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Energie & Management > Bilanz - EVO erzielt Gewinn auf Vorjahresniveau und startet Großprojekt
Modell des neuen Energiewerks in Offenbach. Quelle: EVO
Bilanz

EVO erzielt Gewinn auf Vorjahresniveau und startet Großprojekt

Die Energieversorgung Offenbach bilanziert für 2025 einen Jahresüberschuss von 26,7 Millionen Euro. Mehr als 200 Millionen sollen in den nächsten Jahren in die Wärmetechnik fließen.
Zufriedene Gesichter in Offenbach: „Es war ein insgesamt gutes Jahr“, kommentierte EVO-Vorstandsvorsitzender Christoph Meier bei der Vorstellung der Jahresbilanz am 6. März die Zahlen für 2025. Unter dem Strich steht ein Jahresüberschuss in Höhe von 26,7 Millionen Euro. Dieser Wert liegt knapp unter dem Vorjahresgewinn von 27 Millionen Euro. Den leichten Rückgang erklärt das Management mit geringeren Margen aus dem Geschäft mit Fernwärme, Erdgas und Strom. Zudem hätten höhere Zinszahlungen aufgrund der Investitionen in das Netz und die Erzeugung zu Buche geschlagen. 

Die Umsatzerlöse der AG belaufen sich auf 443,9 Millionen Euro nach 476,4 Millionen Euro im Jahr 2024 – ausschlaggebend für die Entwicklung sind gesunkene Energiepreise. Beim Eigenkapital weist der Versorger einen Anstieg um 7,6 auf 208,3 Millionen Euro aus, die Eigenkapitalquote beziffert er auf 40,5 Prozent. Die Bilanzsumme der AG gibt der Vorstand mit 514,2 Millionen Euro an (2024: 435,8 Millionen Euro). 

Die Umsatzerlöse der EVO-Gruppe beziffert er auf 547,9 Millionen Euro, nach 578,3 Millionen Euro im Vorjahr. Das Anlagevermögen ist laut Bilanz von 452,7 auf 514,5 Millionen Euro gestiegen. Die Zahl der EVO-Beschäftigten in der Gruppe beträgt dem Vernehmen nach 690 zum Stichtag 30. September 2025. Im Vorjahr seien es 679 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewesen, im Jahr 2023 noch 649. „Insgesamt haben wir in den vergangenen Jahren deutlich Personal aufgebaut“, so der Vorstandsvorsitzende.

Neues Energiewerk

Für die nächsten Jahre rechnet der EVO-Vorstandschef zunächst mit sinkenden Ergebnissen aufgrund weiter steigender Zinszahlungen, bevor sich Investitionen in neue Großprojekte auszahlen werden. Das Investitionsvolumen im Jahr 2025 ist mit 71,1 Millionen Euro angegeben (2024: 38,3 Millionen Euro).

In den kommenden Jahren will das Management mehr als 200 Millionen Euro in die Hand nehmen, um die Wärmeversorgung zu modernisieren. Im Herbst dieses Jahres sollen die Bauarbeiten für das „Energiewerk“ starten. „Das Energiewerk an der Dietzenbacher Straße wird zum Dreh- und Angelpunkt unserer Wärmeerzeugung“, sagt EVO-Chef Meier.

Mit neuen Technologien wolle man vor allem die Abwärmenutzung aus der Verbrennung von Abfällen steigern – von derzeit 45 auf künftig 63 MW, ohne zusätzliches Abfallaufkommen, wie es heißt. Geplant ist etwa eine neue Turbinenabdampfnutzung. „Künftig wollen wir den Dampf aus den Turbinen mittels Verdichter komprimieren und auf ein Temperaturniveau von 100 bis 120 Grad Celsius bringen, das für die Fernwärme geeignet ist“, so EVO-Technikvorstand Günther Weiß. Als zweites Vorhaben nennt er eine Rauchgaskondensation.

Neue Energiezentrale

Parallel zum Energiewerk baut das Offenbacher Unternehmen eine neue Energiezentrale, die Wärme aus einer 10-Megawatt-Wärmepumpe und aus zwei Heißwassererzeugern mit insgesamt 80 MW bereitstellen soll. Die moderne Energietechnik ersetzt in den nächsten Jahren das Kohlekraftwerk am Nordring und nutzt erstmals Abwärme eines benachbarten Rechenzentrums. Zudem sollen dort eine Leitwarte, Druckluftanlagen und Trafos sowie eine Wasseraufbereitung hinkommen.

„Mehr klimafreundliche und regionale Wärme – ohne eine Tonne Abfall mehr zu verbrennen“, bringt Technikvorstand Weiß die Pläne auf den Punkt. Das Unternehmen versorgt nach eigenen Angaben aktuell rund 40 Prozent der Offenbacher Haushalte sowie Teile von Heusenstamm, Dietzenbach und Neu-Isenburg mit Fernwärme. Ziel sei es, die Fernwärme in der Zukunft klimaneutral bereitzustellen.

