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Die Green Hydrogen Technology GmbH (GHT) erhält einen neuen Investor. Das Unternehmen will seine Technologie zur Wasserstofferzeugung aus nicht recycelbaren Abfällen ausbauen.
Das Technologieunternehmen mit Standorten in Heidelberg und Augsburg hat einen neuen langfristigen Investor gewonnen. Wie GHT in einer Mitteilung bekannt gibt, beteiligt sich die Arboris GmbH & Co. KG, das Family Office der Familie Tschira, an GHT. Mit dem Kapital will GHT die industrielle Skalierung seiner Technologie beschleunigen und weitere Projekte im Entsorgungsmarkt umsetzen.
GHT entwickelt Anlagen, die nicht recycelbare Abfälle direkt am Entstehungsort in Wasserstoff umwandeln. Dafür nutzt das Unternehmen nach eigenen Angaben ein patentiertes Hochtemperatur-Vergasungsverfahren. Dabei werden die Abfälle unter hohen Temperaturen und mit einer begrenzten Sauerstoffzufuhr nicht verbrannt, sondern in ein wasserstoffhaltiges Synthesegas umgewandelt. Aus diesem Gas wird anschließend Wasserstoff gewonnen. Zudem entsteht CO2, das nach Unternehmensangaben stofflich oder energetisch genutzt werden kann.
Die Anlagen sollen unmittelbar bei Entsorgungsunternehmen entstehen, wo nicht recycelbare Abfälle anfallen. Nach Angaben von GHT lassen sich so Transporte der Abfälle vermeiden und Wasserstoff direkt vor Ort erzeugen. Der auf diesem Weg erzeugte Wasserstoff wird auch als „oranger Wasserstoff“ bezeichnet.
Im Mittelpunkt des Geschäftsmodells steht die stoffliche Nutzung von Abfällen, die sich laut Unternehmen nicht recyceln lassen. Statt sie zu verbrennen oder zu deponieren, sollen sie als Rohstoff für die Wasserstoffproduktion dienen. GHT versteht seinen Ansatz als Verbindung von Kreislaufwirtschaft und Wasserstoffwirtschaft.
Investorenkreis wächst
Mit Arboris erweitert GHT seinen Investorenkreis. Bereits beteiligt sind nach Unternehmensangaben Gründer Harald Mayer, die RheinEnergie AG aus Köln, der Wasserstoffmobilitätsanbieter Hylane GmbH sowie die ETG Entsorgung und Transport GmbH. CEO Robert Nave bezeichnete Arboris als langfristig orientierten Investor.
Das Hochtemperatur-Vergasungsverfahren wurde nach Angaben von GHT zunächst im österreichischen Leoben erprobt. Inzwischen kommt es in einer kommerziellen Anlage in Baden-Württemberg zum Einsatz. Dort arbeitet GHT mit der ETG Entsorgung und Transport GmbH aus Göppingen zusammen (wir berichteten).
Für das kommende Jahr plant GHT gemeinsam mit einem familiengeführten Entsorgungsunternehmen aus Süddeutschland ein weiteres Wasserstoffprojekt. Die Anlage soll jährlich mehr als 20.000 Tonnen nicht recycelbare Abfälle verwerten und daraus mehr als 2.000 Tonnen Wasserstoff erzeugen. Weitere Projekte befinden sich laut GHT in Planung. (ds)
Dienstag, 7.07.2026, 11:55 Uhr
Davina Spohn
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