Quelle: Katia Meyer-Tien
„EnviTec Biogas“ sieht das eigene Marktpotenzial bei Biomethan − und hier vor allem im Ausland. Nun hat das Unternehmen für dieses Jahr seinen Markteintritt in Litauen angekündigt.
Der Biogasproduzent Envitec mit Hauptsitz in Lohne (Niedersachsen) teilt mit, dass das Unternehmen kurz vor dem Markteintritt in Litauen steht. Damit wächst das Unternehmen im Ausland weiter. „Biomethan ist ein Energieträger, der sich aus unserer Sicht mittelfristig durchsetzen wird, da er bereits jetzt verfügbar und die volkswirtschaftlich kostengünstigste Alternative zu konventionellem Erdgas ist“, sagt CEO Olaf von Lehmden. In den Nachbarländern würde sich der Biomethan-Markt im Gegensatz zu Deutschland entwickeln.
Wachstumsmärkte für Envitec Biogas seien neben dem anvisierten neuen Markt Litauen etwa die Benelux-Staaten, Schweden und Spanien, aber auch die Bestandsmärkte im Baltikum, der Slowakei, Italien, Frankreich und Großbritannien.
„Sämtliche biogasrelevante Gesetzesvorhaben der neuen Regierung sind aus unserer Sicht stark verbesserungswürdig“, fügt CFO Jörg Fischer hinzu. Zudem sei die im aktuellen Entwurf des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) versuchte Umsetzung der EU-Gasbinnenmarktrichtlinie „existenzbedrohend für die Biomethanbranche“, so Envitec. Fischer: „Zentrale Vorgaben zur Sicherung des Marktzugangs und der Netzinfrastruktur für grüne Gase wie Biomethan fehlen. Dies birgt europarechtliche Risiken, gefährdet Investitionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette und wirft mögliche Haftungsfragen auf.“
Daher fordert Envitec gemeinsam mit Partnerunternehmen aus der Branche eine EU-konforme Umsetzung, die erneuerbare Gase fördert und nicht bremst, eine faire Kostenteilung und Schutz vor willkürlicher Netztrennung sowie Planungssicherheit für Investitionen in grüne Moleküle.
Strategie in Deutschland
Das Unternehmen setzt seit mehr als einem Jahr hierzulande nicht mehr allein auf Biogas im Geschäft mit Erneuerbaren. Das Unternehmen hat ein Joint Venture gegründet, das Wind- und Solarprojekte entwickelt (wir berichteten). Gemeinsam mit der Unternehmensgruppe von Lehmden sowie der Freese Beratungs GmbH ist im März 2015 das Joint Venture „EnviTec Wind/Solar GmbH & Co. KG“ mit Sitz in Lohne gegründet worden.
Diese Erweiterung des Portfolios trägt, wie CEO Olaf von Lehmden betonte, zur Diversifizierung des eigenen Energieangebotes bei. Das Engagement in der Energieerzeugung aus Sonnenkraft ist für Envitec nicht gänzlich neu: Bereits 2017 hatte das Unternehmen einen Agrarbetrieb mit einer 132 Hektar großen Fläche im Landkreis Märkisch-Oderland (Brandenburg) erworben. Dort entwickelte Envitec einen Solarpark mit einer Leistung von 150 MW und verkaufte ihn später an einen Energiekonzern.
Neue Impulse seien auch in der vor einem Jahr von Uniper übernommenen „LIQVIS“ und ihren 18 LNG-Tankstellen künftig zu erwarten. Eine Anlage soll nach Umzug voraussichtlich im ersten Quartal 2026 den Betrieb im niedersächsischen Holdorf aufnehmen. „Wir bieten mit dem Tankstellennetz die gesamte Wertschöpfungskette vom Stall, zu Biogas, Biomethan für Wärme und Stromerzeugung bis hin zum grünen Kraftstoff über eigene Gesellschaften aus einer Hand und sind damit ein Pionier im Markt“, so von Lehmden.
Freitag, 16.01.2026, 16:13 Uhr
Heidi Roider
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