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Energie & Management > Stromnetz - Initiative betont Vorteile dezentraler Netz-Strukturen
Quelle: Davina Spohn
Stromnetz

Initiative betont Vorteile dezentraler Netz-Strukturen

Eine Initiative im Edna Bundesverband appelliert an die Behörden, kleine und mittlere Verteilnetzbetreiber in die Entwicklung von Schutzkonzepten einzubeziehen.
Es hat sich in den vergangenen Monaten einiges in Sachen Schutz der kritischen Infrastruktur getan. Im November des vergangenen Jahres verabschiedete der Bundestag das NIS-2-Umsetzungs- und Cybersicherheitsstärkungsgesetz. Damit wurde die Zahl der Unternehmen der kritischen Infrastruktur (Kritis-Unternehmen) mit Registrierungs- und Meldepflichten deutlich ausgeweitet.

Und nicht zuletzt der Anschlag auf das Berliner Stromnetz am 3. Januar war Anlass für die Spitzen der Regierungskoalition, am 28. Januar 2026 nach der ersten Koalitionsrunde des Jahres vor die Presse zu treten und zu betonten, die Bundesregierung wolle das Schutzniveau erhöhen, „um ausgewählte kritische Infrastruktur gegen Sabotage, hybride Bedrohungen und Cyberattacken besser zu schützen“, wie es Bundeskanzler Friedrichs Merz (CDU) formulierte. Und er fügte hinzu: „Bei Schäden wollen wir schneller reparieren können und schneller auch in die Notversorgung gehen können. Dafür braucht es Investitionen.“ Auch die Wirtschaft müsse ein besseres Verständnis dafür entwickeln, wo sie verletzbar ist. „Wir müssen weg von der sehr weitgehenden Transparenz und hin zu mehr Resilienz“, forderte der Bundeskanzler. Deshalb sollten Informationen zu dieser Infrastruktur auch nicht mehr so einfach öffentlich zugänglich sein, mahnte er. Der Schutz der kritischen Infrastruktur habe Vorrang.

Vor diesem Hintergrund weist die Initiative „evu+“ im Edna Bundesverband Energiemarkt & Kommunikation darauf hin, dass gerade die häufig kritisierte Vielzahl und Vielfalt der Verteilnetzbetreiber in Deutschland die Energieversorgung resilienter gegen physische Attacken und Cyberangriffe machen könne. Deshalb sollten vor allem kleine und mittlere Netzbetreiber aktiv in die Erarbeitung von Konzepten zur Krisenvorsorge eingebunden werden.
 
Beispielhafte Konzepte in Oberbayern umgesetzt
 
„evu+“ steht „Energiewende von unten“. Ziel der Initiative sei, über alle Marktrollen hinweg das Funktionieren des Marktes zu sichern, ohne dabei die begrenzten Ressourcen der kleinen und mittleren Unternehmen aus den Augen zu verlieren, wie es in einer Mitteilung des Edna Bundesverbands heißt.

„Es gibt bereits vorbildliche Projekte, die zeigen, wie Netzbetreiber im Falle größerer Ausfälle die Notstromversorgung vor Ort sicherstellen und ihren Beitrag dazu leisten können, falls nach einem Netzzusammenbruch ein Schwarzstart erforderlich sein sollte“, erklärt Fritz Schweiger, einer der Sprecher der Initiative und Geschäftsführer des E-Werks Schweiger im Oberbayerischen Schwaig. Er appellierte deshalb an die mit dem Katastrophenschutz befassten Behörden und Institutionen, die Verteilnetzbetreiber bei der Entwicklung entsprechender Szenarien einzubeziehen.

Als Beispiele für einen gelungenen Ansatz nennt die Initiative zum einen das Konzept des E-Werks Schweiger, das einen Blackout im Emsland im Jahr 2006 zum Anlass nahm, ein Konzept zu erarbeiten, mit dem bei großflächigen Stromausfällen innerhalb kurzer Zeit Inselnetze auf Niederspannungsebene aufgebaut werden können.

Zum anderen hätten sich die E-Werke Haniel im oberbayerischen Haimhausen während der jüngsten Energiekrise mit einem Konzept für die Notversorgung wichtiger Gebäude und Einrichtungen in Haimhausen gewappnet. So seien beispielsweise die Wasserkraft und Großbatteriespeicher als schwarzstart- und inselbetriebsfähige Energiequellen ausgelegt worden, um die dezentrale Grundversorgung für kritische Infrastrukturen sicherzustellen – ergänzt durch andere regenerative Energiequellen sowie konventionelle Notstromaggregate.

„Wichtig ist es, dass wir jetzt aktiv werden und gemeinsam Szenarien aufbauen, mit denen die Stromversorgung auch im Krisenfall in möglichst vielen Verteilnetzen dezentral sichergestellt werden kann“, betont Schweiger.

