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Energie & Management > Stromnetz - EU-Projekt entwickelt Schutzmechanismen für resiliente Verteilnetze
Quelle: Davina Spohn
Stromnetz

EU-Projekt entwickelt Schutzmechanismen für resiliente Verteilnetze

Im EU-Projekt Prores arbeiten Netzbetreiber und Wissenschaftler an Verfahren, die Verteilnetze trotz Störungen und nahezu 100 Prozent Erneuerbaren-Einspeisung stabil halten sollen.
Mit dem Start des EU-Forschungsprojekts „ProRES – Proactive Resilience for Increased Energy System Flexibility and Stability“ arbeitet das Oldenburger Informatikinstitut „OFFIS“ laut einer eigenen Mitteilung mit europäischen Partnern an Konzepten, um Verteilnetze bei extremen Wetterereignissen, technischen Störungen oder auch Cyberangriffen funktionsfähig zu halten. Offis ist ein An-Institut der Universität Oldenburg und als Verein organisiert.

Die Bündelung von Wind- und Solarstrom, wachsende Lasten durch Elektromobilität und Wärmepumpen sowie potenzielle Störereignisse erhöhen demnach den Handlungsdruck. Wenn mehrere kritische Situationen gleichzeitig auftreten, blieben Netzbetreibern häufig nur Sekunden, um einen großflächigen Stromausfall zu vermeiden, heißt es weiter.

Prores soll digitale Verfahren bereitstellen, die Risiken früher erkennen und automatisch geeignete Gegenmaßnahmen vorschlagen. Entwickelt werden präzisere Methoden zur Zustandseinschätzung der Verteilnetze, Frühwarnsysteme für mögliche Problemlagen sowie intelligente Reaktionsmechanismen. Dazu zählen KI-gestützte Prognosen und ein Szenario-Analysetool, das nach Projektbeschreibung Tausende von „Was-wäre-wenn“-Varianten pro Minute durchspielt. Ein weiterer Ansatz ist ein Schutzmechanismus, der Netze im Krisenfall kontrolliert in einen sicheren Notbetrieb überführen soll, um Ausfälle zu begrenzen.

Trainings- und Testumgebung auch Teil des Projekts

Die Entwicklung dieses KI-basierten „Airbag-Systems“ steht im Fokus von Prores. Lernende Software-Agenten sollen unmittelbar nach Störungen optimale Schalthandlungen vorschlagen und vorhandene Flexibilitäten wie Batteriespeicher oder Elektrofahrzeuge nutzen. Ziel ist es, die Versorgung möglichst vieler Verbraucherinnen und Verbraucher aufrechtzuerhalten, während das Netz stabilisiert wird.

Das Vorhaben wird vom AIT Austrian Institute of Technology koordiniert und vereint Forschungseinrichtungen, Hochschulen, Technologieanbieter und Verteilnetzbetreiber aus mehreren europäischen Ländern. Offis arbeitet eng mit dem AIT zusammen, das einen digitalen Zwilling von Stromnetzen erstellt. In dieser virtuellen Umgebung sollen umfangreiche Simulationen und Trainingsläufe der KI-Agenten stattfinden.

Ein weiterer Projektbaustein ist eine cyber-physische Trainings- und Testumgebung. Dort lassen sich reale Netzstrukturen sowie zugehörige IT- und Steuerungstechnik nachbilden. Netzbetreiber können laut Projektteam Extremszenarien gefahrlos erproben, neue Smart-Grid-Lösungen auf Sicherheit und Regelkonformität prüfen und das Zusammenspiel von Personal und KI in kritischen Momenten trainieren.

Langfristig sollen die Ergebnisse dazu beitragen, Stromausfälle zu reduzieren und den Ausbau erneuerbarer Energien zu erleichtern. Netzbetreiber erhielten Werkzeuge zur besseren Risikoabschätzung, zur Nutzung von Flexibilitäten und zur Vorbereitung von Einsatzteams auf Krisensituationen, heißt es in der Mitteilung. Das Projekt läuft vom 1. Dezember 2025 bis zum 30. November 2028.
 

