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Energie & Management > Wärme - Neue Technik soll Müllheizkraftwerk Darmstadt effizienter machen
Quelle: Entega
Wärme

Neue Technik soll Müllheizkraftwerk Darmstadt effizienter machen

Das Regierungspräsidium hat den Umbau der Kühltechnik im Müllheizkraftwerk Darmstadt  genehmigt. Entega will damit die Effizienz der Anlage und den Schallschutz verbessern.
Das Regierungspräsidium Darmstadt hat die Ertüchtigung eines Luftkondensators sowie den Austausch der Hybridkühler am Müllheizkraftwerk (MHKW) Darmstadt genehmigt, teilte der Energieversorger Entega am 19. August mit. Entega kann damit einen weiteren Teil der laufenden Modernisierung des Standorts umsetzen. Die Maßnahmen betreffen vor allem die Kühlung des Kraftwerksprozesses und den Schallschutz. 

Regierungspräsident Jan Hilligardt übergab den Genehmigungsbescheid am 18. August an Vertreter von Entega und des Zweckverbands Abfallverwertung Südhessen (ZAS). Der Zweckverband besitzt das MHKW, Entega führt den Betrieb. Nach Angaben des Regierungspräsidiums soll der Umbau die technische Modernisierung der Anlage fortsetzen und zugleich die Anforderungen an den Immissionsschutz berücksichtigen.

Im Mittelpunkt steht der Luftkondensator 3 (Luko 3) des MHKW. Entega plant bauliche Anpassungen und den Einbau neuer Ventilatoren. Dadurch soll sich die Luftzirkulation verbessern und die maximale thermische Leistung des Kondensators erhöht werden. Zugleich sollen die neuen Ventilatoren die Schallemissionen senken. 

Darüber hinaus ersetzt Entega die vier bestehenden Hybridkühler auf dem Dach des Müllheizkraftwerks. Die neuen Anlagen sollen mit geringeren Schallemissionen arbeiten und die Kühlleistung erhöhen. Damit unterstützen sie zugleich die geplante Leistungssteigerung des Luftkondensators 3.

Die Arbeiten an der Kühltechnik bilden einen Teil eines größeren Umbaus des Standorts. Neben der bestehenden Verbrennungslinie 3 errichtet der Betreiber die Verbrennungslinie 4. Parallel dazu sollen die älteren Verbrennungslinien 1 und 2 schrittweise außer Betrieb gehen und anschließend zurückgebaut werden. Damit erneuern ZAS und Entega wesentliche Teile des Anlagenbestands während des laufenden Betriebs.

MHKW bleibt Teil der Darmstädter Wärmeversorgung

Neben der Abfallbehandlung übernimmt das Müllheizkraftwerk eine wichtige Funktion in der kommunalen Wärmeversorgung Darmstadts. „Für Darmstadt hat das Müllheizkraftwerk eine doppelte Bedeutung: als wichtiger Standort der Abfallverwertung und als verlässlicher Anker der kommunalen Wärmeversorgung. Die jetzt genehmigten Maßnahmen helfen uns, diesen Beitrag auch künftig leistungsfähig und verantwortungsvoll zu leisten“, sagte Julia Klinger, Vorstand Personal und Infrastruktur Enetag, bei der Übergabe des Förderbescheids.

Der Standort wird aber für mehr genutzt als Müllverbrennung. Nur ein Teil der Fernwärme entsteht durch die thermische Abfallverwertung im Müllheizkraftwerk Darmstadt. Entega plant auch eine schrittweise Umstellung der Erzeugung, teilte der Versorger Anfang des Jahres mit. Vorgesehen ist unter anderem die Nutzung von Abwärme aus dem Müllheizkraftwerk, der Einsatz von Großwärmepumpen sowie wasserstoffbasierter oder synthetischer Gase zur Abdeckung von Spitzenlasten (wir berichteten).

Zudem entsteht seit Herbst 2025 am Darmstädter MHWK ein 3-MW-Elektrolyseurs auf dem Gelände zur Produktion von grünem Wasserstoff. Der Regelbetrieb ist laut Entega für das erste Quartal 2027 vorgesehen. Finanziert wird das H2-Vorhaben über das Reallabor „DELTA“, das vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert wird. Das Akronym steht für „Darmstädter Energie‑Labor für Technologien in der Anwendung“ und ist eines von mehreren Reallaboren der Energiewende.

