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Der Bund hat im Mai gut 3 Milliarden Euro ins EEG-Konto gezahlt. Man hätte sich nach den rekordmäßigen Negativpreisen am 1. Mai auch ein finanzielles Desaster vorstellen können.
Im EEG-Konto ist im Mai ein Bundeszuschuss von 3,17
Milliarden Euro zu wenig gewesen, um das Guthaben am Monatsende auf gleicher Höhe zu halten wie 31
Tage zuvor. Aus einer Transparenzveröffentlichung der vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) vom 10.
Juni geht hervor, dass das Guthaben im Laufe des Mai von 1,11
Milliarden Euro auf 935
Millionen schmolz. Insgesamt hat der Bund in diesem Jahr schon 5,73 Milliarden Euro eingezahlt.
Das EEG-Konto wird treuhänderisch von den ÜNB geführt. Darüber werden die Zuschüsse des Bundes zu den Einspeisevergütungen für Ökostrom, die Markterlöse aus gefördertem Grünstrom und die Auszahlung der Förderung verrechnet. Die Erlöse beliefen sich im Mai auf 202
Millionen Euro, die Auszahlungen auf 1,99
Milliarden Euro.
Der Mai 2026 hätte für den Bund, der zur Begleichung des Abmangels verpflichtet ist, angesichts des extremen Sonnenwetters am Monatsanfang bei gleichzeitig freizeitbedingt niedrigem Verbrauch ungünstiger ausgehen können. Eine Überproduktion von PV-Anlagen hatte am 1.
Mai in mehreren Viertelstunden zu den niedrigsten negativen Preisen geführt, die damals technisch möglich waren, nämlich minus 499
Euro/MWh. Insgesamt gab es im Mai an 315 Viertelstunden von insgesamt knapp 3.000 Viertelstunden negative Preise.
Diese kosten das EEG-Konto, wenn geförderte kleinere Erneuerbaren-Anlagen zeitgleich einspeisen, doppelt Geld: Die ÜNB mussten für die Pflichtvermarktung des Stroms draufzahlen, und den Anlagenbetreibern mussten sie die volle Einspeisevergütung auszahlen. Nur bei Anlagen über 100
kW und seit Februar 2025 bei kleineren PV-Anlagen fällt bei negativen Preisen die Einspeiseförderung weg.
Warum die Katastrophe ausbliebDoch der Bundeszuschuss im Mai 2026 war sogar geringer als im Mai 2024, als 3,36
Milliarden Euro aus dem Finanzministerium auf dem EEG-Konto eingegangen waren. Auch der Auskehrungsbetrag lag im Mai 2024 höher als diesen Mai, nämlich bei 2,14
Milliarden Euro. Und die Einnahmen am Markt waren diesmal höher als in beiden vorangegangenen Maimonaten, als sie bei 126 und 166
Millionen Euro (2024 und 2025) gelegen hatten.
Eine außergewöhnliche finanzielle Katastrophe ist also diesen Mai ausgeblieben. Dies mag auch daran liegen, dass die 315 negativen Preise außerhalb des Erster-Mai-Wochenendes häufig nur minimal unter der Nulllinie lagen. Umgekehrt werden derzeit in der Graustrom-Spotauktion, in der die ÜNB den geförderten Ökostrom ins Orderbuch legen, in den Abendstunden und sogar kurz nach Mitternacht relativ hohe Preise erzielt.
Erneuerbaren-Anlagen, die dann produzieren, brauchen dann keine Marktprämien-Förderung mehr, wenn sie in der geförderten Direktvermarktung sind, oder sie generieren, wenn die ÜNB den Strom vermarkten, genug Gegenwert am Markt. Daher stiegen im Mai auch die Marktwerte des geförderten Ökostroms gegenüber dem April (wir berichteten).
Vergleicht man die Markteinnahmen im Mai 2026 direkt mit den gleichzeitigen Förderauszahlungen, so lag der Kostendeckungsgrad bei 10
Prozent.
Die EEG-Kontoabrechnungen von Anfang 2011 bis Mai 2026 stehen monatsscharf
auf der Transparenzseite der ÜNB zur Verfügung
Mittwoch, 10.06.2026, 15:31 Uhr
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