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Energie & Management > Stromspeicher - Hybrid-PPA werden zum neuen Finanzierungsbaustein
Quelle: Fotolia / malp
Stromspeicher

Hybrid-PPA werden zum neuen Finanzierungsbaustein

Sinkende Marktwerte und höhere Finanzierungskosten setzen klassische PPA unter Druck. Enervis sieht Hybridmodelle mit Batteriespeichern als wichtigstes Wachstumsfeld.
Die Finanzierung von Photovoltaik-, Offshore- und Onshore-Windkraftanlagen sowie von Photovoltaikprojekten allein auf der Basis von Power Purchase Agreements (PPA) wird zunehmend schwieriger. Sinkende Marktwerte für die Erneuerbaren und damit einhergehend sinkende PPA-Preise stehen relativ stabilen Investitionskosten sowie gestiegenen Finanzierungskosten gegenüber. Hinzu komme noch eine selektivere Nachfrage nach den langfristigen Stromabnahmeverträgen.

Deshalb, so bringt es Nicolai Herrmann in einem Beitrag für Energie & Management auf den Punkt, verliert das klassische PPA im deutschen Markt als alleiniger Finanzierungsbaustein an Tragfähigkeit. Der Geschäftsführer von Enervis Energy Advisors sieht diese Entwicklung durch eine aktuelle Umfrage der Beratungsgesellschaft bestätigt. Einerseits bremse das niedrige PPA-Preisniveau das Marktwachstum. Andererseits gingen die Interessen der Beteiligten auseinander. Während die Verkäufer einen langfristigen Absicherungsbedarf haben, gehen die Präferenzen vieler Abnehmer eher zu kürzeren Laufzeiten.

Die Kombination von Erneuerbaren-Projekte mit Grau- oder Grünstromspeichern verbessere allerdings die Projektrentabilität entscheidend, so Herrmann. Er gibt aber zu bedenken, Speichererlöse seien nicht garantiert und müssten für die Projektfinanzierung zumindest teilweise abgesichert werden.

Solche Hybrid-PPA könnten sich nach Einschätzung der von Enervis befragten Marktakteure zum wichtigsten Zukunftssegment entwickeln. Sinkende Speicherkosten, zusätzliche Erlösmöglichkeiten auf Kurzfristmärkten und der steigende Flexibilitätsbedarf des Stromsystems verbesserten die Wirtschaftlichkeit entsprechender Projekte. Gleichzeitig könnten Speicher helfen, knappe Netzanschlüsse effizienter zu nutzen und die Finanzierung neuer Anlagen zu erleichtern.

Neue Marktakteure treten auf

Dabei verändere der Batteriespeicher die Anforderungen an PPA grundlegend. Künftig gehe es nicht mehr allein um den Verkauf von Strom, sondern auch um die Vermarktung von Flexibilität, Speichererlösen und optimierten Einspeiseprofilen. Hybrid-PPA müssten deshalb deutlich umfangreicher regeln, wie Speicher eingesetzt werden, wie Erlöse und Risiken verteilt werden und welche Vermarktungsstrategie verfolgt wird. Ziel sei es, ausreichend Planungssicherheit für Investoren und Kreditgeber zu schaffen, ohne die wirtschaftlichen Chancen einer flexiblen Speicherbewirtschaftung einzuschränken.

Zugleich könnte die geplante Einführung von Contracts for Difference (CfD) im EEG 2027 den Markt zusätzlich beeinflussen. Entscheidend sei dabei weniger das Instrument selbst als die Ausgestaltung der Wechselmöglichkeiten zwischen geförderter und ungeförderter Direktvermarktung. Insgesamt, dies hat laut Herrmann die aktuelle Enervis-Umfrage ergeben, sind die Marktakteure skeptisch. Die Einführung eines CfD werde „ganz überwiegend nicht als positiver Impuls für den deutschen PPA-Markt gesehen, sondern als neutraler oder dämpfender Faktor“, schreibt er im Beitrag für Energie & Management.

Die höhere Komplexität im Markt führe dazu, dass bislang vor allem Stromhändler, Energieversorger und zunehmend große Stromverbraucher aus dem IT-Bereich als Vertragspartner auftreten. Viele Industrieunternehmen verfügten dagegen noch nicht über die notwendigen Handels- und Optimierungsmöglichkeiten, um den Mehrwert solcher Modelle vollständig zu nutzen.

Herrmann erwartet deshalb eine neue Entwicklungsphase des deutschen PPA-Marktes. Klassische Stromlieferverträge würden zwar bestehen bleiben, das künftige Wachstum werde jedoch vor allem von hybriden Vermarktungs- und Finanzierungskonzepten geprägt sein. Angesichts wachsender Anforderungen durch Batteriespeicher, Netzengpässe, den Wettbewerb im EEG und regulatorische Änderungen seien künftig weniger Standardverträge als maßgeschneiderte Lösungen gefragt, die Wirtschaftlichkeit, technische Rahmenbedingungen und Finanzierbarkeit gleichermaßen berücksichtigen.

Den vollständigen Beitrag können Sie in der zum 1. August erscheinenden Print-Ausgabe von Energie & Management lesen.

