestandteil seien Darlehensverbindlichkeiten inklusive Zinsen gegenüber der Gesellschafterin in Höhe von 953 Millionen Euro (Vorjahr: 670 Millionen Euro).
Die Bindung der Gesellschafterin zu ihrer Tochter scheint inzwischen nicht mehr so fest wie bisher. Wie die Stuttgarter Nachrichten erfahren haben wollen, zieht EnBW einen Verkauf von Senec in Betracht. In der Karlsruher Konzernzentrale kann man sich vorstellen, Senec „mit einem geeigneten Investor in die Zukunft zu führen“, zitiert das Blatt einen Unternehmenssprecher.
Es handelt sich laut Bericht um eine von drei Optionen. Auch eine Fortführung oder deutliche Verkleinerung des Geschäfts seien Gegenstand der Überlegungen bei EnBW. Egal welche Lösung, mit zusätzlichem Abschreibungsbedarf in nennenswerter Höhe rechnet man in Karlsruhe nicht.
Montag, 16.02.2026, 17:19 Uhr
Manfred Fischer
© 2026 Energie & Management GmbH