Die dezentralen Netzstrukturen sind aus Sicht der Edna-Initiative auch im Hinblick auf Cyberangriffe vorteilhaft. „Ein flächendeckender Angriff auf alle Verteilnetze ist praktisch ausgeschlossen“, sagt Schweiger und weist gleichzeitig auf die kontinuierliche Weiterentwicklung von Sicherheits- und Notstromkonzepten der Betreiber hin. Außerdem ist er überzeugt: „Und auch wenn manch ein Verteilnetzbetreiber Sachen IT-Sicherheit noch Nachholbedarf haben sollte, können Notstromkonzepte so organsiert werden, sodass sie auch bei Beeinträchtigung der IT-Infrastruktur zuverlässig greifen.“
 

Donnerstag, 29.01.2026, 15:10 Uhr
Fritz Wilhelm
Energie & Management > Stromnetz - Initiative betont Vorteile dezentraler Netz-Strukturen
Quelle: Davina Spohn
Stromnetz
Initiative betont Vorteile dezentraler Netz-Strukturen
Eine Initiative im Edna Bundesverband appelliert an die Behörden, kleine und mittlere Verteilnetzbetreiber in die Entwicklung von Schutzkonzepten einzubeziehen.
Es hat sich in den vergangenen Monaten einiges in Sachen Schutz der kritischen Infrastruktur getan. Im November des vergangenen Jahres verabschiedete der Bundestag das NIS-2-Umsetzungs- und Cybersicherheitsstärkungsgesetz. Damit wurde die Zahl der Unternehmen der kritischen Infrastruktur (Kritis-Unternehmen) mit Registrierungs- und Meldepflichten deutlich ausgeweitet.

Und nicht zuletzt der Anschlag auf das Berliner Stromnetz am 3. Januar war Anlass für die Spitzen der Regierungskoalition, am 28. Januar 2026 nach der ersten Koalitionsrunde des Jahres vor die Presse zu treten und zu betonten, die Bundesregierung wolle das Schutzniveau erhöhen, „um ausgewählte kritische Infrastruktur gegen Sabotage, hybride Bedrohungen und Cyberattacken besser zu schützen“, wie es Bundeskanzler Friedrichs Merz (CDU) formulierte. Und er fügte hinzu: „Bei Schäden wollen wir schneller reparieren können und schneller auch in die Notversorgung gehen können. Dafür braucht es Investitionen.“ Auch die Wirtschaft müsse ein besseres Verständnis dafür entwickeln, wo sie verletzbar ist. „Wir müssen weg von der sehr weitgehenden Transparenz und hin zu mehr Resilienz“, forderte der Bundeskanzler. Deshalb sollten Informationen zu dieser Infrastruktur auch nicht mehr so einfach öffentlich zugänglich sein, mahnte er. Der Schutz der kritischen Infrastruktur habe Vorrang.

Vor diesem Hintergrund weist die Initiative „evu+“ im Edna Bundesverband Energiemarkt & Kommunikation darauf hin, dass gerade die häufig kritisierte Vielzahl und Vielfalt der Verteilnetzbetreiber in Deutschland die Energieversorgung resilienter gegen physische Attacken und Cyberangriffe machen könne. Deshalb sollten vor allem kleine und mittlere Netzbetreiber aktiv in die Erarbeitung von Konzepten zur Krisenvorsorge eingebunden werden.
 
Beispielhafte Konzepte in Oberbayern umgesetzt
 
„evu+“ steht „Energiewende von unten“. Ziel der Initiative sei, über alle Marktrollen hinweg das Funktionieren des Marktes zu sichern, ohne dabei die begrenzten Ressourcen der kleinen und mittleren Unternehmen aus den Augen zu verlieren, wie es in einer Mitteilung des Edna Bundesverbands heißt.

„Es gibt bereits vorbildliche Projekte, die zeigen, wie Netzbetreiber im Falle größerer Ausfälle die Notstromversorgung vor Ort sicherstellen und ihren Beitrag dazu leisten können, falls nach einem Netzzusammenbruch ein Schwarzstart erforderlich sein sollte“, erklärt Fritz Schweiger, einer der Sprecher der Initiative und Geschäftsführer des E-Werks Schweiger im Oberbayerischen Schwaig. Er appellierte deshalb an die mit dem Katastrophenschutz befassten Behörden und Institutionen, die Verteilnetzbetreiber bei der Entwicklung entsprechender Szenarien einzubeziehen.

Als Beispiele für einen gelungenen Ansatz nennt die Initiative zum einen das Konzept des E-Werks Schweiger, das einen Blackout im Emsland im Jahr 2006 zum Anlass nahm, ein Konzept zu erarbeiten, mit dem bei großflächigen Stromausfällen innerhalb kurzer Zeit Inselnetze auf Niederspannungsebene aufgebaut werden können.

Zum anderen hätten sich die E-Werke Haniel im oberbayerischen Haimhausen während der jüngsten Energiekrise mit einem Konzept für die Notversorgung wichtiger Gebäude und Einrichtungen in Haimhausen gewappnet. So seien beispielsweise die Wasserkraft und Großbatteriespeicher als schwarzstart- und inselbetriebsfähige Energiequellen ausgelegt worden, um die dezentrale Grundversorgung für kritische Infrastrukturen sicherzustellen – ergänzt durch andere regenerative Energiequellen sowie konventionelle Notstromaggregate.

„Wichtig ist es, dass wir jetzt aktiv werden und gemeinsam Szenarien aufbauen, mit denen die Stromversorgung auch im Krisenfall in möglichst vielen Verteilnetzen dezentral sichergestellt werden kann“, betont Schweiger.

Die dezentralen Netzstrukturen sind aus Sicht der Edna-Initiative auch im Hinblick auf Cyberangriffe vorteilhaft. „Ein flächendeckender Angriff auf alle Verteilnetze ist praktisch ausgeschlossen“, sagt Schweiger und weist gleichzeitig auf die kontinuierliche Weiterentwicklung von Sicherheits- und Notstromkonzepten der Betreiber hin. Außerdem ist er überzeugt: „Und auch wenn manch ein Verteilnetzbetreiber Sachen IT-Sicherheit noch Nachholbedarf haben sollte, können Notstromkonzepte so organsiert werden, sodass sie auch bei Beeinträchtigung der IT-Infrastruktur zuverlässig greifen.“
 

Donnerstag, 29.01.2026, 15:10 Uhr
Fritz Wilhelm

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