Montag, 8.12.2025, 11:34 Uhr
Fritz Wilhelm
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Stromnetz
EU-Projekt entwickelt Schutzmechanismen für resiliente Verteilnetze
Im EU-Projekt Prores arbeiten Netzbetreiber und Wissenschaftler an Verfahren, die Verteilnetze trotz Störungen und nahezu 100 Prozent Erneuerbaren-Einspeisung stabil halten sollen.
Mit dem Start des EU-Forschungsprojekts „ProRES – Proactive Resilience for Increased Energy System Flexibility and Stability“ arbeitet das Oldenburger Informatikinstitut „OFFIS“ laut einer eigenen Mitteilung mit europäischen Partnern an Konzepten, um Verteilnetze bei extremen Wetterereignissen, technischen Störungen oder auch Cyberangriffen funktionsfähig zu halten. Offis ist ein An-Institut der Universität Oldenburg und als Verein organisiert.

Die Bündelung von Wind- und Solarstrom, wachsende Lasten durch Elektromobilität und Wärmepumpen sowie potenzielle Störereignisse erhöhen demnach den Handlungsdruck. Wenn mehrere kritische Situationen gleichzeitig auftreten, blieben Netzbetreibern häufig nur Sekunden, um einen großflächigen Stromausfall zu vermeiden, heißt es weiter.

Prores soll digitale Verfahren bereitstellen, die Risiken früher erkennen und automatisch geeignete Gegenmaßnahmen vorschlagen. Entwickelt werden präzisere Methoden zur Zustandseinschätzung der Verteilnetze, Frühwarnsysteme für mögliche Problemlagen sowie intelligente Reaktionsmechanismen. Dazu zählen KI-gestützte Prognosen und ein Szenario-Analysetool, das nach Projektbeschreibung Tausende von „Was-wäre-wenn“-Varianten pro Minute durchspielt. Ein weiterer Ansatz ist ein Schutzmechanismus, der Netze im Krisenfall kontrolliert in einen sicheren Notbetrieb überführen soll, um Ausfälle zu begrenzen.

Trainings- und Testumgebung auch Teil des Projekts

Die Entwicklung dieses KI-basierten „Airbag-Systems“ steht im Fokus von Prores. Lernende Software-Agenten sollen unmittelbar nach Störungen optimale Schalthandlungen vorschlagen und vorhandene Flexibilitäten wie Batteriespeicher oder Elektrofahrzeuge nutzen. Ziel ist es, die Versorgung möglichst vieler Verbraucherinnen und Verbraucher aufrechtzuerhalten, während das Netz stabilisiert wird.

Das Vorhaben wird vom AIT Austrian Institute of Technology koordiniert und vereint Forschungseinrichtungen, Hochschulen, Technologieanbieter und Verteilnetzbetreiber aus mehreren europäischen Ländern. Offis arbeitet eng mit dem AIT zusammen, das einen digitalen Zwilling von Stromnetzen erstellt. In dieser virtuellen Umgebung sollen umfangreiche Simulationen und Trainingsläufe der KI-Agenten stattfinden.

Ein weiterer Projektbaustein ist eine cyber-physische Trainings- und Testumgebung. Dort lassen sich reale Netzstrukturen sowie zugehörige IT- und Steuerungstechnik nachbilden. Netzbetreiber können laut Projektteam Extremszenarien gefahrlos erproben, neue Smart-Grid-Lösungen auf Sicherheit und Regelkonformität prüfen und das Zusammenspiel von Personal und KI in kritischen Momenten trainieren.

Langfristig sollen die Ergebnisse dazu beitragen, Stromausfälle zu reduzieren und den Ausbau erneuerbarer Energien zu erleichtern. Netzbetreiber erhielten Werkzeuge zur besseren Risikoabschätzung, zur Nutzung von Flexibilitäten und zur Vorbereitung von Einsatzteams auf Krisensituationen, heißt es in der Mitteilung. Das Projekt läuft vom 1. Dezember 2025 bis zum 30. November 2028.
 

Montag, 8.12.2025, 11:34 Uhr
Fritz Wilhelm

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