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Energie & Management > IT - Mülheimer Versorger beteiligt sich an Initiative für IT-Standards
Quelle: Shutterstock / luchunyu
IT

Mülheimer Versorger beteiligt sich an Initiative für IT-Standards

Die Definition von Geschäftsobjekten soll die Entwicklung einheitlicher Datenstandards vorantreiben und Schnittstellenprobleme verhindern.
Die „medl GmbH“, der lokale Versorger von Mülheim an der Ruhr, ist der Interessengemeinschaft Geschäftsobjekte Energiewirtschaft (Business Objects for Energy – BO4E) e. V. beigetreten. Das Unternehmen, an dem die Stadt Mühlheim mehrheitlich beteiligt ist, verspreche sich davon Vorteile bei der Digitalisierung seiner Prozesse, erklärt Felix Hofmann. „Indem wir Strukturen Schritt für Schritt BO4E-kompatibel gestalten, machen wir den Weg für Inhalte frei, ohne uns über die Form Gedanken machen zu müssen“, so der Digitalisierungsbeauftragte bei Medl.

Laut Hofmann besteht im Tagesgeschäft häufig die Herausforderung, dass Daten aufwendig gesucht, definiert und zwischen Systemen neu ausgetauscht werden müssten. „Diesen manuellen Aufwand möchten wir uns in Zukunft sparen“, sagt er. Der Beitritt sei jedoch nicht nur als Nutzung bestehender Standards gedacht, sondern auch als aktiver Beitrag zu deren Weiterentwicklung. Mit dem Beitritt wolle der Versorger nicht nur passiv vom Standard profitieren, sondern diesen als Mitglied aktiv weiterentwickeln.

Im Zentrum des BO4E-Ansatzes stehen standardisierte Datenmodelle, die als einheitliche Schnittstellen zwischen verschiedenen Software-Anwendungen dienen. Anwendungen mit BO4E-konformen Schnittstellen seien unmittelbar miteinander kompatibel, unabhängig von Anbieter oder Inhalt. Individuelle Programmierungen von Schnittstellen könnten dadurch reduziert werden. Die entwickelten „Business Objects for Energy“ stehen als Open-Source-Angebot zur Verfügung und können von Unternehmen kostenfrei genutzt werden.
 
Entwicklung der Geschäftsobjekte erfolgt gemeinschaftlich
 
Mit Medl schließt sich wieder ein kommunales Energieversorgungsunternehmen der Initiative an. Mit dabei sind bislang die Stadtwerke Schwäbisch Hall. Die übrigen der insgesamt 20 Mitglieder – so viele weist die Internetseite der Initiative aktuell aus – sind Beratungshäuser sowie Daten- und IT-Dienstleister. Zu ihnen gehören beispielsweise Items, Kisters, Lynqtech, SIV und Ene’t.

Welche Geschäftsmodelle die Energieversorger für sich auch jenseits des reinen Kilowattstundenverkaufs derzeit und künftig entdecken – sie sind mit großer Sicherheit datenbasiert. Dafür müssen in der Regel neue Prozesse mithilfe neuer Module und Applikationen umgesetzt und mit etablierten Prozessen verzahnt werden. „Genau das ist der Grund, warum die Business Objects for Energy immer mehr an Bedeutung gewinnen“, sagte Peter Martin Schroer in einem früheren Gespräch mit der Redaktion. Der Gründer und ehemalige Geschäftsführer des Software- und Datendienstleisters Ene’t hat im Jahr 2016 die Interessengemeinschaft und Standardisierungsinitiative gestartet.

Aktuell sind 32 Geschäftsobjekte gelistet. Diese reichen von A wie Angebot oder Ausschreibung über M wie Messlokation und P wie Preisblatt bis V wie Vertrag und Z wie Zeitreihe. Dazu gibt es noch eine Vielzahl an Komponenten und Enumerationen, die im BO4E-Archiv hinterlegt sind.