Freitag, 6.03.2026, 15:49 Uhr
Manfred Fischer
Energie & Management > Bilanz - EVO erzielt Gewinn auf Vorjahresniveau und startet Großprojekt
Modell des neuen Energiewerks in Offenbach. Quelle: EVO
Bilanz
EVO erzielt Gewinn auf Vorjahresniveau und startet Großprojekt
Die Energieversorgung Offenbach bilanziert für 2025 einen Jahresüberschuss von 26,7 Millionen Euro. Mehr als 200 Millionen sollen in den nächsten Jahren in die Wärmetechnik fließen.
Zufriedene Gesichter in Offenbach: „Es war ein insgesamt gutes Jahr“, kommentierte EVO-Vorstandsvorsitzender Christoph Meier bei der Vorstellung der Jahresbilanz am 6. März die Zahlen für 2025. Unter dem Strich steht ein Jahresüberschuss in Höhe von 26,7 Millionen Euro. Dieser Wert liegt knapp unter dem Vorjahresgewinn von 27 Millionen Euro. Den leichten Rückgang erklärt das Management mit geringeren Margen aus dem Geschäft mit Fernwärme, Erdgas und Strom. Zudem hätten höhere Zinszahlungen aufgrund der Investitionen in das Netz und die Erzeugung zu Buche geschlagen. 

Die Umsatzerlöse der AG belaufen sich auf 443,9 Millionen Euro nach 476,4 Millionen Euro im Jahr 2024 – ausschlaggebend für die Entwicklung sind gesunkene Energiepreise. Beim Eigenkapital weist der Versorger einen Anstieg um 7,6 auf 208,3 Millionen Euro aus, die Eigenkapitalquote beziffert er auf 40,5 Prozent. Die Bilanzsumme der AG gibt der Vorstand mit 514,2 Millionen Euro an (2024: 435,8 Millionen Euro). 

Die Umsatzerlöse der EVO-Gruppe beziffert er auf 547,9 Millionen Euro, nach 578,3 Millionen Euro im Vorjahr. Das Anlagevermögen ist laut Bilanz von 452,7 auf 514,5 Millionen Euro gestiegen. Die Zahl der EVO-Beschäftigten in der Gruppe beträgt dem Vernehmen nach 690 zum Stichtag 30. September 2025. Im Vorjahr seien es 679 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewesen, im Jahr 2023 noch 649. „Insgesamt haben wir in den vergangenen Jahren deutlich Personal aufgebaut“, so der Vorstandsvorsitzende.

Neues Energiewerk

Für die nächsten Jahre rechnet der EVO-Vorstandschef zunächst mit sinkenden Ergebnissen aufgrund weiter steigender Zinszahlungen, bevor sich Investitionen in neue Großprojekte auszahlen werden. Das Investitionsvolumen im Jahr 2025 ist mit 71,1 Millionen Euro angegeben (2024: 38,3 Millionen Euro).

In den kommenden Jahren will das Management mehr als 200 Millionen Euro in die Hand nehmen, um die Wärmeversorgung zu modernisieren. Im Herbst dieses Jahres sollen die Bauarbeiten für das „Energiewerk“ starten. „Das Energiewerk an der Dietzenbacher Straße wird zum Dreh- und Angelpunkt unserer Wärmeerzeugung“, sagt EVO-Chef Meier.

Mit neuen Technologien wolle man vor allem die Abwärmenutzung aus der Verbrennung von Abfällen steigern – von derzeit 45 auf künftig 63 MW, ohne zusätzliches Abfallaufkommen, wie es heißt. Geplant ist etwa eine neue Turbinenabdampfnutzung. „Künftig wollen wir den Dampf aus den Turbinen mittels Verdichter komprimieren und auf ein Temperaturniveau von 100 bis 120 Grad Celsius bringen, das für die Fernwärme geeignet ist“, so EVO-Technikvorstand Günther Weiß. Als zweites Vorhaben nennt er eine Rauchgaskondensation.

Neue Energiezentrale

Parallel zum Energiewerk baut das Offenbacher Unternehmen eine neue Energiezentrale, die Wärme aus einer 10-Megawatt-Wärmepumpe und aus zwei Heißwassererzeugern mit insgesamt 80 MW bereitstellen soll. Die moderne Energietechnik ersetzt in den nächsten Jahren das Kohlekraftwerk am Nordring und nutzt erstmals Abwärme eines benachbarten Rechenzentrums. Zudem sollen dort eine Leitwarte, Druckluftanlagen und Trafos sowie eine Wasseraufbereitung hinkommen.

„Mehr klimafreundliche und regionale Wärme – ohne eine Tonne Abfall mehr zu verbrennen“, bringt Technikvorstand Weiß die Pläne auf den Punkt. Das Unternehmen versorgt nach eigenen Angaben aktuell rund 40 Prozent der Offenbacher Haushalte sowie Teile von Heusenstamm, Dietzenbach und Neu-Isenburg mit Fernwärme. Ziel sei es, die Fernwärme in der Zukunft klimaneutral bereitzustellen.

Freitag, 6.03.2026, 15:49 Uhr
Manfred Fischer

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