Donnerstag, 30.07.2026, 15:26 Uhr
Fritz Wilhelm
Energie & Management > Stromspeicher - Hybrid-PPA werden zum neuen Finanzierungsbaustein
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Hybrid-PPA werden zum neuen Finanzierungsbaustein
Sinkende Marktwerte und höhere Finanzierungskosten setzen klassische PPA unter Druck. Enervis sieht Hybridmodelle mit Batteriespeichern als wichtigstes Wachstumsfeld.
Die Finanzierung von Photovoltaik-, Offshore- und Onshore-Windkraftanlagen sowie von Photovoltaikprojekten allein auf der Basis von Power Purchase Agreements (PPA) wird zunehmend schwieriger. Sinkende Marktwerte für die Erneuerbaren und damit einhergehend sinkende PPA-Preise stehen relativ stabilen Investitionskosten sowie gestiegenen Finanzierungskosten gegenüber. Hinzu komme noch eine selektivere Nachfrage nach den langfristigen Stromabnahmeverträgen.

Deshalb, so bringt es Nicolai Herrmann in einem Beitrag für Energie & Management auf den Punkt, verliert das klassische PPA im deutschen Markt als alleiniger Finanzierungsbaustein an Tragfähigkeit. Der Geschäftsführer von Enervis Energy Advisors sieht diese Entwicklung durch eine aktuelle Umfrage der Beratungsgesellschaft bestätigt. Einerseits bremse das niedrige PPA-Preisniveau das Marktwachstum. Andererseits gingen die Interessen der Beteiligten auseinander. Während die Verkäufer einen langfristigen Absicherungsbedarf haben, gehen die Präferenzen vieler Abnehmer eher zu kürzeren Laufzeiten.

Die Kombination von Erneuerbaren-Projekte mit Grau- oder Grünstromspeichern verbessere allerdings die Projektrentabilität entscheidend, so Herrmann. Er gibt aber zu bedenken, Speichererlöse seien nicht garantiert und müssten für die Projektfinanzierung zumindest teilweise abgesichert werden.

Solche Hybrid-PPA könnten sich nach Einschätzung der von Enervis befragten Marktakteure zum wichtigsten Zukunftssegment entwickeln. Sinkende Speicherkosten, zusätzliche Erlösmöglichkeiten auf Kurzfristmärkten und der steigende Flexibilitätsbedarf des Stromsystems verbesserten die Wirtschaftlichkeit entsprechender Projekte. Gleichzeitig könnten Speicher helfen, knappe Netzanschlüsse effizienter zu nutzen und die Finanzierung neuer Anlagen zu erleichtern.

Neue Marktakteure treten auf

Dabei verändere der Batteriespeicher die Anforderungen an PPA grundlegend. Künftig gehe es nicht mehr allein um den Verkauf von Strom, sondern auch um die Vermarktung von Flexibilität, Speichererlösen und optimierten Einspeiseprofilen. Hybrid-PPA müssten deshalb deutlich umfangreicher regeln, wie Speicher eingesetzt werden, wie Erlöse und Risiken verteilt werden und welche Vermarktungsstrategie verfolgt wird. Ziel sei es, ausreichend Planungssicherheit für Investoren und Kreditgeber zu schaffen, ohne die wirtschaftlichen Chancen einer flexiblen Speicherbewirtschaftung einzuschränken.

Zugleich könnte die geplante Einführung von Contracts for Difference (CfD) im EEG 2027 den Markt zusätzlich beeinflussen. Entscheidend sei dabei weniger das Instrument selbst als die Ausgestaltung der Wechselmöglichkeiten zwischen geförderter und ungeförderter Direktvermarktung. Insgesamt, dies hat laut Herrmann die aktuelle Enervis-Umfrage ergeben, sind die Marktakteure skeptisch. Die Einführung eines CfD werde „ganz überwiegend nicht als positiver Impuls für den deutschen PPA-Markt gesehen, sondern als neutraler oder dämpfender Faktor“, schreibt er im Beitrag für Energie & Management.

Die höhere Komplexität im Markt führe dazu, dass bislang vor allem Stromhändler, Energieversorger und zunehmend große Stromverbraucher aus dem IT-Bereich als Vertragspartner auftreten. Viele Industrieunternehmen verfügten dagegen noch nicht über die notwendigen Handels- und Optimierungsmöglichkeiten, um den Mehrwert solcher Modelle vollständig zu nutzen.

Herrmann erwartet deshalb eine neue Entwicklungsphase des deutschen PPA-Marktes. Klassische Stromlieferverträge würden zwar bestehen bleiben, das künftige Wachstum werde jedoch vor allem von hybriden Vermarktungs- und Finanzierungskonzepten geprägt sein. Angesichts wachsender Anforderungen durch Batteriespeicher, Netzengpässe, den Wettbewerb im EEG und regulatorische Änderungen seien künftig weniger Standardverträge als maßgeschneiderte Lösungen gefragt, die Wirtschaftlichkeit, technische Rahmenbedingungen und Finanzierbarkeit gleichermaßen berücksichtigen.

Den vollständigen Beitrag können Sie in der zum 1. August erscheinenden Print-Ausgabe von Energie & Management lesen.

Donnerstag, 30.07.2026, 15:26 Uhr
Fritz Wilhelm

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