Die Objekte werden „anwendergetrieben“ entwickelt, erläuterte Ene’t-Geschäftsführer Roland Hambach, damals im Gespräch mit Schroer und der Redaktion. Dies bedeute, ein Mitglied des Vereins formuliert seine Anforderungen, auf deren Grundlage dann von einer Arbeitsgemeinschaft die Business Objects erarbeitet werden. Schroer geht nicht davon aus, dass einmal der Punkt erreicht sein werde, an dem alle vorstellbaren Objekte entwickelt sind. „Es wird ein permanenter Prozess bleiben, da sich ja auch der Energiemarkt immer wieder wandelt.“
 

Donnerstag, 9.04.2026, 09:10 Uhr
Fritz Wilhelm
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Die Definition von Geschäftsobjekten soll die Entwicklung einheitlicher Datenstandards vorantreiben und Schnittstellenprobleme verhindern.
Die „medl GmbH“, der lokale Versorger von Mülheim an der Ruhr, ist der Interessengemeinschaft Geschäftsobjekte Energiewirtschaft (Business Objects for Energy – BO4E) e. V. beigetreten. Das Unternehmen, an dem die Stadt Mühlheim mehrheitlich beteiligt ist, verspreche sich davon Vorteile bei der Digitalisierung seiner Prozesse, erklärt Felix Hofmann. „Indem wir Strukturen Schritt für Schritt BO4E-kompatibel gestalten, machen wir den Weg für Inhalte frei, ohne uns über die Form Gedanken machen zu müssen“, so der Digitalisierungsbeauftragte bei Medl.

Laut Hofmann besteht im Tagesgeschäft häufig die Herausforderung, dass Daten aufwendig gesucht, definiert und zwischen Systemen neu ausgetauscht werden müssten. „Diesen manuellen Aufwand möchten wir uns in Zukunft sparen“, sagt er. Der Beitritt sei jedoch nicht nur als Nutzung bestehender Standards gedacht, sondern auch als aktiver Beitrag zu deren Weiterentwicklung. Mit dem Beitritt wolle der Versorger nicht nur passiv vom Standard profitieren, sondern diesen als Mitglied aktiv weiterentwickeln.

Im Zentrum des BO4E-Ansatzes stehen standardisierte Datenmodelle, die als einheitliche Schnittstellen zwischen verschiedenen Software-Anwendungen dienen. Anwendungen mit BO4E-konformen Schnittstellen seien unmittelbar miteinander kompatibel, unabhängig von Anbieter oder Inhalt. Individuelle Programmierungen von Schnittstellen könnten dadurch reduziert werden. Die entwickelten „Business Objects for Energy“ stehen als Open-Source-Angebot zur Verfügung und können von Unternehmen kostenfrei genutzt werden.
 
Entwicklung der Geschäftsobjekte erfolgt gemeinschaftlich
 
Mit Medl schließt sich wieder ein kommunales Energieversorgungsunternehmen der Initiative an. Mit dabei sind bislang die Stadtwerke Schwäbisch Hall. Die übrigen der insgesamt 20 Mitglieder – so viele weist die Internetseite der Initiative aktuell aus – sind Beratungshäuser sowie Daten- und IT-Dienstleister. Zu ihnen gehören beispielsweise Items, Kisters, Lynqtech, SIV und Ene’t.

Welche Geschäftsmodelle die Energieversorger für sich auch jenseits des reinen Kilowattstundenverkaufs derzeit und künftig entdecken – sie sind mit großer Sicherheit datenbasiert. Dafür müssen in der Regel neue Prozesse mithilfe neuer Module und Applikationen umgesetzt und mit etablierten Prozessen verzahnt werden. „Genau das ist der Grund, warum die Business Objects for Energy immer mehr an Bedeutung gewinnen“, sagte Peter Martin Schroer in einem früheren Gespräch mit der Redaktion. Der Gründer und ehemalige Geschäftsführer des Software- und Datendienstleisters Ene’t hat im Jahr 2016 die Interessengemeinschaft und Standardisierungsinitiative gestartet.

Aktuell sind 32 Geschäftsobjekte gelistet. Diese reichen von A wie Angebot oder Ausschreibung über M wie Messlokation und P wie Preisblatt bis V wie Vertrag und Z wie Zeitreihe. Dazu gibt es noch eine Vielzahl an Komponenten und Enumerationen, die im BO4E-Archiv hinterlegt sind.

Die Objekte werden „anwendergetrieben“ entwickelt, erläuterte Ene’t-Geschäftsführer Roland Hambach, damals im Gespräch mit Schroer und der Redaktion. Dies bedeute, ein Mitglied des Vereins formuliert seine Anforderungen, auf deren Grundlage dann von einer Arbeitsgemeinschaft die Business Objects erarbeitet werden. Schroer geht nicht davon aus, dass einmal der Punkt erreicht sein werde, an dem alle vorstellbaren Objekte entwickelt sind. „Es wird ein permanenter Prozess bleiben, da sich ja auch der Energiemarkt immer wieder wandelt.“
 

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Fritz Wilhelm

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