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Ein Industrieunternehmen bedient sich im Regal eines Erneuerbaren-Erzeugers. Thyssenkrupp und Statkraft haben eine Lieferung von 50 Millionen kWh Grünstrom vereinbart.
Im Jahr 2026 werden Thyssenkrupp Steel Europe AG und Statkraft erstmals zu Handelspartnern. Der Duisburger Stahlhersteller und die Deutschland-Tochter des norwegischen Energiekonzerns haben sich über einen Direktliefervertrag für Grünstrom, Power Purchase Agreement (PPA), verständigt.
Laut einer Mitteilung deckt Thyssenkrupp sich mit 50 Millionen kWh bei Statkraft ein. Ein Sprecher des norwegischen Staatsunternehmens sagte auf Anfrage dieser Redaktion, dass diese Liefermenge für das laufende Jahr vereinbart sei. Beide Seiten strebten allerdings eine langfristige Partnerschaft an.
Thyssenkrupp will die energieintensive und von hohen Emissionen begleitete Stahlproduktion schrittweise dekarbonisieren. Dafür hatte das Unternehmen bereits Mitte 2024 einen besonderen Abnahmevertrag abgeschlossen, der das Hagen-Hohenlimburger Stahlwalzwerk über eine Direktleitung an einen benachbarten Windpark anbindet (wir berichteten).
Beim Vertrag mit Statkraft handelt es sich um ein gewöhnliches PPA, also eine bilanzielle Versorgung mit Ökoenergie. Statkraft greift dabei auf die älteren Anlagen von fünf Windparks zurück, die bereits aus der Förderung gemäß Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefallen sind. Durch den Vertrag sei ihr wirtschaftlicher Weiterbetrieb garantiert, so Statkraft. Um welche Parks es sich handelt, ließ der Sprecher offen.
Der Chef der Abteilung Erzeugung bei Statkraft, Patrick Koch, spricht in der Mitteilung davon, Thyssenkrupp die weitere Dekarbonisierung „zu höchst wettbewerbsfähigen Konditionen“ zu ermöglichen. Das PPA trage ferner zu größerer Planungssicherheit und zur Absicherung gegen Preisschwankungen bei. Statkraft bezeichnet sich als einen der führenden Anbieter grüner PPA für die deutsche Industrie mit etwa 6 Milliarden kWh jährlich für diese Klientel.
Dienstag, 10.02.2026, 15:01 Uhr
Volker Stephan
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