Quelle: Franz Bischof / Enercity
Die Wärmewende in Hannover kommt voran: Enercity hat Block I des Kohlekraftwerks Stöcken abgeschaltet. Die Landeshauptstadt spart so jährlich eine halbe Million Tonnen CO2 ein.
Mit der Außerbetriebnahme von Block I ist die Hälfte des Steinkohleausstiegs in Hannover bereits geschafft. Zukünftig stammt jede zweite Kilowattstunde Fernwärme aus klimaneutralen Quellen, wie es in einer Unternehmensmitteilung des Versorgers heißt. Hervorgehoben wird darin, dass der Schritt ohne den Neubau eines fossilen Gaskraftwerks gelingt, weil man konsequent auf einen breiten Mix regionaler, erneuerbarer Energiequellen setze.
In gut zwei Jahren soll der Anteil grüner Energie an der Fernwärme von Enercity bis zu 75 Prozent betragen. Ab Mitte der 2030er Jahre ist geplant, das verbliebene Gaskraftwerk auf Wasserstoff umzustellen und so den finalen Schritt zur vollständigen Klimaneutralität zu machen.
Die bisher von Block I des Steinkohlekraftwerks erzeugte Wärme wird durch fünf dezentrale Anlagen ersetzt, die vor allem auf nicht mehr recyclefähiges Altholz, Klärschlamm, Abwärme und Biomethan setzen. Insgesamt hat das Energieunternehmen seit 2020 nach eigenen Angaben rund 246 MW thermische Leistung aus erneuerbaren Energien neu realisiert. Weitere Projekte mit mehr als 300 MW sind im Bau oder in Planung.
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Niedersachsens Energie- und Umweltminister Christian Meyer, enercity-CEO Aurélie Alemany, enercity-Aufsichtsratsvorsitzende und Hannovers Dezernentin für Wirtschaft und Umwelt Anja Ritschel sowie Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay (v.l.)vor dem grün illuminierten Block I. Quelle: Philipp Sonnack / Enercity |
Niedersachsens Energie- und Umweltminister Christian Meyer (Grüne) erklärte dazu: „Mit der Abschaltung des ersten Kohleblocks zeigt Hannover, wie die Wärmewende und Klimaschutz konkret funktionieren. Der Kohleausstieg erfolgt schneller als gesetzlich gefordert. Hannover ist damit Vorbild beim Klimaschutz und der Nutzung erneuerbarer Energien.“ Entscheidend sei jetzt, dass Bund und Länder den Kommunen stabile Rahmenbedingungen und Investitionssicherheit beim Klimaschutz geben, damit weitere Städte diesem Weg folgen können.
Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) betonte: „Wir schaffen den Kohleausstieg ohne den Umweg über neue fossile Großkraftwerke. Das stärkt die Region, erhöht unsere Unabhängigkeit und macht Hannover zu einem Vorbild für andere Großstädte. Der Wärmesektor ist einer der größten Hebel für wirksamen Klimaschutz – und wir nutzen ihn konsequent.“
Ab 2028 klimaneutralEnercity-CEO Aurelie Alemany: „Mit der Stilllegung von Block I wird aus Planung Realität. Wir zeigen, dass ein vorzeitiger Kohleausstieg und die Wärmewende keine Vision sind. Genau deshalb sind klare politische Leitlinien notwendig – wie ein ETS2 (Anm. d. Red.: Emissions Trading System 2 der EU), der transparent macht, was CO2 wirklich kostet und die Investitionen honoriert, die wir heute für die klimaneutrale Wärme von morgen tätigen. Nur mit dieser Klarheit können Unternehmen das Tempo halten, das Deutschland für seine Klimaziele braucht.“
Bereits 2017 hatte Enercity den Ausstieg aus der Kohle beschlossen. Nach der Heizperiode 2027/28 soll auch Block II des Kohlekraftwerks durch klimafreundliche Energieträger ersetzt werden – rund zehn Jahre früher als der von der Bundesregierung beschlossene Zielkorridor 2038.
Für den Ersatz von Block I wurden bisher knapp 400 Millionen Euro investiert. Insgesamt plant der Energieversorger bis 2040 Investitionen in Höhe von rund 1,5 Milliarden Euro, um auch Block II – und damit das gesamte Kohlekraftwerk – durch klimafreundliche Wärmeversorgung zu ersetzen. Dabei ist der technologische Ansatz breit aufgestellt: Neben Biomasse- und Klärschlammverwertung spielen weitere Abwärmenutzungen und Großwärmepumpen eine zentrale Rolle.
Dienstag, 3.03.2026, 14:47 Uhr
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