Das Müllheizkraftwerk ist laut Entega ein strategisch gewählter Standort: Er biete die nötige Infrastruktur, etwa für Netzanschlüsse, Sicherheitsvorkehrungen und Trailerlogistik. Entega betreibt das MHKW im Auftrag des Eigentümers – des Zweckverbands Abfallverwertung Südhessen (ZAS) – und will die neue Wasserstoffanlage nahtlos in den bestehenden Betrieb integrieren. So entstehe ein kommunal getragenes Energiesystem mit Verbindung von Abfallverwertung, Stromerzeugung und grüner Wasserstoffproduktion. (hr)

Mittwoch, 19.08.2026, 11:21 Uhr
Heidi Roider
Energie & Management > Wärme - Neue Technik soll Müllheizkraftwerk Darmstadt effizienter machen
Quelle: Entega
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Neue Technik soll Müllheizkraftwerk Darmstadt effizienter machen
Das Regierungspräsidium hat den Umbau der Kühltechnik im Müllheizkraftwerk Darmstadt  genehmigt. Entega will damit die Effizienz der Anlage und den Schallschutz verbessern.
Das Regierungspräsidium Darmstadt hat die Ertüchtigung eines Luftkondensators sowie den Austausch der Hybridkühler am Müllheizkraftwerk (MHKW) Darmstadt genehmigt, teilte der Energieversorger Entega am 19. August mit. Entega kann damit einen weiteren Teil der laufenden Modernisierung des Standorts umsetzen. Die Maßnahmen betreffen vor allem die Kühlung des Kraftwerksprozesses und den Schallschutz. 

Regierungspräsident Jan Hilligardt übergab den Genehmigungsbescheid am 18. August an Vertreter von Entega und des Zweckverbands Abfallverwertung Südhessen (ZAS). Der Zweckverband besitzt das MHKW, Entega führt den Betrieb. Nach Angaben des Regierungspräsidiums soll der Umbau die technische Modernisierung der Anlage fortsetzen und zugleich die Anforderungen an den Immissionsschutz berücksichtigen.

Im Mittelpunkt steht der Luftkondensator 3 (Luko 3) des MHKW. Entega plant bauliche Anpassungen und den Einbau neuer Ventilatoren. Dadurch soll sich die Luftzirkulation verbessern und die maximale thermische Leistung des Kondensators erhöht werden. Zugleich sollen die neuen Ventilatoren die Schallemissionen senken. 

Darüber hinaus ersetzt Entega die vier bestehenden Hybridkühler auf dem Dach des Müllheizkraftwerks. Die neuen Anlagen sollen mit geringeren Schallemissionen arbeiten und die Kühlleistung erhöhen. Damit unterstützen sie zugleich die geplante Leistungssteigerung des Luftkondensators 3.

Die Arbeiten an der Kühltechnik bilden einen Teil eines größeren Umbaus des Standorts. Neben der bestehenden Verbrennungslinie 3 errichtet der Betreiber die Verbrennungslinie 4. Parallel dazu sollen die älteren Verbrennungslinien 1 und 2 schrittweise außer Betrieb gehen und anschließend zurückgebaut werden. Damit erneuern ZAS und Entega wesentliche Teile des Anlagenbestands während des laufenden Betriebs.

MHKW bleibt Teil der Darmstädter Wärmeversorgung

Neben der Abfallbehandlung übernimmt das Müllheizkraftwerk eine wichtige Funktion in der kommunalen Wärmeversorgung Darmstadts. „Für Darmstadt hat das Müllheizkraftwerk eine doppelte Bedeutung: als wichtiger Standort der Abfallverwertung und als verlässlicher Anker der kommunalen Wärmeversorgung. Die jetzt genehmigten Maßnahmen helfen uns, diesen Beitrag auch künftig leistungsfähig und verantwortungsvoll zu leisten“, sagte Julia Klinger, Vorstand Personal und Infrastruktur Enetag, bei der Übergabe des Förderbescheids.

Der Standort wird aber für mehr genutzt als Müllverbrennung. Nur ein Teil der Fernwärme entsteht durch die thermische Abfallverwertung im Müllheizkraftwerk Darmstadt. Entega plant auch eine schrittweise Umstellung der Erzeugung, teilte der Versorger Anfang des Jahres mit. Vorgesehen ist unter anderem die Nutzung von Abwärme aus dem Müllheizkraftwerk, der Einsatz von Großwärmepumpen sowie wasserstoffbasierter oder synthetischer Gase zur Abdeckung von Spitzenlasten (wir berichteten).

Zudem entsteht seit Herbst 2025 am Darmstädter MHWK ein 3-MW-Elektrolyseurs auf dem Gelände zur Produktion von grünem Wasserstoff. Der Regelbetrieb ist laut Entega für das erste Quartal 2027 vorgesehen. Finanziert wird das H2-Vorhaben über das Reallabor „DELTA“, das vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert wird. Das Akronym steht für „Darmstädter Energie‑Labor für Technologien in der Anwendung“ und ist eines von mehreren Reallaboren der Energiewende.

Das Müllheizkraftwerk ist laut Entega ein strategisch gewählter Standort: Er biete die nötige Infrastruktur, etwa für Netzanschlüsse, Sicherheitsvorkehrungen und Trailerlogistik. Entega betreibt das MHKW im Auftrag des Eigentümers – des Zweckverbands Abfallverwertung Südhessen (ZAS) – und will die neue Wasserstoffanlage nahtlos in den bestehenden Betrieb integrieren. So entstehe ein kommunal getragenes Energiesystem mit Verbindung von Abfallverwertung, Stromerzeugung und grüner Wasserstoffproduktion. (hr)

Mittwoch, 19.08.2026, 11:21 Uhr
Heidi Roider

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